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Machtentfaltung












Hallo, Salam und Shalom,

Unbestritten ist, dass mit Religion Machtpolitk betrieben wird.
Aber ist nicht auch die Frage interessant, ob Religionen selbst ein Produkt zur Machtentfaltung sind?
Fuehrt man sich einmal die fundamentalen Eigenschaften von Religionen vor Augen, so stellt man fest, dass ueber Begriffe wie Gott, Jenseits oder absolute Wahrheit keinerlei Verbindliche, nachpruefbare Aussagen gemacht werden koennen.
Diese Fragen gab es zu allen Zeiten.
So waren zu anderen Zeiten Fragen nach der Herkunft von Naturphaenomenen (Krankheiten, Blitz, Donner, Jahreszeiten, Plagen), nach Verhaltensregeln (Verhalten von und in sozialen Gruppen) und aus anderen Bereichen nicht nachpruefbar zu loesen.
Woher aber erfaehrt der Glaeubige nun was er glauben soll?
Auf diese quaelenden Fragen fanden Religionsstifter Antworten.
Und alleine durch diese soziale Position des "Antwortgebers" sah sich der Religionsstifter unvermittelt als Inhaber von Macht ueber die Menschen, die ihm folgen (Empfaenger). Diese soziale Position ist in etwa vergleichbar der eines Professors an einer Uni in Bezug auf seine Studenten. Auch die glauben ihm in der Regel, ohne eigene Pruefung des Sachverhaltes.
Mit einem entscheidenden Unterschied! Das durch den Professor vermittelte Wissen ist jederzeit nachpruefbar. Das des Religionsstifters nicht.
Diese Tatsache festigt die exponierte Stellung des Religionsstifters in seiner Gemeinde.

Sobald sich eine Religion etabliert hat, passiert folgendes:
Der Glaeubige glaubt an die in der jeweiligen Religion erklaerten Inhalte. Und dann, wenn die Quelle seines Glaubens (z.B. Bibel oder Koran/Hadith) ihm zu komplex, schwierig oder unverstaendlich erscheint, fragt er einen Interpreten. Einen "Fachmann" in Sachen Glauben.
Dieser Fachmann nun steht informationstechnisch, aus der Sicht der Empfaenger, auf einer Stufe mit dem Religionsstifter. (1:1 zum Empfaenger)

Schaut man sich einmal den Informationsfluss aus der Sicht eines Glaeubigen an so sieht man folgendes:
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Christentum: Glaeubige(Empfaenger) <- Pabst(Interpret) <- Bibel (homogene Quelle*)
Islam: Glaeubige(Empfaenger) <- Iman / Gelehrter(Interpret) <- Koran/Hadith(homogene Quelle*)

*Wobei eine homogene Quelle bedeutet: "Es gibt nur eine moegliche richtige Antwort")
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Schon hier erkennt man die Macht eines Interpreten (wobei diese im Christentum durch die Saekularisierung stark gestutzt wurde).
Nun ist es aber so, das ein maechtiger Mensch niemals gegen seine eigenen Interessen handelt.
Daraus ergibt sich Folgendes:
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(abstrakt)
1. Interpret weiss das seine Quelle nicht homogen ist.
2. Empfaenger weiss dies nicht (Wissensvorsprung)
daraus ergibt sich folgender Informationsfluss:
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Inhomogene Quelle gibt wahlweise --> Antwort 1 --- Antwort 2 --- Antwort 3
Interpret waehlt ------------------------------> X (weil nur diese seine Machtinteressen festigt)
Empfaenger empfaengt ---------------------> X (in der Annahme, diese Antwort waere die einzig moegliche)

Je inhomogener die Quelle, umso zahlreicher sind die moeglichen Antworten.
Je zahlreicher die moeglichen Antworten, umso sicherer ist der "Stuhl der Macht".

Diese einfache Struktur ist so alt wie die Religionen selbst.
Sie behaelt ihre Gueltigkeit bis zu dem Zeitpunkt an dem der Empfaenger auf Grund eines entsprechenden Bildungsniveaus erkennt, dass die Antwort 1 nur eine der moeglichen Antworten ist.
Das Dilemma, in dem er sich aber dann befindet ist das, dass er seinen Glauben verliert.
Denn gibt die Quelle dem Empfaenger mehrere gleichwertige Antworten, so ist nicht mehr entscheidbar welche Antwort die Richtige ist.
Die Loesung fuer das Dilemma: Koppelung von (Weiter)Bildung und dem Gebrauch des eigenen Verstandes und der eigenen Vernunft.

LG
Martin
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