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Shivaismus oder Vishnuismus oder Krishnaismus?












Zitat:
Es ist doch ein großer Unterschied, ob sich jemand zu Gott erklärt, oder ob er Gott verwirklicht hat. Ein Wesen, das so in Gott eingegangen ist, wie ich es verstehe, wird zum Diener aller Wesen und nicht zum Oberhaupt. So jemand hat kein Ego mehr, oder wenn man so will ist sein Ich die ganze Schöpfung. Er sieht sich in anderen Menschen genauso wie in dem Körper, den er bewohnt. Mir scheint, dass Du dieses Konzept nicht verstehst, wie es gemeint ist und auch nicht wie diese Heiligen (in meinen Augen) es und sich selbst verstehen.


Doch ich verstehe dieses Konzept sehr genau. Es gibt nur einen sehr kleinen Unterschied ob jemand erklärt „ich bin Gott“ oder „ich bin in Gott eingegangen". Der eine behauptet ein Avatar zu sein und der andere behauptet ein Avatar geworden zu sein.
Wie will er Gott dienen wenn er in Gott eingegangen ist?
Dienen bedeutet das es einen Diener und einen Bedienten gibt. Einen Verehrer und einen Verehrten. Einen Betenden und einen Angebeteten.
Wie sieht der Dienst eines solchen Menschen an der Menschheit aus?

Ich frage dich nochmals; können diese Gurus die von sich behaupten sie hätten „Gott verwirklicht“ (in Gott eingegangen) ihre Behauptung auch unter erkennbaren Beweis stellen?
Nein das können sie nicht.
Und wieso werden sie dann trotzdem akzeptiert?
Weil die unschuldigen Nachfolger dieser Scheingurus nicht wissen was „Gott“ überhaupt ist.
Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita in Vers 15.15 das die Veden den Zweck haben Ihn, Gott zu verstehen. Daraus ist klar ersichtlich, das ein echter Guru seinen Schüler zuerst einmal die Veden studieren lässt.
So das dieser beispielsweise den Unterschied zwischen der Höchsten Persönlichkeit Gottes und den Ihm untergeordneten Lebewesen versteht.
Die Bhagavad-Gita hat 5 Hauptthemen:
Bhagavan = die Höchste Persönlichkeit Gottes
Jiva = die Lebewesen
Prakriti = die materielle Natur
Karma = Handlung
Kala = Zeit

Der echte Guru ist in der vedischen Kultur dazu aufgefordert das er alle Erklärungen die er seinem Schüler gibt auch mit Zitaten aus den Veden unter Beweis stellt. Auf diese Weise hat der Schüler bereits schon am Anfang eine gewisse Sicherheit das er nicht einem falschen Lehrer folgt.
Später kommen dann natürlich viele tiefere Verwirklichungen hinzu die eine tiefe Beziehung ermöglichen die von ganz anderer Natur sind als nur "Vertrauen was geschrieben steht".

Gruss
Hallo nasruddin,
das Thema ist nicht so einfach zu verstehen wie man meinen könnte.

Zitat:
Lieber Jivatma. Ich verstehe Deine Logik nicht ganz.
Du schreibst über Bücher, Schriften und Formen.

Dann plötzlich stellt Du Deine Person und Deine Ansicht in der Vordergrund. Und machst einen Urteil relativ von Dir zu den Anderen.


Ich stelle nicht mich und meine Ansicht in den Vordergrund sondern vergleiche mit Vaijnatha nur zwei Philosophien (Advaita-vedanta und Vaishnava-vedanta; Unpersönlichkeitsphilosophie vs. Persönlichkeitsphilosophie) Denn die Veden erklären das Gott 3 Aspekte hat, einen unpersönlichen (Brahman), einen alldurchdringenden (Paramatma) und einen persönlichen (Bhagavan) der der Ursprung der beiden anderen Aspekte ist.
In der Bhagavad-Gita werden somit verschiedene Pfade beschrieben die verschiedene Ziele anstreben. Somit streben nicht alle Religionen nach dem gleichen Ziel obwohl alle von „Gott“ sprechen.

Man unterscheidet 4 Gruppen von Menschen/Suchenden:

1. Karmi = jemand der sich mit fruchtbringenden Handlungen beschäftigt. Diese werden zweifach unterteilt. Diejenigen die fromm handeln (im Einklang mit den Schriften), und diejenigen die sich nicht um die Schriften kümmern. Beide ob fromm oder unfromm streben nach materiellem Genuss. Die Frommen um in der Zukunft ein Leben voller himmlischer Freuden zu geniessen und die anderen um sofort im hier und jetzt zu geniessen.
2. Gijani = jemand der sich mit philosophischer Spekulation beschäftigt um in den körperlichen Glanz der Höchsten Persönlichkeit Gottes (Brahman) einzugehen. Diese Personen haben kein Interesse mehr das Leben zu geniessen da sie eingesehen haben das all das Streben nach materiellem Genuss sie nur mehr und mehr in materielle Tätigkeiten verstrickt = Samsara.
3. Yogis = jemand der nach mystischen Vollkommenheiten strebt. Diese werden ebenfalls in zwei Gruppen unterteilt. Erstens diejenigen die einfach nur besser und ausgiebiger geniessen wollen in dem sie beispielsweise die mystische Fähigkeit erlangen jeden Ort in diesem Universum zu erreichen. Unde die anderen, die das höchste Ziel der Yogis, in den Paramatma, der alles durchdringenden Überseele der Höchsten Persönlichkeit Gottes einzugehen.
4. Bhakta = jemand der der Höchsten Persönlichkeit Gottes motivlos dient, ohne die Ergebnisse seiner guten Taten geniessen zu wollen

Sowohl der Karmi als auch der Gijani und Yogi haben immer noch eigene Wünsche. Der Karmi hat den Wunsch die materielle Welt zu geniessen (bhukti), der Gijani aus der materiellen Welt zu entkommen (mukti) und der Yogi strebt nach mystischen Vollkommenheiten (siddhi).
Nur der Bhakta hat alle Wünsche aufgegeben, er strebt weder nach bhukti noch nach mukti noch nach siddhi. Sein einziges Streben ist es, selbstlos Leben für Leben der Höchsten Persönlichkeit Gottes zu dienen. (das nennt sich Bhakti-yoga).

Gruss
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion

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