Paranoia?


Liebe Leute, dieser Thread ist bisschen speziell.
Es ist so, dass ich mir Sachen einrede, die gar nicht stattgefunden haben, aber mir doch Angst machen. So schwanken meine Gedanken und Gefühle stets. Ein Beispiel:

Ich habe mich vorletztes Wochenende betrunken. Klar, dass ist nicht gut, aber es passiert leicht. Der Kumpel und ich gingen dann so an die Kirmes, wo viele Jugendliche waren. Was machen Betrunkene?Sie blödeln rum. Dann habe ich ein Mädchen angesprochen, und sie gefragt ob sie mit mir auf die Achterbahn
kommt.
Sie sagte ja, verschwand dann kurz auf der Toilette mit den Freundinnen. Die Kumpels haben mir gesagt: Lass die Finger von ihr, die ist nichts für dich. Ich habe gesagt: OK und bin gegangen.
Ich rede mir jetzt einfach ein, dass ich mit ihr auf die Toilette ging und ungeschützen Geschlechtsverkehr hatte oder derartiges, weil ich halt betrunken war und mich nicht an alles erinnern kann. Ich versuche mich an die Geschehnisse zu erinnern, doch sie sind lückenhaft. Jedoch erinnere ich mich an einzelne Dinge, die mir sagen: Nein es ist unmöglich, dass du was mit ihr hattest. Dann wiederum frag ich mich: Vielleicht ja doch, du warst betrunken und hattest Lust auf ein Mädel. Was wenn du doch was mit ihr hattest? Und immer dieselben Gedanken, die mir halt paranoid erscheinen. Ich frage mich: Wie wahrscheinlich ist es, dass ich mit ihr Sex hatte ( und ich war betrunken) ohne es danach gemerkt zu haben? Ich erinnere mich ja immer noch an manche Sachen dieses Abends, aber an irgend solch ein Ereigniss nicht. Deshalb vermute ich, es war nix. Aber ich rede mir ein, könnte doch sein. Und da habe ich Angst vor HIV und co. Klingt paranoid? Ist es. Und ich weiss ja nicht, inwiefern das alles stimmt?

Doch ich wäre froh auf eine Antwort.

Lieber Gruss
Hallo Josko,

Zitat:
Klingt paranoid? Ist es.


Klingt nach typisch Alkoholiker! Mir würde das jedenfalls gewaltig stinken, wenn ich mich auf mein Gedächniss nicht mehr verlassen könnte! Das ist ja das selbe wie freiwillig Alzheimer. Wenn du dich freiwillig so außerhalb eines normalen und gesunden Lebens begibst, wer soll dir dann noch helfen und vor allem warum?

Selbst schuld! Saufen ist nicht lebensnotwendig und wenn du damit ärger hast, dann hör halt auf! Wenn du das nicht kannst (oder willst - ist das selbe), dann bist du per definition Alkoholiker!

Geh doch mit deiner Geschichte zu den Annonymen Alkoholikern, die können dir helfen, falls du das überhaupt willst! Deine Frage hört sich für mich mehr nach "Wie saufe ich ohne Kater!" an und das ist das selbe wie "Blasen und das Mehl im Mund behalten!", es geht nicht! Weil Saufen ohne dabei kaputt zu gehen, gibt es nicht!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Moin HeikoG,


ich kenne das Gefühl selber mist gemacht zu haben wenn man nen Filmriss hatte. Aber mit dieser Angst muss man versuchen umzu gehen weil das einen ziemlich belasten kann. Wenn du solche Angst hast die mit HIV inviziert zu haben dann geh in den nächsten Wochen mal zum Arzt und lass dich durchchecken. Ich denke nicht das du typischer Alki bist.
Hast du vielleicht Angst etwas im Rausch falsch zu machen, weil du früher
schomal son einen Fehler in der Art gemacht hast?.

NonTox
Hallo NonTox,

Zitat:
Ich denke nicht das du typischer Alki bist.


Was ist denn ein typischer Alki? Es gibt einige Variationen dieser Krankheit. Da wäre z.B. der Spiegeltrinker, der genau wie ein Heroinsüchtiger sein tägliches Quantum haben muß, um dann normal zu sein. Das sind die Leute die dann überall Flaschen verstecken, damit ihnen ja der Sprit nicht ausgeht! Weil dann wird es schlimm, zittern, schweißausbrüche, evtl. delirium.

Weit häufiger anzutreffen und wohl sozial auch am unauffälligsten ist der sogenannte Problemtrinker. Der trinkt nicht regelmäßig nur so am Wochenende, manche auch nur einmal im Monat. Nur wenn sie trinken dann endet das meistens in einem Problem, wie z.B. einen Filmriß oder Eheprobleme oder einer Prügelei oder einfach nur das der Süchtige morgens nicht aus dem Bett kommt und ärger an seiner Arbeitstelle bekommt. Wem sowas schon mal passiert, der sollte mal den Alki Test machen:
http://www.anonymealkoholiker.de/download/03wer.pdf
http://www.anonymealkoholiker.de/

Jeder 10te in Deutschland ist Alkoholiker (offiziell diagnostiziert) mit denen die es noch nicht wissen und glauben ihre Filmrisse wären normales Trinkverhalten, ist es etwa jeder 5te! Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit und kann vollständig zum Stillstand gebracht werden, jedoch nicht geheilt! Es ist keine Schande Krank zu sein, aber es ist eine Schande nichts dagegen zu tun.

