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Shivaismus oder Vishnuismus oder Krishnaismus?












Dann noch zum Thema Bhairava.
Du sprichst von tantrischen Schriften die nicht zu den Veden gehören. Die Form Kala-bhairavas, Shiva als der Zerstörer des Universums, wird von Menschen in der Erscheinungsweise von tama-guna (Unwissenheit) verehrt. Im allgemeinen nennt man diese Art der Spiritualität, "schwarze Magie". Damit verurteile ich niemanden, es ist ebenfalls Spiritualität. Und doch sollten wir Unterscheidungsvermögen walten lassen und nicht versuchen alles „in einen Topf werfen“ und als „gleich“ bezeichnen.

Das man die Schattenseiten von sich selbst erkennen sollte, damit bin ich einverstanden, aber nicht das man sie "Gut"-heissen sollte.
Echte Spiritualität bedeutet sie zu transformieren.
Die Veden, und insbesondere der jeweilige Yuga-Avatara, erklären wie wir dies tun können.
Und dann noch etwas sehr wichtiges. Unsere "Schattenseiten" sind keineswegs "Teil von uns" und man sollte meiner Meinung auch nicht versuchen diese zu "integrieren" wie du schreibst. Sie sind lediglich ein Produkt unseres Karmas.
Das Vedanta-Sutra lehrt, "aham brahmasmi", "ich bin spirituelle Seele". Diese ist von reiner und göttlicher Natur.
Dann zum Ausdruck "samadhi".
Samadhi beschreibt die aller höchste Ebene der Gotteserkenntnis. Samadhi ist ein ewiger Zustand, kein zeitweilig, Zustand. Mit anderen Worten, jemand der wirklich Samadhi erreicht hat, ist und bleibt immer in samadhi (und nicht nur für 2 min. am Tag).
Samadhi ist somit nicht mit einem materiellem Bewusstseinszustand, wie Sexualität, oder anderer Sinnenbefriedigung vergleichbar, er ist dem gerade um 180 Grad entgegengesetzt und rein transzendental.

Die ewige spirituelle Seele die sich auf der Suche nach ewigem Glück der Sinnenbefriedigung zuwendet vergisst sich selbst vollkommen. Dies nennt man ahankara, falsches Ego. Sie hat ihr wahres Ego (svarupa), vollkommen vergessen. Und je mehr sie sich in Sinnenbefriedigung verstrickt, je mehr vergisst sie sich selbst und die Beziehung die sie mit der Höchsten Persönlichkeit Gottes hat. Sexueller Genuss ist dabei einer der Haupthinderungsgründe auf dem Pfad zur Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis, denn wir sind nicht der Körper den wir da versuchen zu geniessen.
Tantrische Methoden die versuchen die Lust zu transformieren sind Sackgassen. Selbst im Kamasutra wird gelehrt das das Ziel es ist Sexualität (auch in Gedanken), auf zu geben.
Eben gerade an der Fähigkeit auf Sexualität zu verzichten erkennt man den ernsthaften Spiritualisten. Er kann darauf verzichten weil er auf einer höheren Ebene transzendentale Freude geniesst, die weitaus grösser ist. Weil wir ewige Persönlichkeiten sind, gehört Genuss immer zu unserem Selbst. Aber die in Illusion versetzte Seele versucht auf der falschen, körperlichen Ebene zu geniessen.

Gruss
Zitat:
Gottesoffenbarung ist keinesfalls wertlos! Der Gottesoffenbarer bringt uns ja das Wort Gottes! Natürlich kann man den Gottesoffenbarer von Angesicht zu Angesicht sehen. Die Wahrheit, die er bringt, richtet sich immer nach der geistigen Reife der Menschheit. Es ist natürlich immer dieselbe Wahrheit, aber aufbauend auf die geistige Reife wird immer ein wenig mehr vom 'Schleier' entfernt. Baha'i nennen das Fortschreitende Gottesoffenbarung. Dein Beispiel mit der Leiter war da sehr gut!

Liebe Grüße!


Hallo minou,

Ich habe nicht davon gesprochen das man den Gottesoffenbarer von Angesicht zu Angesicht sieht, sondern Gott selbst. Das ist Zugegebenerweise eine sehr hohe Ebene.

Wie würdest du „Gottesoffenbarer“ definieren?

Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita, das der Spirituelle Meister dem ernsthaften Schüler die Wahrheit offenbaren kann. (siehe BG 4.34).
Das sollte nicht so missverstanden werden, das Offenbarung „vom Himmel fällt“. Der Spirituelle Meister offenbart uns Wissen. Dieses Wissen ermöglicht es uns, eine spirituelle Praxis mit grossem Vertrauen auf zu nehmen. Durch die Praxis wird unser Bewusstsein klarer und so können wir sehr schnell Fortschritt machen.
Der Spirituelle Meister ist ein Vertreter Gottes aber nicht Gott selbst.
Zuerst erlangen wir Selbsterkenntnis und am Schluss offenbart sich die Höchste Persönlichkeit Gottes uns selbst. Vergleichbar mit dem Sonnenaufgang. Am Anfang sind wir in tiefster Unwissenheit (Dunkelheit). In der Morgendämmerung können wir plötzlich die Dinge um uns und uns selbst erkennen und schlussendlich sehen wir die Sonne selbst. Wir können die „Sonne“ nicht zwingen sichtbar zu werden (es gibt keine Selbstbefreiung).

Dann noch zum Thema „Praxis“.
In den Veden finden wir dazu folgendes:
Zitat:
„Was im Zeitalter des Satya-yuga durch Meditation über Vishnu erreicht wurde, im Treta-yuga durch aufwendige Opferzeremonien und im Dvapara-yuga durch Bildgestaltenverehrung, ist im Kali-yuga durch das Singen der Namen Krishnas erhältlich.“ (Shrimad Bhagavatam 12.2.52)

Das Kali-yuga begann vor mehr als 5100 Jahren.
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