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Es gibt einen Gott, davon bin ich ganz fest überzeugt. Allerdings glaube ich nicht an einen bestimmten persönlichen Gott, sondern vielmehr an einen unpersönlichen, so wie es die antiken Philosophen getan haben. In der antiken Philosophie lese ich auch sehr gerne über Ethik. Ich kann Dir das Buch "Trost der Philosophie" von Boethius empfehlen. Dort wird sehr gut eine logische Folgerung durchgeführt, die Gott in der Substanz mit Glückseligkeit und dem Guten überhaupt gleichsetzt. Ich habe schon länger diesen Glauben, es in dem Buch sehr schön bestätigt gefunden. Das wird Dir eventuell helfen, eine andere Sicht zu erlangen.
"Auf zu Gott dem Erzeuger, er hat niemand unedel gebildet:
Nur wer durch Laster das Schlechte nährt, trennt sch vom Ursprung."
~ Boëthius (ca. 480-525)
Zu Deinem "Antrieb" Hass würde mich interessieren, ob es Dir gut tut. Ich bin der festen Überzeugung, dass Schlechtes besonders die eigene Seele verletzt, indem es einen von der Glückseligkeit, welche ja unbestritten das Ziel aller Menschen ist, entfernt. Das wird wunderbar von Boethius erklärt.
Mich wundert wirklich sehr, dass Du das Gefühl Mitleid nicht kennst, welches ja der Kern der Moral ist. In der Reihe, aus der das Buch von Boethius stammt, sind noch weitere schöne Bücher, z.b. die kleine Zusammenstellung von Texten Schopenhauers zum Thema Mitleid.
Diese beiden Bücher kann ich Dir wirklich sehr empfehlen, sie sind "Balsam für die Seele".
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