Um es noch mal deutlich zu sagen, Filmriss, Komasaufen, etc. ist kein normals Trinkverhalten! Das ist krank!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Liebe Leute. Ich trinke nicht regelmässig. Und an diesem Abend ist es halt ausgeartet. Heiko du reagierst zu heftig, bist wohl ein bisschen hyperaktiv. Aber lassen wir das.
Es geht darum, dass ich ziemlich sicher bin, nichts gemacht zu haben mit ihr, und doch habe ich Angst. Mit oder ohne Alkohol, ich verspüre es halt. Und ja der Filmriss war beschränkt: Also ich kann mich an das Wichtigste und Lustige erinnern, dann würde ich mich voll auch auf Sex mit ner Frau erinnern. Und Alki oder nicht, kann dir egal sein Heiko, wenn es dir nicht passt, hau ab von hier Junge, und schreib nicht so beleidigende Threads;)
PS: Bin nicht alki obs du glaubst oder nicht.
Hallo Josko,

Zitat:
Bin nicht alki obs du glaubst oder nicht.


Behaupte ich ja auch nicht! Ich sag ja nur, das ist typisch für Alkis, weil normal trinkende Menschen haben keine Filmrisse! Müßen sich also von vorneherein nicht mit den traumatischen Folgen einer durchzechten Nacht herumschlagen! Und da stellt sich doch die Frage: Warum machst du das?

Jetzt sag mir bitte nicht "Es macht Spaß"! Ein, zwei Glas Bier machen Spaß! Ein, zwei Glas Wein zum Essen machen Spaß! Mal einen Cognac nach dem Essen macht Spaß!

Aber im Gegensatz zu Menschen die normal trinken und also aufhören wenn sie merken das der Alkohol sie benebelt, fängt der typische Alki ja da erst an! Er will weiter trinken, auch wenn er das vorher vielleicht nicht wollte, sondern seiner Frau oder den Eltern versprochen hatte früh nach hause zu kommen.

Sucht unterscheidet sich vom normalen Geniesen nur in ihren Folgen! Wer trinkt und sich damit schädigt, handelt süchtig!

Es ist übrigens typisch für Alkoholiker, daß sie sich selbst mit Händen und Füßen gegen die Diagnose wehren! Es ist bei Alkoholismus immer so, das der Betroffene selbst die Diagnose zuletzt erfährt! Alle Nachbarn und Bekannte wissen es schon längst!

Ich sag nicht das du Alkoholiker bist, Josko, ich beschreibe nur was die typischen Symptome sind und wo der Unterschied zu "normalem" Trinken liegt! Wenn du dich in diesen Symptomen wiederfindest, dann stellst du dir selbst die Diagnose! Handle konsequent! Alkoholismus ist ein tödlich verlaufende Krankheit! Wer immer in diese Sucht hineingerät, den erwartet am Ende ein elendes verrecken! Leider ist es auch immer so, daß wer auf diesem Weg voranschreitet, eines Tages nicht mehr zurück kann, auch wenn er dann will. Anders ausgedrückt, mit dem Saufen aufhören erfordert ein mindestmaß an Intelligenz, wenn die nötige anzahl Gehirnzellen durch Zerstörung unterschritten werden, ist es zu spät!

Lieber, Josko, nach deinem Bericht kann ich dir versichern, das du Gefährdet bist! Ich rate dringend mit dem Saufen aufzuhören! Wenn du kein Alki bist, dann wirst du das ja auch ohne Probleme können!

Gruß Heiko

PS: Typisch für Alkoholiker sind auch Trockenphasen, die zwischen ein paar Wochen und ein paar Jahre dauern können. Danach gehts aber immer im alten Muster weiter.
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Ich werde deinen wichtigen Kommentar zur Kenntniss nehmen, danke Heiko. Ich bin zwar ein gelegentlich Trinker, und wenn es halt passiert, dass ich zuviel trinke, dann nicht aus Sucht, sondern halt aus Spass mit den Freunden. Nicht klug, passiert halt. Und ich hatte auch Pause vom Trinken. Also unter der Woche trinke ich rein gar nichts. Nur am Wochenende ab und zu was, aber nicht viel. Jenes mal habe ich übertrieben, und bereue es auch.

