Meine Mutter hat den Kampf verloren


Ich möchte gerne meine Geschichte erzählen:

Meine Mutter ist vor ungefähr 5 Jahren an Brustkrebs erkrankt ... mit 55 Jahren. Es folgte ene Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Das Ganze zog sich eineinhalb Jahre hin, bis sie "geheilt" in die Reha fuhr.

Ihr ging es dann zwei Jahre gut und wir waren aller guter Hoffnung, dass sie es geschafft hätte. Doch dann wurden Metastasen in der Wirbelsäule, in der Lunge und Leber entdeckt. Wir waren geschockt, doch meine Mutter wollte kämpfen. Einen Monat nach der Rückfalldagnose wurde ich zum zweiten Mal schwanger und das gab meiner Mutter Kraft: Sie wollte dieses zweite Enkelkind nich sehen.

Es folgten wieder Chemotherapie (eine so starke, dass ihre Nerven zerstört wurden und sie nicht mehr laufen konnte) und Bestrahlung. Im April diesen Jahres fuhr sie wieder "geheilt" in die Reha und im Mai kam unsere Tochter auf die Welt.

Als sie wieder kam, freute sie sich darauf, endlich Oma sein zu können, doch das Glück dauerte nur 8 Wochen: Wieder ein Rückfall und die ganze Leber voller Metastasen. Sie wollte nicht aufgeben und begann im Sommer wieder eine Chemotherapie. Sie wollte so gerne unseren Sohn in die Schule kommen sehen und unsere Tochter "Oma" sagen hören. Vor vier Wochen war klar, dass die Chemo nicht anschlug ... die Leberwerte wurden immer schlechter. Der Arzt gab ihr noch eine Chance mit einer anderen Chemo, die er jedoch aufgrund der katastrophalen Leberwerte nur mit halber Dosis starten konnte. In der letzten Woche waren die Werte so schlecht, dass klar ist, dass sie es nicht mehr schaffen wird.

Seitdem habe ich das Gefühl, nur noch zu funktionieren. ich versorge meine beiden Kinder und nachts im Bett weine ich stundenlang. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass meine Mutter nicht mehr da sein wird. Dass meine Tochter nie ihre Oma kennenlernen wird und auch unser Sohn wird sich mit seinen drei Jahren später wohl nicht mehr an sie erinnern.

Ich habe Angst davor, dabei zu sein, wenn sie stirbt und ich habe aber auch Angst, nicht da zu sein, wenn sie mich braucht. Es zerreißt mich und frisst mich auf. Ich weiß nicht, wie ich meinem Sohn erklären soll, warum die Oma nicht mehr da ist und auch nie wieder kommt, um mit ihm zu spielen.

Bisher habe ich noch nicht mit vielen richtig darüber gesprochen. Ich habe das Gefühl, dass zwar alle Verständnis haben, ich aber letztendlich doch damit alleine fertig werden muss. Vielleicht liegt es auch daran, dass in meinem Freundeskreis noch niemand ein Elternteil verloren hat.

Christiane
Liebe Christiane,

ich weiß, wie schwer es ist, die richtigen tröstenden Worte zu finden. Es tut mir sehr leid, das es Deiner Mutti so schlecht geht.

Zitat:
Der Tod ist nicht das Ende,
nur die Vergänglichkeit.
Der Tod ist nur die Wende,
Beginn der Ewigkeit.


Zitat:
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.


Du willst ihr helfen, so sei für sie da. Du kannst für Sie beten - Du kannst auch mit ihr beten - immer wieder. Wenn sie geht, geht sie an einen besseren Ort. Sie bleibt in Euren Herzen wohnen.
Es macht es leichter, zu wissen sie ist bei Gott. Erzähle Gott von Deinen Ängsten und Nöten, wirf all Deinen Sorgen auf ihn. Er wird Dich leiten, vertrau ihm! Dein Gottvertrauen wird Dich stark machen.

Engeljani
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Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. (Goethe)
Diese Geschichte ist echt traurig und ich will dir Trost schenken!
Aber der Tot ist nicht das Ende deine Mutter kommt im Himmel bei Gott in eine bessere Welt!
Hallo Christiane,

deine Geschichte ist ähnlich der meinen. Auch die Gefühle die du beschreibst habe ich. Das Gefühl "nur" zu funktionieren. Morgens aufstehen und arbeiten, abends nach Hause kommen und mit meiner Freundin gespräche führen und Freunde treffen.

