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Ja Gott hat die Welt aus sich heraus geschaffen. Er ist gemäß des Kashmir Shivaismus, der Erschaffer, der Plan und das Baumaterial seiner Schöpfung.
Am Anfang war Gott. Und in einer ersten Rührung wurde Gott sich seiner selbst bewußt. Dieser Vorgang wird mit Aufwachen eines Menschen verglichen, der aus der Selbstvergessenheit des Schlafes sich selbst bewußt wird und er noch nicht die Welt um sich herum wahrnimmt. Gott wird sich seiner selbst bewußt und damit teilt sich die Welt in eine erste Zweiheit, wobei dies nur eine scheinbare, imaginäre Trennung ist, denn Gott ist sich Seiner Einheit und Vollkommenheit gänzlich bewußt. Er erkennt: Ich bin Das, (oder auch Ich bin Ich, vergleiche mit der Bibel: Ich bin der ich bin) Das universelle Subjekt erkennt das universelle Objekt. Diese Zweiheit zieht sich durch die gesamte Schöpfung: Das Ich ist der allem immanente Beobachter, Shiva, Yin, das männliche Prinzip, Sat, das Subjekt, der Atman, der Purusha, die Seele. Das Das ist das Objekt, Shakti, Yang, der weibliche Aspekt, Chitti, das dynamische Prinzip, das alles in diesem Universum formt, Mahakundalini, Uma, Prakriti, die Natur, Mutter Erde.
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Dieses sich selbst Bewußtwerden wird im Tantra dadurch symbolisiert, dass Shiva sich einen Spiegel vorhält. Er betrachtet sein Spiegelbild und sagt sich Ich bin das, mit dem ganzen Wissen, dass er der Vollkommene auch das vollkommene Bild im Spiegel ist. Dann schwappt die Bewußtheit auf das Objekt: Das bin Ich um wieder in ein Gleichgewicht zu finden.
So wie eine erste Anregung auf einer Wasseroberfläche nach einer ersten großen Unruhe in viele kleine Schwingungen zerbricht, zerbricht nun der Spiegel und damit das Bild darin in unzählige kleine Bruchstücke. Im Vedanta ist das der Beginn der Schöpfung, wenn Brahman sagt Ich bin Einer ich will Viele werden. Das ist die Ebene in der die individuellen Seelen erschaffen werden.
Betrachten wir nun beide Aspekte, das universelle Subjekt, Shiva und das Objekt, so ist Shiva nicht zerbrochen. Der inner Kern unseres Seins ist stets vollkommen und Eins mit dem Höchsten. Doch unser ehemals ungetrübtes und vollkommenes Spiegelbild ist zerbrochen. Wir erkennen uns nur noch als Teil des Ganzen. Und ebenso sind all die Fähigkeiten Gottes wie Allwissenheit, Allgegenwart, Allmacht, Glückseligkeit zerborchen in unser begrenztes Wissen unsere begrenzte Macht, unsere begrenzte Gegenwart unser begrenztes Vermögen Glück zu empfinden.
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Damit ist die Ebene der feinstofflichen Funktionsorgane unserer Seele erschaffen, ein prinzipiell funktionstüchtiges aber köperloses Ich, ein kleiner Gott(esfunken) in seinem kleinen Universum.
Die geistigen Funktionsorgane erschaffen sich (wir besitzen ja immer noch die Macht Gottes, also auch zu erschaffen, wenn auch in begrenzter Form) die feinstofflichen Organe und den feinstofflichen Körper und als Kollektivbewußtsein die feinstofflichen Welten wie Himmel und Hölle und andere geistige Existenz-Ebenen.
Schließlich verlangt es den Menschen nach noch gröberer Schwingung und er inkarniert in einem fleischlichen Körper und die materielle Welt wird in der selben Weise von der Kollektivseele erschaffen.
Dieses ganze Spiel ist ein göttlicher Sport. So wie es die Eigenschaft von Wasser ist, nass zu sein, so ist es eine Eigenschaft Gottes zu erschaffen, aber auch zu erhalten und Alles wieder in sich zurückzunehmen. Dieses ganze Spiel, genannt Schöpfung ist der Traum Gottes, es ist ein Film der auf der Leinwand Gottes spielt. Er ist der Film, die Akteure und die Leinwand auf der dieser Film spielt.
Lieber Gruß (auch an Jivatma, hoffe Du bist nicht sauer auf mich)
Vaijanath
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@nureddin
| Zitat: |
Ist das nicht das Ziel das jeder Menschn verfolgt?
Mit seinem Partner eins zu werden bis ans lebensende |
Ja unsere Seelen suchen in ihrem von Gott getrenntem Dasein ständig und unaufhörlich, nach der verlorenen Vollkommenheit und der Glückseligkeit. Dabei verschaffen uns die Objekte in der Aussenwelt oftmals so etwas wie eine Pseudovollkommenheit. Für kurze Momente (auch ein Leben ist kurz) erleben wir besonders in der Partnerschaft eine solche kleine Vollkommenheit und kleines Glück. Nicht zuletzt ist ja Mann und Frau eine kleine Version des Göttlichen Mann und Frau-Prinzips in deren Vereinigung die Glückseligkeit Gottes liegt.
Das ist ok, sofern wir dieses Glück als einen Wegweiser betrachten, der uns nicht vom wahren Ziel abbringt und das ist Gott. (Ich denke so ist das auch für Jivatma ok.)
Lieber Gruß Vaijanath
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Ich verstehe, so hab ich das bisher noch nie gesehen, obwohl mir klar war das es in diese Richtung gehen muss.
.. bin erstaunt, man kann immer wieder dazulernen und neue Wege/Verzweigungen erkennen, das werde ich mir intensiver vor die Augen führen.
Ich wünsche dir noch eine gute Nacht und danke für deine Zeit mir das nochmal zu beantworten!
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