Gruss Josko
Es könnte sich um Zwangsgedanken/Vorstellungen Handeln

http://www.palverlag.de/Zwaenge.html

die Vorstellung die du da hegst finde ich schon aussergewöhnlich aber Paranoid bist du auf keinen Fall das äußert sich anders

wichtig ist wie lange sich diese Gedanken halten ich würde sagen ein normaler Mensch lässt sich nach einem Filmriss ohne weiteres von seinen Freunden beruhigen wenn diese sagen "da war nichts" wenn sich der Gedanke danach noch länger aufdrängt solltest du auf jeden Fall keinen Alkohol oder Cannabis konsumieren wenn der Gedanke dann auch noch bleibt oder andere dazu kommen solltest du auf jedenfall einen Arzt konsultieren

Phan
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Korinther 4,21

Was wollt ihr? Soll ich mit dem Stock zu euch kommen oder mit Liebe und sanftmütigen Geist?
Hallo, hier ist das Jellinek-Modell über Alkoholismus. (Ich selbst sehe alle als Alkoholiker an, die es nicht schaffen, auf Alkohol ganz zu verzichten.)


Alphatrinker:

Zeitweilige psychische Abhängigkeit
Keine körperliche Abhängigkeit
Kein Kontrollverlust
Fähigkeit zur Abstinenz



Bethatrinker:

Gelegenteitstrinker
Übermäßiger Alkoholkonsum zu gewissen Anlässen
Kein regelmäßiger Alkoholkonsum
Keine körperliche oder psychische Abhängigkeit



Gammatrinker:

Suchttrinker
Keine Kontrolle über Konsum
Körperliche und psychische Abhängigkeit
Abstinenz nur mit Symptomen möglich (Zittern, Herz-Kreislauf-Problemem, Wahn)



Deltatrinker:

Süchtiger Gelegenheitstrinker
„Spiegeltrinker“ (Ständig bestimmter Alkoholspiegel nötig)
Kein Kontrollverlust (trinkt nicht noch mehr)
Trinken z.T. auch nachts
Keine Abstinenz mehr möglich



Epsilontrinker:

Periodischer Trinker „Quartalsäufer“
Übermäßiger episodischer Alkoholkonsum
Nicht regelmäßig
Keine Entzugserscheinungen


Ursachen:
Bestimmte Persönlichkeitstypen sind anfälliger
Soziale Situation (unterprivilegierte Gruppen)
Psychische Einflüsse (z.B. Krisensituationen)

Symptomatik:
Körperliche Symptomatik:
Fettleber, Alkoholhepatitis, Leberzirrhose, Pankreatitis, Ösophagitis, Gastritis, Mallory-Weiss-Syndrom, Kardiomyopathie, Kleinhirnrindenatrophie, Wernicke-Enzephalopathie, hirnorganische Krampfanfälle, Zittern
Psychische Symptomatik:
Schuldgefühle nach dem trinken
Vernachlässigung der täglichen Pflichten
Konzentrationsstörung / Gedächtnislücken
Interessenverlust / Wesensveränderung
Reizbarkeit
Misstrauen gegen vertraute Personen
Hallo lieber Martin,

danke für die sehr gute und fachlich absolut Korrekte Aufstellung! Jellinek ist immer noch einer der großen anerkannten Kapazitäten in diesem Feld! Die AA und auch die moderne Psychologie benutzt heute noch den sogenannten Jelinek Fragebogen zur Suchtanalyse. Zu erwähnen wäre vielleicht noch das die einzelnen Typen oft inneinander übergehen. So kann sich aus dem Betatrinker durchaus ein Gammatyp entwickeln, der später dann auch auf Spiegel saufen muß!
Zitat:

Ich selbst sehe alle als Alkoholiker an, die es nicht schaffen, auf Alkohol ganz zu verzichten.
Nach meiner Erfahrung ist das im Prinzip richtig! Auch ich gehe davon aus, das Menschen die derart schwere Rauschzustände beschreiben, wie z.B. Josko. In der Regel schon eine erhebliche Vorgeschichte haben. Das ein Süchtiger seinen eigenen Zustand versucht zu verbergen und entsprechend nicht mehr Wahrheitsgemäß berichtet ist ja normal. Damit betrügt er vor allem sich selbst! Dennoch gibt es eine menge Leute, denen Alk wirklich egal ist. Die zwar hier und da mal was trinken und wohl auch mal (versehentlich) beschwipst sind, die aber nichts unternehmen würden, um diesen Zustand wiederholt herbeizuführen. Ich hab da immer so mein standard Beispiel:
Der normal Trinkende, merkt die Alkoholwirkung und hört auf zu trinken.
Der Alkoholiker, merkt die Alkoholwirkung und bestellt sofort das nächste Glas.

Alkohol war im Mittelalter als Desinfektions- und Konservierungsmittel und zur Wasseraufbereitung unerläßlich. Selbst in den Klöstern wurde grundsätzlich Wein dem Wasser (und nicht umgekehrt und schon gar nicht Wein pur verabreicht) zugesetzt, um Durchfallerkrankungen zu reduzieren. Deswegen ist wohl das Rauschmittelverbot, das der Islam immer noch kennt, im Christentum aufgeweicht worden. Mit heutiger Technik und den heutigen Möglickeiten, insbesonder im Bereich Wasseraufbereitung ist Alkohol als Nahrungsmittel tatsächlich nicht mehr nötig. Die Industrien, die von der Alkoholproduktion leben sollten sich so langsam mal was anderes als Broterwerb suchen! Ich rate jedenfalls vor Investitionen in diesem Bereich dringend ab!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!