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@jivatma
Lieber Jivatma,
wie in den vorigen Postings, ist das was wir gemein haben deutlich mehr als das, was uns trennt. Gott ist Persönlichkeit, ja. Doch sehe ich auch die unpersönlichen Aspekte. Diese widersprechen meines Ermessens aber nicht dem Persönlichkeitsaspekt. Persönlichkeit bedeutet für uns doch auch Individualität, etwas Eigenes, etwas das von anderen abhebt. Da Gott jedoch die Verschiedenheit transzendiert, ja Einer ist, sind diese individuellen Aspekte von Persönlichkeit nicht mehr vorhanden. Da Er aber quasi das ersehnte Gegenstück zu unserer Persönlichkeit wiederspiegelt, der Tochter ist Er der Vater, der Mutter der Sohn, dem Freund der Freund, scheint Er Persönlichkeit zu haben.
Wie gesagt, für mich ist es keine wichtige Frage, Gott in die eine oder andere Schublade stecken zu können, wie "persönliches Gottesbild" oder "unpersönliches Gottesbild", für mich ist Er problemlos beides oder auch jenseits von allen Konzepten.
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@jivatma und nasruddin (and to whom it may concern, also jeder ist selbstverständlich willkommen, darauf zu antworten)
Eine Frage die mir wichtiger erscheint: Warum sollen wir, nach dem Verständnis der Veden, Gutes tun, den Nächsten achten,den Bedürftigen helfen?
Nur um gutes Karma für uns zu erzeugen? (das ist ja dann nicht besonders selbstlos, oder?) Oder weil wir damit Gott in Form unserer Nächsten dienen? Heißt es nicht: Das was du dem Geringsten tust, das tust du mir? (das wird von mir favorisiert.)
Es gibt ja auch Leute, die sich auf den Buddhismus und die Veden berufen, die da sagen, ich sollte mich nicht in das Karma anderer Menschen einmischen. Und sie sehen schlicht an dem Leid der Menschen vorbei.
Das andere Extrem sind oft Christen, die ihren Glauben so verstehen, dass sie sich um alles Leid in dieser Welt kümmern müssen und ihr letzte Hemd wegschenken. Und bevor sie nicht das getan haben, erlauben sie sich nicht Freude im eigenen Körper und in der eigenen Welt zu haben.
Oder anders: Sollen wir so weit gehen, unseren Feind zu lieben? Und die andere Wange hinhalten? (Viele Muslime sehen darin ja ein wenig Blödheit der Christen.)
Wo stehen da die Veden, der Islam, die Christen? Wo gibt es Verbindungen oder gar Gemeinsamkeiten?
Lieber Gruß Vaijanath
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@Alanna
| Zitat: |
| Ich glaube, wenn es einem gut geht, hat man automatisch das Bedürfnis, auch andere glücklich zu machen. |
Liebe Alanna,
Dein o. zitierter Satz scheint mir eine Kernaussage zu beinhalten. In dem Maße wie ich mit anderen Menschen mitfühle, sie achte, sie liebe, in dem Maße wird mein Wohl an dem Ihren hängen. Ich werde glücklich sein, wenn sie glücklich sind. Das führt zur Selbstlosigkeit der Handlung, im Yoga ist das "Nicht an den Früchten der Handlung hängen", "Zum unbeteiligten Zeugen werden", "alles in Gleichmut annehmen können, Leid, Freude" um zum unwandelbaren Kern im Inneren zu werden.
Der spritiuelle Prozess im Außen ist unmkittelbar auch der spirituelle Prozess im Inneren des Menschen. Das Außen ist der Spiegel des Innen, wie ja auch die Psychologie sagt. Der K-Shivaismus spricht ja sogar davon, dass die Welt vor unseren Augen nur unsere Projektion ist.
Lieber Gruß Vaijanath
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@Gabriele
Liebe Gabriele,
Du schreibst :
| Zitat: |
| Im Grunde genommen befruchten wir uns alle gegenseitig durch einen Dialog, die Meinung des anderen zulassend - alles durchdenkend - sich fragend - darüber nachsinnend, wo denn des Rätsels letzter Schluß ist. |
In dem Roman: "Die Prophezeihungen von Celestine" wird von zehn Erkenntnissen gesprochen. Eine davon ist, dass jeder Mensch, dem wir begegnen, eine Botschaft für uns hat. Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich die Welt verändert, wenn wir die Schönheit und Vollkommenheit im Nächsten sehen können. Wenn wir mit Achtung und ein Stück Liebe einander zuhören, so wachsen wir zu mehr als der Summe von Teilen zusammen, dann wird, so glaube ich fest, Gott unter uns sein. Es wird das passieren, was Jesus zu seinen Jüngern sagte: "Wenn Ihr in meinem Namen zusammenkommt, dann werde ich unter Euch sein."
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Der Solipismus erinnert mich an die Auslegung der Veden, dass die Welt nur Illusion, Maya sei. Doch dabei scheinen sie genau etwas vergessen zu haben.
Milan Machovec:
| Zitat: |
| "Kein Ding auf diesem Planeten und selbst anderswo hat einen Sinn in sich, nicht einmal ein belebtes Ding". Dinge fallen in die Kategorie "Sein", der Sinn jedoch in die Kategorie "Beziehung"." |
Diesen Satz finde ich bemerkenswert. Man könnte weiter argumentieren: Die Beziehung des großen Ganzen ist der Höchste Sinn. Oder wie die Buddhisten sagen: Alles zu einem Blatt zusammenschlagen. Gott hat auch nur einen Sinn in seiner Beziehung zum Menschen.
In "Vom Geist der Sonne" spricht der Geist Christi davon, dass es heute gilt, sich von den etablierten Religionen zu lösen. Es gehe also nicht um eine Reformation des Christentums oder der Gründung einer Weltreligion, sondern darum, dass der Mensch endlich anfängt, seinen Glauben zu leben, insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich, anstelle sich großartige Theorien und Glaubensbekenntnisse aufs Hemd zu schreiben. Eben Menschlichkeit zu leben.
Die Funktion des Forums sehe ich darin, dass wir erkennen, es gibt grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen und Auffassungen. Und den gemeinsamen Kern zu erkennen, gibt mir mehr Kraft meinen Glauben in meinem Leben umzusetzen. Auf dass das Herz auf der Zunge liege, der Glauben zum Leben werde, und das Licht Gottes lebendig vor und hinter meinen Augen sichtbar wird. (Sorry ist ein bischen arg pathetisch geworden.)
Lieber Gruß Vaijanath
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