|
|
|
Als wir mittags ankamen, sollten wir so wie wir waren sofort zum Essen in den Garten kommen. Dort saß Baba und ich traute meinen Augen nicht. Dort saß Ich. In einem irgendwie fremden doch auch wiederum vertrauten Körper saß Ich als Balasai Baba vor mir und wenn ich die Augen schloss saß er genau so auch in meinem Herzen, völlig lebendig und real. Da waren also Drei. Ich, der in meinem Herzen und der dort vor mir und alle waren Ich. Schließlich konnten wir am Ende zu Ihm gehen und Ihn begrüßen. In der traditionellen indischen Weise verbeugten wir uns und als ich hochkam, reichte Er mit Seiner Hand an meine Wange, streichelte sie und sagte: Ich werde Dich nie mehr verlassen. Er berührte nicht nur meine Wange damit, sondern auch mein Herz, denn seit dem Tod von Muktananda war da eine Leere geblieben.
An dieser Stelle merke ich, dass es sooo unglaublich viel ist, das in diesen Jahren und bei den Begegnungen passiert ist, dass das einfach nicht in Worte gefasst werden kann.
Er ist auch Mensch, sicher. Er zeigt auch dass er Mensch ist. Doch wenn man sich in der Begegnung mit Ihm zu sehr darauf verläßt, dass er eben berechenbar wie ein Mensch ist, überrascht er einen wieder und läßt einen wieder wach werden. So erwähnt Er ganz nebenbei im Gespräch geheime Gedanken, die einen beschäftigen, und beantwortet diese gleich, oder er nimmt klar bezug auf ein Gespräch, das man am abend vorher mit jemand anderem Geführt hatte.
|
|
|
|
Mit den Tagen, die man im Ashram verbringt, stellt man langsam fest, dass man in einen Zustand der Leichtigkeit und des Lichts gleitet. Ja, Balasais bloße Gegenwart ist ein Jungbrunnen für die Seele, ist wie flüssiges Gold, berauschende Liebe, die überfließen will und die man mit der Welt teilen möchte. Seine Präsenz durchdringt den ganzen Ashram. Und es ist so leicht und man lacht so viel von Herzen und Er hat Humoooor!
So das sollte genügen. Die Guru-Schüler-Beziehung ist eben ein Erleben. Sicher ein subjektives Erleben, das mir, meiner Ganzheit aus Verstand und Herz die Gewissheit gibt, dass ich dort richtig bin. Mein ganzes Leben spannt sich für mich auf wie ein Bogen und ich sehe dass Balasai Baba in genau der Linie liegt, die mein Leben seit der Kindheit für mich vorgesehen hat. Und sicherlich wird das nicht für jeden so sein. Missionieren macht keinen Sinn, denn das ist meine ganz persönliche Wahrheit. Doch es gibt letztlich nur eine persönliche subjektive Wahrheit.
Lieber Gruß Vaijanath
|
|
|
|
@nasruddin
Lieber Seelenfreund,
Versuche es doch mal mit -Autobiographie eines Yogis- und/oder -Religion als Wissenschaft-, beides von Yogananda. Sehr grundlegende Werke.
Lieber Gruß Vaijanath
|
|
|
|
@vaijanath
Werde ich mir merken. Vielleicht. Weiss es nicht...
Ich warte im Moment auf Meister Eckhard.
Eine Pflichtübung das ich zu lange vernachlässigt und meine Augen davor geschlossen habe.
Das mit der Leere im Herzen kenne ich. Bin aber nach einer Aktion die mir wiederfahren ist, dass es für mich richtig ist.
Es macht mich sehr sehr objektiv. Ich kann nicht sagen, dass ich keine Gefühle hätte. Ganz im Gegenteil ich spüre viel Mitgefühl mit denjenigen ausserhalb von mir.
Aber es ist eine Objektivität da, die ich mit vollem Herzen wohl nicht hätte.
Deshalb bin ich für manche Menschen widersprüchlich und mache zu viel kapriolen.
Es kommt bei mir eben das rein was in den leeren Topf kommt. Und wenn es nicht leer wäre, dann könnte es auch nicht reinkommen...
Oder so ähnlich wie ich Fühle...
Deine Geschichte macht mir freude. Irina Tweedi schreibt in Ihrem Tagebuch ähnliches. Buch ist Dick und wartet auf die rechte Zeit.
Gruss
Nasruddin
|
|
|
|
@nasruddin
Lieber Seelenfreund,
| Zitat: |
Das mit der Leere im Herzen kenne ich. Bin aber nach einer Aktion die mir wiederfahren ist, dass es für mich richtig ist.
|
Die Aktion und für Dich richtig, verstehe ich nicht so ganz.
Tweedy habe ich nicht gelesen, nur davon gehört. Es handelt sich auch um eine Meister-Schüler Beziehung, allerdings ist die Lehre durch die sie geht wohl außerordentlich....
Ich hörte, dass in früheren Zeiten auch bei den Sufis es Meister und Schülerbeziehungen gegeben haben soll.
Als ich einmal längere Zeit nicht bei Balasai Baba gewesen bin und wieder zu ihm kam, da sprach er mich an und meinte: "Du bist schon länger nicht mehr hier gewesen." Dann sah er ein wenig nach innen und fügte hinzu: "Du hast aber Kontakt zum Formlosen gehabt, das ist auch gut, das ist genauso gut."
Also nicht jeder braucht so einen Meister. Es ist gut, ja genauso gut.
Lieber Gruß Vaijanath
|
|
|