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Tief verwurzelter Wunsch












Zitat:
Gerade auch hier im Forum kann man gut sehen, wie tief verwurzelt der Wunsch nach entgueltigen Wahrheiten, der Wunsch zu Glauben, anstatt einfach achselzuckend "ich weiss es nicht" zu sagen, ist.


durch das Forum denke ich schon seit geraumer Zeit über dieses Phänomen nach die Antwort die mir am einleuchtensten erscheint ist die einer "fehlerhaften Identifikation"

Kleinkinder fehlt bis zu einer bestimmten Entwicklungsstufe die Ich-Wahrnehmung erst durch den Kontakt mit der Aussenwelt entwickelt das Kind ein Ich

ich glaube bei genauerer Betrachtung stellt man fest das ein Ich grundsätzlich nichts eigenes dem Kind/Menschen zugehöriges ist es wird ausnahmslos von aussen her gebildet ich wurde mal zu einem sehr interessnten Experiment aufgefordert

"tu so als hättest du deinen Namen vergessen und jetzt sag mir wer du bist"

selbst unser eigener Name gehört nicht zu uns er ist von aussen gegeben aber trotzdem identifizieren wir uns damit wenn wr ohne Namen vor der Frage stehen "wer bist du" können wir darauf keine Antwort geben aber wir würden nicht sagen "ich bin nicht(existent)"

d.h. Das Ich wird von aussen gebildet und wir verteidigen es weil wir glauben wir seien das Ich aber es gibt auch eine Existenz ohne das Ich nämlich die vor dem Ich-Bewusstsein

je nach dem wie früh die Religion in der Wahrnehmung des Kindes auftaucht im Sinne eines "du bist ein Christ/Moslem/Hindu" wird diese bbBezeichnung in das ich mit aufgenommen und so verteidigt als ginge es um die eigene Person

dabei gibt es auch noch die Gruppe von Menschen die versuchen einen Entwicklungsmangel mit Hilfe der Religion auszugleichen um es mal bäuerlich auszudrücken ein liebloser Vater wird durch einen liebenden Gott ausgeglichen usf. o.ä.

die Ursache der Identifikation ist eigentlich egal aber ich glaube die Abwehrhaltung dient immer dem Schutz des eigenen Ich

Aber die Frage nach den entgültigen Antworten spielt auch eine sehr wichtige Rolle

in einem bestimmten Alter kommen Kinder ja in eine sehr neugierige Phase und stellen allerlei Fragen ich glaube in "Psychoanalytische Studien zur Charakterbildung" hat C.G. Jung eine sehr interessante Schilderung über diese Phase abgegeben es ging um ein Kind welches von der Frage getrieben war "woher die Babys kommen" (die Kardinalfrage) ich fand dabei sehr interessant wie umtriebig ein Kind mit dieser Frage umgeht und wie lange die Frage aufrecht erhalten wird nämlich bis es eine angemessene Erklärung gefunden hat und die sind Kinder nicht leicht zfrieden zu stellen da ihnen schon früh Widersprüche auffallen

man muss also annehmen dass blinder Glaube die Natur des Menschen widerspricht der Mensch ist heute nur da wo er ist weil er nicht aufgehört hat nach der richtigen Antwort zu suchen nehmen wir an die Wissenschaft würde sich mit purem Glauben zufrieden geben eine Entwicklung hätte nie statt gefunden

ich behaupte also das Glaube der keinerlei Fragen mehr hat der Natur des Menschen widerspricht darin sehe ich auch den Sinn der Jesus Worte

Zitat:
Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen


Phan
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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