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Hallo mpoetschik, hallo alle
gewiss sind gut und böse relative Begriffe, gewiss ist vieles für den einen gut, was für den anderen schlecht ist. Das liegt daran, dass gut oft so verwendet wird, dass es eigentlich in dem Sinne "in den Kram passend" gemeint ist. So kommt es, dass wir "gutes Wetter" und dergleichen sagen. Dem entspechend sind Wertungen oft natürlich sehr subjetiv.
In einem Sinne sollte das Wort "gut" jedoch absolut zu verstehen sein, und zwar in der Bedeutung "moralisch wertvoll". Moralisch wertvoll ist zum Beispiel eine durch Mitleid geprägte Tat (oder der christlichen Nächstenliebe, oder dem indischen "tat twam asi", man findet es überall). Das Gegenteil wäre dann Individualegoismus bzw. Eigennutz, in krankhafter Ausprägung auch Bosheit. So wäre z.B. einem anderen zu schaden, um sich zu bereichern, schlecht, schlechter noch ihm zu schaden des Schadens wegen, den da nimmt man ggf. sogar einen Schaden auf sich, um sein Ziel zu erreichen. Gut wäre dann, jemandem zu helfen, obwohl es ggf. für sich selbst Verzicht bedeutet.
Allerdings ist das wiederum schwer zu beurteilen, da Menschen ja auch oft verzichten und helfen, um ihr Ansehen zu steigern, und daher auch für diese Tat ein egoistisches Motiv haben, was der Handlung den moralischn Wert nimmt. Aber darum geht es mir nicht. Mir geht es um die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit, gut und böse absolut "festzulegen", denn wer sich auch darauf nicht einlässt, mit dem ist ein Diskussion darüber zu führen in der Tat unsinnig.
Auf der anderen Seite ist natürlich, wenn man diese Definition zulässt, die Beantwortung der Frage, ob Gott gut oder böse ist, eine leichtere Aufgabe.
Wenn gut etwas ist, dass durch Einheit begründet ist oder vielmehr dadurch, über sein eigenes Ego hinaus in allem anderen ebenfalls die Bedürfnisse und den Willen anzuerkennen und in der Wichtigkeit mit seinem eigenen gleichzusetzen, dann ist das Gutsein eine Folge von einer Zuwendung zu Gott, Gott selbst kann daher nur gut sein. Da der Schluss seltsam klingen könnte, möchte ich ihn ein bisschen erläutern. Die weltliche Natur ist im ersten Hinsehen nicht so geschaffen, dass man über die Grenzen des Ichs hinaus den anderen so wichtig wie sich selbst nimmt, denn ich kann die Sinneswahrnehmungen des Anderen ja selbst nicht wirklich fühlen, höchsten nachvollziehen durch Reflexion. Dennoch ist uns das Gewissen eingepflanzt, welches zusammen mit der Reflexion und sich daraus ergebenen Erkenntnissen den Willen des Menschen leitet. Dass viele Menschen über bestimmte Taten ein sehr ähnliches Urteil aussprechen, welches in einer Diskussion, die weitere Erkenntnisse liefert, sich auch immer mehr nähert, ist der Beleg dafür, dass es über das eigene Ego hinaus eine bestimmte Sache gibt, die man nicht so einfach fassen kann, die jedoch allen Menschen gleich ist, vorrausgesetzt sie haben eine "gesunde Seele".
Und dass Gott selbst nur gut sein kann, schließe ich daraus, dass einer moralisch wertvollen Tat in der Regel eine Belohnung folgt, einer moralisch schlechten eine Betrafung, mindestens durch das Gewissen und das innere Wohlbefinden ist ja bekanntlich das maßgebliche.
Da jeder Mensch nach Glückseligkeit strebt, und gute Taten zu diesem Ziel führen, gibt es auch eigentlich nichts Schlechtes. Das soll nicht falsch verstanden werden, natürlich gibt es Taten, die schlecht sind, aber sie haben kein Ergebnis auf dem Weg zur Glückseligkeit. Wenn also jemand, dessen Ziel die Glückseligkeit ist, sein Ziel nicht erreichen kann, weil er schlechtes tut, dann zeigt er doch eigentlich vielmehr, dass seine Taten auf einem Irrtum beruhen, also er zwar Glückseligkeit meinte zu erreichen, sich aber sogar von ihr entfernt hat.
Dass das Schlechte möglich ist, liegt an der Willensfreiheit des Menschen, der zum Irrtum fähig ist.
Greetings!
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