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@ nasruddin
Lieber Freund, Du schreibst:
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Können diese Tage und Jahre 1000 und 50000 irgendwie nach eurem System benannt werden?
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Ich persönlich glaube nicht unbedingt, dass sich diese Jahresangaben direkt auf unsere physikalisch sog. objektiv gemessene Zeit so einfach übertragen lassen. In den Veden wird sogar der kürzeste Zeitabschnitt bestimmt, den es gebe, der aber mit dem pyhsikalisch kürzesten Zeitabschnitt (ergibt sich aus quantentheoretischen Gründen + der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit) um ein zwei Zehnerpotenzen nicht übereinstimmt. Es ist allerdings sehr erstaunlich, dass man in den Jahrtausende alten Schriften überhaupt einen Zeitraum von vielleicht 10 hoch minus 12 Sekunden bis 10 hoch 16 Jahren, d.h. ca. 28 Zehnerpotenzen (wird so genau nicht stimmen) bezeichnet, eine Spanne die weit jenseits jeder menschlichen Erfahrung in beide Richtungen ist.
Lieber Gruß Vaijanath
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@Jivatma
Lieber Jivatma,
Mit fast allem, was Du geschrieben hast, gehe ich völlig konform.
Einiges ist auch neu für mich und ich finde es sehr interessant und es bereichtert mich.
Frage: Du sprichst übrigens auch von der Rückkehr der Seelen in Paramavishnu. Wo ist da ein Unterschied zur Einswerdung, so wie wenn ein Tropfen sich in den Ozean ergießt?
Und habe ich es recht verstanden, die Seelen lebten am Anfang schon in Vaikunta? Heißt das, sie gingen also nie aus Gott hervor? Es ist wohl so zu verstehen, dass sie aus Gott hervorgingen aber dann zunächst in Vaikunta waren, schließlich entschiedenen sie sich, sich der Maya zu unterwerfen und inkarnierten in der materiellen Welt. Korrekt?
Nun, dann gibt es da keinerlei Kontroversen zwischen unseren Standpunkten, vieleicht gebrauchen wir verschiedene Bilder und Worte, meinen aber das selbe.
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Auf meine Frage
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Zitat:
Würde mich über Antworten von allen zu diesen Fragen freuen. Was ist die für Euch geradlinigste und/oder "schönste" Religionsphilosophie. Was wollt und könnt Ihr glauben?. |
antwortest Du
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Bei uns geht es nicht um „Glauben“.
Glauben ist Theorie und wenn dahinter keine Philosophie ist, ist es gar blinder Glaube. |
Zum Glauben: All das, auch Philosophien, sind zunächst einmal Konzepte. Es geht mir allerdings auch so, dass ein Teil davon schon meine Erfahrung ist, ein Teil ergibt sich daraus logisch, einen Teil halten wir für ganz sicher und unumstößlich (Überzeugung) und einen weiteren Teil nehmen wir an und zweifeln nicht mehr daran (Glaube). Das ist also ein Kontinuum vom direkten Wissen zum theoretischen Glauben und wir streben danach, dass wir das was wir glauben, schließlich auch wissen oder es werden. Und das geht oft nur, wenn wir für die Erfahrung die Zweifel eine zeitlang aufgeben.
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Zwei Haltungen können uns aber daran hindern voranzukommen und zum Stillstand führen. 1) Wir wähnen uns schon dort, wo wir hinwollen und 2) Wir denken, es lohnt sich gar nicht erst loszugehen, denn wir meinen, das schaffen wir nie. (1+2 schließen sich übrigens nicht aus)
Zweifel sind das Mittel um Punkt 1 zu überwinden und deshalb ein Segen. Verdrängen wir die Zweifel, so kommt es zum langdauernden Stillstand. Wenn wir Zweifel dagegen zulassen, dann ist dies nicht Ausdruck von Schwäche, sondern der Stärke die eigenen Konzepte und damit letztlich das eigene Ego zu hinterfragen, denn unser Ego ist ja auch nichts anderes als ein Konzept, ein sehr mächtiges Konzept.
Ziel ist es also, Zweifel zu gegebener Zeit zuzulassen und wahrzunehmen. Zu hinterfragen und wieder zu anderer Zeit diese Zweifel loszulassen um Erleben zu können und zu sein.
Im Gespräch mit anderen ist es außerdem für diese oft irritierend, wenn wir alle diese Konzepte ohne wenn und aber mit der Gewissheit, als wäre es unsere eigene Erfahrung, darstellen. Das wirkt sektiererisch. Wir sind alle (noch) nicht so vollkommen, dass wir uns keine Zweifel erlauben dürfen. Das ist nicht nur menschlich (und wahre Menschen sollen wir doch werden), sondern auch notwendig! Bedeutet Hingabe nicht auch, Gott vor uns in unserem Nächsten und die Welt hier vor uns als unsere von Gott gestellte Aufgabe zu sehen?
Lieber Gruß Vaijanath
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@gabriele und alle
Liebe Mitdiskutanten und -onkels,
Gabriele brachte mich auf eine weitere wichtige Frage. Bisher diskutierten wir über Religionsphilosopie, die den einzelnen Menschen erhebt. Also für uns selbst ist.
Es gibt esoterische Richtungen, die einen ganz anderen Ansatz haben. Sie sagen, es gibt keine individuelle Erlösung, solange nicht das Kollektiv, die Weltseele erhoben wird. Also der Gedanke:
Ich ziehe mich in die Einsiedelei zurück und suche nach meiner eigenen Erleuchtung und lasse die durchgeknallte Welt hinter mir, denn es ist mir schlicht Wurscht was mit diesen Hanseln passiert, die den ganzen Irrsinn mitmachen. Ich seil mich für meinen Teil ab.
würde niemals funktionieren. Nur die tätige Nächstenliebe funktioniere und würde uns alle und damit uns persönlich befreien können.
Vermutlich liegt die Wahrheit in der Mitte, wie immer. Aber was meint Ihr zu diesen extremen Positionen aufgrund Eures Wissens, Eurer Erfahrung und Eurem Glauben und den Euch bekannten Schriften?
Lieber Gruß Vaijanath
(Ps. Bin zwei Tage weg)
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