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Prophet, Medium, Avatar?
Ein Prophet ist jemand, der durch spirituelle oder religiöse Praktiken eine innere Reinheit erlangt hat, so dass ein höheres Wesen, man mag Gott sagen, oder sein höheres Selbst, ihn als Kanal nutzt und durch ihn hindurch (phasenweise) handelt oder spricht. Er ist also eine Art Medium. Dies mag man auch als Gottesoffenbarer bezeichnen. Auch mag sich dieser Mensch weiter entwickeln und sich dem Wesen nähern, das durch ihn spricht und handelt. So jemand hat durchaus noch ein Ego. Ein Gottverwirklichter hat dagegen sein Ego verbrannt. Er handelt und spricht daher im Einklang mit dem Absoluten. Er ist wie ein breiter Fluss für das Göttliche, das ungehindert durch ihn hindurch handelt und spricht. Solch ein Guru mag für den einen ein Lehrer sein, für den anderen Gott, für den nächsten nur wie ein Mensch erscheinen. Ein Avatar hingegen hat nie ein Ego besessen. Er ist nicht nur ein Kanal, seine (physische) Form ist so von der Göttlichkeit durchdrungen, dass diese Form selbst göttlich ist und zu Gott hinführt. Seine Gegenwart ist eine göttliche Offenbarung. Seine Form und sein Name sind heilig. Ein Guru mag sich zu einem avatarähnlichen Wesen entwickeln, wie es auch Christus war. Baha'u'llah ist für mich ein Gottverwirklichter gewesen und damit "mehr" als der Prophet Mohamed, aber noch nicht wie der avararähnliche Jesus. Doch das ist relativ egal, denn alle haben Gottes Auftrag erfüllt.
Lieber Gruß Vaijanath
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Hallo Vaijanatha,
herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort.
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| klar gehört das Vijnanabhairava zu den tantrischen Schriften, wie auch die Schriften, auf die sich der Kashmir-Shivaismus bezieht, von denen einige allerdings Offenbarungen sind also Shrutis, wie die Shiva Sutras. Die Gleichsetzung mit schwarzer Magie und der Zuordnung zum tamas guna ist schlicht nicht zutreffend. Allerdings sind die heiligen indischen Schriften und ihre Philosophien auch so umfangreich und komplex, dass man nicht alles kennen kann. |
Natürlich kenne ich nicht alle Schriften, da bräuchte man schon hundert Leben. Shiva ist zuständig für die Vernichtung der kosmischen Manifestation, Brahma für dessen Schöpfung und Shri Vishnu ist deren Erhalter. Shiva kontrolliert tama-guna, Brahma raja-guna und Vishnu sattva-guna.
Shri Vishna war vor der Schöpfung, Brahma erschien aus Shri Vishnu und Shiva aus Brahma.
Die Verherung Sada-Shivas ist sicher auf einer weit höheren Ebene als die von (Kala-)Bhairava der wie beispielsweise Mahakali eindeutig eine dämonische Natur hat (tiefstes tama-guna).
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| Es ist sicherlich richtig, dass samadhi im engeren Sinne das bewußte Aufgehen im Absoluten ist. Im weiteren Sinne ist es laut Sanskrit- wörterbuch auf -sam- zurückzuführen, was -Befriedung, in Stille- bedeutet. Also wenn alle Gedankenaktivität (die vrittis oder die vikalpas) zur Ruhe gekommen ist, dann handelt es sich prinzipiell um einen Samadhi-Zustand. (yogash citta vritti nirodah, 1. Sutra der Yoga-Sutras von Patanjali) |
Natürlich vertreten wir hier unterschiedliche Meinungen, da du die Absolute Wahrheit als formlos und unpersönlich betrachtest (brahman).
“Aufgehen im Absoluten” ist sayujyamukti. Hier nun unterscheidet man zwischen zwei Arten. Das Eingehen ins Brahmajioti und das Eingehen in den Paramatma. Laut Bhagavad-Gita ist das Brahmajioti der körperliche Glanz Shri Krishnas („brahmano hi pratishtaham“; BG 14.27).
Patanjalis yoga-sutras beschreiben den Weg des mystischen Yoga und dessen Ziel ist wiederum das Eingehen in den Persönlichen Körper Gottes (Paramatma). Aber diese Arten von mukti betrachtet ein Vaishnava als höllisch da er dann keine Möglichkeit mehr hat der Höchsten Persönlichkeit Gottes zu dienen.
Es gibt weit bessere Arten von mukti, wie salokya-mukti, samipya-mukti, sarupya-mukti und sarshti. Bei diesen Arten von mukti behält das Lebewesen seine Individualität und gibt nur ihr falsches Ego (ahankara) auf.
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| Es ging nur um die prinzipielle Beschreibung der Bewußtseinsvorgänge, um einerseits klar zu machen, all dieses Gerede von Samadhi oder Erleuchtung ist nicht abgehoben, sondern zumindest in Teilaspekten im Alltag nachvollziehbar. Und damit ist es erreichbar. |
In der Vaishnava-Philosophie geht es darum dieses „nirodha“ das vergleichbar ist mit einem vollkommenem Vakuum auszufüllen mit der Absoluten Wahrheit, Shri Krishna („man manah bhava mad bhakto“ BG 9.34). Erst dann kann man wirklich von „samadhi“ sprechen. Diese paar Minuten/Sekunden „samadhi“ sind nicht wirklich samadhi sondern lediglich materielle Spekulation von „samadhi“. Sie sind reine Einbildung und haben nicht das geringste zu tun mit samadhi, da sie materiell sind.
Deiner Philosophie entsprechend müssten Steine samadhi erreicht haben, das Lebewesen ist aber kein toter Stein.
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| Und viele Menschen die sich mit Spiritualität und Religion befassen, glauben sich zwar darüber erhaben, sind da aber ihrem Schatten besonders gut auf den Leim gegangen. Hier kann die Erklärung des Orgasmus als eine Art samadhi-Erfahrung ganz gut helfen. |
In der Vahshnava-Philosophie geht es nicht darum die Sexualität zu verdammen. Und sie als Vergleich heran zuziehen um damit samadhi „verständlich“ zu machen finde ich schlicht weg irreführend.
Wenn wir Sexualität in den Dienst Gottes stellen um damit Gottesbewusste Kinder zu zeugen ist es Bhakti-yoga, wenn wir jedoch einfach nur nach dem „Moment des kurzen Glücks“ jagen um den sexuellen Höhepunkt zu geniessen, verstricken wir uns in Karma das unser Bewusstsein bedeckt. Das eine befreit uns aus Samsara und das andere verstrickt uns in Samsara.
Es wird der Vergleich mit Strom gemacht. Wir können Strom sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen verwenden. Oder mit anderen Worten, wir müssen die Welt nicht negieren und erklären „die Welt ist Illusion (Einbildung)“ = „brahma satyam jagan mithya“. Vielmehr sollten wir sie in den Dienst des Höchsten Herrn stellen in dem wir mit unseren Zungen und Lippen den Höchsten Herrn mit Seinen Namen lobpreisen.
Nicht die Welt ist maya sondern etwas getrennt von Gott (Shrii Krishna) zu sehen.
Gruss
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