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Shivaismus oder Vishnuismus oder Krishnaismus?












Irgendwie hab ich gerade den Eindruck, dass es sich da nur um Begrifflichkeiten handelt. Geht es bei Fülle und bei Leere nicht auf dasselbe hinaus? Und Gott ist doch die Fülle. Ja, natürlich wird nichts aus der Leere in dem Sinn geschaffen, aber es IST doch alles die Leere oder nicht? Andersrum genauso - alles ist das Vollkommene.
Ich will jetzt keine Behauptung aufstellen mir kommt es nur so vor, als ob sich diese beiden Philosophien im Kern nicht wiedersprechen. Ich hab eher den Eindruck, dass Buddha dafür gesorgt hat, dass festgefahrenen Riten wieder auf den Grund gegangen wird und nicht alles nur äußerlich bleibt. Kann das sein?
lg
Buddhismus ist ein gut sortierter Werkzeugkasten - mehr nicht. Buddha lehrte wie man erleuchtet wird, nicht wie die Welt ist.

Insofern ist die letztendliche Wahrheit nicht mit Worten zu beschreiben sondern nur Erfahrbar, einige Begrifflichkeit erleichtern es einem diese Wahrheit zu finden andere erschweren es. Meiner Meinung nach ist die Anbetung eines Gottes und der Wunsch bei ihm zu sein ein anderes Ziel als Nirvana, beide erreichbar, aber dennoch unterschiedlich.
Hallo Leer,

Zitat:
Das ist so nicht ganz richtig, denn zunächst mal kennt Buddhismus den Begriff "feinstofflich" nicht. Den Mensch machen die khandhas aus, der Körper, Empfindungen, Wahrnehmungen, Geistesregungen und das Bewusstsein. Das Bewusstsein wandert auch nicht von Körper zu Körper, sondern er zündet im nächsten Körper ein neues Bewusstsein, dass nicht mit dem ersten identisch ist.


Unter "feinstofflich" (Geist/Verstand/Intellekt) wird etwas materiell Vergängliches verstanden. Aus dem Geist entwickeln sich Wünsche die wir dann versuchen zu befriedigen. Der Geist ist aber nicht beständig er wandelt sich ständig. Unter Kanda versteht man im Hinduismus "Ebene der Aktivität", das scheint mir eine ähnliche Bedeutung zu haben wie du es oben beschreibst.

Zitat:
Zitat:
Zitat:
Der Rest ist gleich wie im Buddhismus, also was Karma, Samsara und so weiter betrifft.

Soviel ich weiß wird Karma im Hinduismus durch die Wirkung der Tat bestimmt, im Buddhismus durch die Motivation.


Im Hinduismus ist beides bedeutend. Die Wirkung/Reaktion einer Tat wird vorallem durch das Motiv erzeugt. Tätig zu sein bedeutet ein Motiv zu haben. Selbst Atmen setzt ein Motiv voraus.
Wenn ich beispielsweise etwas Esse um meinen Körper zu erhalten ohne anderen Lebewesen Leid zuzufügen oder wenn ich etwas esse und mir das eben bewusst oder unbewusst gleichgültig ist. Auch Ignoranz/Unwissenheit setzt ein Motiv voraus.
Gruss
Hallo Alanna,

Zitat:
... Ich hab eher den Eindruck, dass Buddha dafür gesorgt hat, dass festgefahrenen Riten wieder auf den Grund gegangen wird und nicht alles nur äußerlich bleibt. Kann das sein?


Aus vedischer Sicht kommst du der Antwort sehr nahe.
Die vedische Aussage ist in Kürze wie folgt.

Buddha ist eine Inkarnation Shri Vishnus. Sein Erscheinen wird im Bhagavata Purana 1.3.24 im Detail prophezeit.
Der historische Hintergrund ist wie folgt. In den Veden werden Tieropfer beschrieben. Diese Tieropfer sind ursprünglich einerseits dazu gedacht die Fähigkeit der Priester zu prüfen. Man nahm ein altes krankes Tier betäubte es durch das Aussprechen von Mantras und opferte es im Feuer. Daraufhin bekam die Seele des Tieres wieder einen neuen jungen Tierkörper. Somit gab es bei einem solchen Opfer nur Gewinner. Niemand kam auf die Idee das Fleisch zu essen.
Gleichzeitig wird in den Veden jedoch erklärt das in unserem Zeitalter (Kali-yuga) Tieropfer untersagt sind. Mit der Zeit ging die Reinheit der Priesterkaste (Brahmana) verloren, da sie sich nicht mehr an die Regulierenden Prinzipien des Yoga hielten - sie verloren ihre spirituelle Macht. Nun strebten sie nach weltlicher Macht und führten Tieropfer in grossem Stil durch. Oder mit anderen Worten, sie machten die Tempel zu Schlachthöfen. So war es allem Anschein auch zu Zeiten Christi in Jerusalem.
Buddha erschien aus Mitleid gegenüber den Tieren UND aus Mitleid gegenüber ihren Peinigern. Er verwarf die Veden um den Menschen zuerst einmal wieder auf den Pfad der Tugend zu führen (Gewaltlosigkeit / ahimsa).

Später erschien dann eine Inkarnation Shivas, Shankaracarya (686 AD), der bereits im Alter von acht Jahren die Veden studiert hatte und besiegte alle grossen Gelehrten der damaligen Zeit. Mit zwölf Jahren war er bereits ein grosser Meister und blieb ungeschlagen in allen Debatten! Shankaracarya führte das damalig buddhistische Indien wieder zurück zu den Veden mit seiner Mayavada-Philosophie, technisch als "kevaladvaita" bekannt (ausschließlicher Monismus). Diese Lehre besagt das die materielle Manifestation nur Illusion ist und keine Wahrheit besitzt. Deshalb "Maya-vada", die "Lehre der Illusion". Nun studierten die Menschen wieder die Veden, jedoch mit einer monistischen Weltsicht. Mit 33 Jahren verließ Shankaracarya die Welt wieder.
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