|
|
|
Hallo Quarion X !
Was genau meinst Du mit einer gefälschten Bibel?
Es gibt die hebräische Bibel, Tenach genannt.
Die christliche Bibel ist nicht ganz identisch mit der hebräischen Bibel.
Es gibt verschiedene Übersetzungen, z.B. die Vulgata, die hat Hieronymus zusammengestellt. Sie hat einige Abweichungen, und die sind bekannt.
Jedoch achten christliche Bibelübersetzungen inzwischen sehr darauf, sich einander anzugleichen. Man sieht in möglichst alten jüdischen Texten nach, was dort geschrieben wurde. So wurde festgestellt, daß der sogenannte masoretische Text weitgehend - bis auf wenige Worte - mit sehr alten gefundenen Texten übereinstimmt. Es gibt auch noch die Septuaginta, die griechische Übersetzung der Bibel. Jedoch wird diese heute kaum benutzt. Sie weicht in etlichen Stellen vom masoretischen Text ab und hat auch stellenweise ganz andere Zeitangaben. Der masoretische Text wurde von jüdischen Schriftgelehrten im 1. Jahrtausend n. Chr. überprüft und redigiert.
Es gibt trotzdem wenige Textstellen, die voneinander abweichen. Jedoch hat das seinen Grund: Auch die alten Texte zeigen solche Abweichungen.
Zu Deiner Bemerkung:
Vorallem das die Urchristlichen Gemeinden vegetarisch (bis auf Fisch) waren hörte ich schon desöfteren.
Man kann in Johannes dem Täufer einen Essener erkennen. Diese trugen weisse Kleider und erhielten bei Aufnahme in die Gemeinschaft eine kleine symbolische Axt überreicht. Johannes der Täufer spricht ja, daß die Axt bereits an die Wurzel der Bäume gelegt sei.
Es ist tatsächlich so, daß die Essener vegetarisch lebten und zusätzlich nur ersatzweise Fisch assen.
Das unterschied sie von denen, die den Tempeldienst ehrten, wo ja geschlachtet wurde und auch Fleisch verzehrt wurde.
Die Essener nannten sich Söhne Gottes und Söhne des Lichtes, alle anderen waren Söhne der Finsternis, also auch die Pharisäer.
Diese griffen sie an, weil sie nach Meinung der Essener das Volk nicht richtig lehrten.
Johannes der Täufer greift in seinen Reden im Evangelium ja auch die Pharisäer an.
Die Bergpredigt Jesu enthält nichts anderes als die Gemeinderegel der Essener. Die Essener waren aber nicht nur Prediger, sondern auch Kämpfer. Sie trugen alle ein Schwert unter dem Mantel, und obwohl sie so eine tolle Gemeinderegel hatten, benutzten sie es auch. Denn diese Gemeinderegel galt nur für Mitglieder der Gemeinschaft, nicht für Aussenstehende und schon gar nicht für Heiden.
Die Urgemeinde Jesu aber waren die Ebioniten in Jerusalem, die ebenfalls von den Essener abstammten. Sie waren für die Heidenmission, lebten aber von den Heidenchristen getrennt und aßen auch nicht mit ihnen zusammen.
Der Name Ebioniten bedeutet "geistlich Arme" oder "Arme um des Geistes willen", diese sind es, die Jesus segnete.
Sie lebten nach kommunistischen Regeln, dies kann man auch in der Apostelgeschichte nachlesen, wenn jeder sein Eigentum verkauft und den Erlös den Aposteln zu Füssen legt und jeder dann das erhält, was er zum Leben braucht.
Paulus hat, nach einigen Notizen in den Paulusbriefen zu schließen, unter den Heidenchristen Geldsammlungen angeordnet und den Heiligen in Jerusalem - den Ebioniten - überbringen lassen.
Es gab aber nicht nur die katholische christliche Kirche in Rom, sondern auch eine ganz große christliche Kirche, die nach Marcion benannt war.
Etwa 50 % aller Christen waren Marcioniten, in manchen Gegenden gab es nur diese Kirchengemeinshcaft vor Ort. Sie hatten den Gott des alten Testamentes ganz verworfen und nannten ihn einen Schöpfer des Bösen.
Aber Marcion wurde um 145 n. Chr. exkommuniziert, seine Kirche sogar verfolgt und schließlich ganz ausgerottet.
Er hatte ein Lukasevangelium ohne GEburtsgeschichte und ohne alle Passagen, die den Gott des AT als Vater Jesu auswiesen, auch hatte er nur 7 Paulusbriefe bei sich, die auch noch kürzer waren als die Briefe, die wir heute kennen.
Man hat um diese Zeit alle Texte, die es gab, auch die von Marcion, in Rom gesammelt und daraus einen Kanon erstellt, der die Basis der heutigen Sammlung des Neuen Testamentes darstellt.
Deshalb sind die Texte in sich so widersprüchlich.
Ähnlich ist es auch in der Bibel zu sehen: Es ist ein Kanon, der anerkannt wurde und der eine Auswahl vieler Texte darstellt, von denen auch etliche verworfen wurden und deshalb verloren gingen, ausgenommen die, die als Bibeltexte anerkannt wurden und besonders sorgfältig aufbewahrt und immer wieder abgeschrieben wurden.
|
|
|