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Hi Nontox,
sorry, dass ich mir Zeit mit dem Antworten lasse. Ich hab im Moment nicht viel Zeit, was aber keineswegs heißen soll, dass ich die Diskussion nicht weiterführen möchte. Aber es ist auch nicht leicht, dieses Gefühl zu umschreiben. Ich werde es mal versuchen:
Ich meine das Gefühl, erstmal überhaupt in moralisch gut und böse unterscheiden zu können. Dieses Gefühl ist den Menschen ja angeboren. Und der Wille ist ja zum Guten hin. Oder zu dem, von dem man meint es wäre gut. Eine wichtige Erkenntnis bei diesem Gefühl ist aber auch, dass nicht nur für mich selbst wichtig ist, das Gute zu erreichen, sondern auch für andere Menschen, da ja ebenso, wie die Gerechtigkeit es besagt, wichtig ist, dass dem Anderen nichts Schlechtes passiert.
Und weil ich das für ein Naturgesetz halte, muss ich es auch notwendigerweise befolgen. Und es geht nicht mal wirklich um den Anderen, für dessen Gerechtigkeit ich einsetze. Es geht eigentlich um die Gerechtigkeit selbst. Dass der Andere das Naturgesetz nicht befolgt, das ist seine Sache. Ich habe nur die Macht über mich, dass ich es befolge. Und irgendwie muss ich es ja befolgen, denn das Gefühl sagt mir, das es gut ist. Ich glaube, Du hast dieses Gefühl auch. Ich bin wirklich der Meinung, dass Du ein guter Mensch bist, der lediglich enttäuscht wurde und höchstens durch einen falschen Schluss im Sinne der Gerechtigkeit ("die helfen mir nicht, warum sollte ich ihnen helfen") Dich von den guten Taten abwendest und hasst. Denn letztlich ist die Sache hassenswürdig. "Hasse die Tat, nicht den Täter" steht nicht nur in der Bibel...
Und was haben sie wiederum mit Deiner Rechtschaffenheit zu tun?
Höre auf das, was in Dir verursacht, dass Du Angst bekommst bei ihm in Ungnade zu fallen. Es ist dieses Gefühl, das ich meine. Es ist weniger wichtig zu wissen, woher diese "Gottesfurcht" kommt, also wer Gott ist, als das Gefühl anzunehmen. Ebenso lügt zum Beispiel ein kleines Kind nicht, obwohl es noch gar nicht weiß, warum lügen schlecht ist. Du kannst jederzeit darüber nachdenken, ob es logisch ist, was Du tust, das Gefühl wird Dich niemals ernsthaft auffordern etwas Unlogisches zu tun, Du musst nur erkennen, was logisch ist. Denn Deine Motive sind nicht dieses Gefühl, erst die Erkenntnis macht dieses Gefühl zu Motiven (oder Gegenmotiven).
Die Kunst des Guten ist gut zu bleiben, egal in welcher Situation.
Viele Grüße!
P.S. Du kannst gerne widersprechen oder nachfragen, wenn Du meinst, ich irre mich irgendwo, oder wenn ich hier und dort unverstandlich bin.
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