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Die Geborgenheit












Die Geborgenheit

Der Mensch, der fühlen kann, daß hinter allem Gott steht und in allem seine Liebe wirksam ist, wird ihm einen "Blanko-Scheck" ausstellen. Er wird wissen, daß es im Leben nichts gibt, was zufällig wäre. Er wird wissen, daß alles, was in der Welt geschieht, auch dann sinnvoll ist, wenn er den Sinn (noch nicht) begreift. Denn er wird erkannt haben, wie eingeschränkt seine eigene - menschliche - Perspektive ist, aus welcher er das Leben betrachtet. Und er wird gewiss sein, daß Gott immer genau weiß, warum etwas geschieht, und gewiss sein, daß alles, was geschieht, von seiner Liebe gelenkt wird. - Er wird dann - mit Recht - überzeugt sein, daß es keine Mächte im "Himmel" oder auf Erden gibt, die ihm etwas aus Willkür antun können, keinen "Zufall", dem er hilflos ausgeliefert wäre. Er wird einsehen, daß selbst das Unangenehme, Schmerzhafte oder Leidvolle, das ihm widerfährt, sinnvoll ist, weil ihn jedes Ungemach, jedes "Unglück" Gott näher bringt.
Dann hat er aber die entscheidene Wahrheit erkannt: daß Gott unendlich viel besser weiß als er selber, was dem Menschen effektiv gut tut, was für ihn jeweils das Beste ist.
Hat er dies erkannt, so wird er die Bitte des Vaterunser :"Dein Wille geschehe" mit Erleichterung und Freude beten können. - Wenn er nämlich nicht mehr besorgt ist, ob er dies oder jenes auch "richtig" macht, wenn er nicht mehr aus eigener Kraft "vollkommen" werden möchte und schon gar nicht mehr danach trachtet, seinen eigenen Willen überall durchzusetzen, sondern bemüht ist, seinen Willen dem Willen Gottes anzugleichen, so wird er sein Leben - mit allem Streben und allen Ängsten, Mühen und "Lasten" - erleichtert und befreit in Gottes Hand legen können.
Die Gewissheit aber, daß Gott unendlich viel besser weiß, was für einen Menschen das Beste ist, auch dann, wenn er selber es noch nicht erkennen kann, und die Gewissheit, daß alles, was im Leben geschieht, sinnvoll ist, und daß er hinreichend Zeit hat, um seine Entwicklung zu Ende zu führen, geben ihm das Gefühl der Geborgenheit. Er fühlt sich in Gott selbst dann vollständig aufgehoben und geborgen, wenn das, was ihm Gott zumutet, mit Leid und Schmerz behaftet ist.
Denn für den Menschen ist stets das das Beste, was ihn Gott näher bringt. Und alles, was ihn Gott näher bringt, führt durch die Wahrheit."

"Wahrheit ist die Übereinstimmung der Erkenntnis mit der Sache".

Quelle: Anatomie der Seele
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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