Mein Vater hat mit 52 die Diagonese Leberkrebs erhalten. Vier Monate der qualen und der Hoffnung. Dann war es geschafft. Papa war gesund und wir glücklich. Reha etc... doch dann... ungefähr vor einem Jahr... Knochenkrebs. Die Chance auf Heiliung gleich Null! Heute ist mein Papa auf der Palliativstation. Die nächsten Tage wird er sterben. Geweint habe ich viel aber auch geredet.

Genau das ist das was hilft. Reden reden reden. Offen sein und reden... neben all dem scheiß gibt es dann die Stunden und die Minuten wo man sich wohl fühlt. Weißt, seid dem ich viel Rede geht es mir besser. Den umstand, das mein geliebter Papa und bester Freund nun bald stirbt macht mich traurig, aber mein Papa ist ein starker Mensch, der mir viel im Leben gezeigt hat. Er hat mit mir offen über das Thema Tod gesprochen... seine Ängste... wir haben uns in den Armen gelegen und geweint. Die Tatsache über das zur Reden hat mir gut getan. Die ersten sekunden war schrecklich, aber wir haben uns damit mehr gesagt als tausend worten.

ich hab meinen Papa sehr lieb und eigentlich möchte ich Ihn nicht gehen lasse. Er sagt immer, es gibt ein Drehbuch und wir spielen die Hauptrolle. Sein Drehbuch endet hier und unseres geht weiter.

Deswegen lasse ich ihn nun gehen. Ohne Schmerzen und mit der Gewissheit, das ich ihn irgendwie irgendwo, wenn es in meinem Drehbuch stehe, wieder sehe.

Reden Reden reden... rede mit deiner Mutter über die Ängste... ich denke es wird den schmerz ertragbarer machen.

Schöne Grüße

Grimmy
Meine lieben Freunde

Auch so manches Gebet aus diesem Forum wird Eure Trauer und den übergroßen Schmerz begleiten und so für Linderung aus der geistigen Welt sorgen.

Man sagt auch: "Wenn die Not am größten ist, dann ist Gottes Barmherzigkeit am nächsten"

So werden Euch auch meine Gebete begleiten.

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
Hallo Christiane,

ich möchte dir gerne dieses Büchlein empfehlen:

http://www.amazon.de/Heile-Dich-sel.....12502?ie=UTF8&s=books


Manchmal hilft alles Kämpfen nicht, denn schlussendlich müssen wir einsehen, das alles einem höheren Plan folgt.
Im obigen Büchlein geht es mehr um eine einfache und gleichzeitig natürliche Hilfe für dich und deine Familie.
Du bist in einer Situation in der dein Gemütszustand dir alle Energie und Lebensfreude nimmt - damit hilfst du aber niemandem, auch deiner Mutter nicht.
Neue Probleme bedeuten neue Herausforderungen und wenn wir sie angehen können wir nur wachsen.

liebe Grüsse
Liebe Freunde

Viel reden und weinen...... das sind sicher Wege um mit solch überaus traurigen Situationen halbwegs zu Rande zu kommen.

Als mein Vater 1992 starb, da hab ich mich mit dem Gedanken getröstet, dass er einerseits einen festen Glauben hatte und dass auf dieserWelt wahrscheinlich nicht mehr viel Gutes (er hatte eine kaputte Lunge) auf ihn gewartet hätte. So lag es einzig in Gottes Hand, ihn eine bessere Zukunft in der "nächsten Welt" zu bereiten.

In den Bahai-Schriften fand ich diese hoffnungspendenden Stellen über den Zustand der Seelen nach ihrem Aufstieg in die geistigen Welten Gottes.

……………..……..Das Jenseits ist so verschieden vom Diesseits wie diese Welt von der des Kindes, das noch im Mutterleib ist. ……………………………………………………………………………..Wenn die Seele in die Gegenwart Gottes gelangt, wird sie die Gestalt annehmen, die ihrer Unsterblichkeit am besten ansteht und ihrer himmlischen Wohnstatt würdig ist..........
Baha'u'llah

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh