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Nun gehen ja die Meinungen sehr auseinander - aber! hat Jean Ziegler recht ?
http://www.g26.ch/texte_jean_ziegler_00.html
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Alle sieben Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Alle vier Minuten verliert ein Mensch das Augenlicht wegen Mangel an Vitamin A. Über 100'000 Menschen sterben am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen jeden Tag. 828 Millionen Kinder, Männer und Frauen waren letztes Jahr permanent schwerstens unterernährt. Die FAO errechnet: Die Weltlandwirtschaft könnte heute ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Ohne Probleme heisst, jedem Menschen jeden Tag 2'700 Kalorien Nahrung zu geben.
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Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher
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Die Protagonisten des Raubtierkapitalismus akkumulieren grenzenlose Gewinne, korrumpieren und zerstören den Nationalstaat, treiben Raubbau an der Natur und vernichten die Mehrheit der Menschen durch Hunger, Durst, Seuchen und Verelendung. Wie konnte es zu dieser Situation kommen? Wer sind diese neuen Herren der Welt, die das globalisierte Finanzkapital beherrschen? Woraus speist sich ihre Macht? Und: Wie kann man sie bekämpfen? Jean Ziegler gibt ebenso gründlich recherchierte wie leidenschaftlich formulierte Antworten. Er enthüllt das wahre Gesicht der globalen Profiteure, analysiert ihre Sprache, prangert ihre Methoden an. Und er wirft ein schonungsloses Licht auf die willigen Helfer und ergebenen Söldner der Raubtierkapitalisten, auf jene über jeden Verdacht erhabenen Organisationen wie Weltbank, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Welthandelsorganisation (WTO).
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"Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet."
http://www.germanwatch.org/zeitung/2005-4-ziegler.htm
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Herr Professor Ziegler, in Ihrem neuen Buch "Das Imperium der Schande" sprechen Sie von einer Refeudalisierung der Welt. Was meinen Sie damit?
In den letzten Jahrzehnten sind auf der Erde unglaubliche Reichtümer entstanden, der Welthandel hat sich in den letzten 12 Jahren mehr als verdreifacht, das Welt-Bruttosozialprodukt fast verdoppelt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist der objektive Mangel besiegt und die Utopie des gemeinsamen Glückes wäre materiell möglich. Und gerade jetzt findet eine brutale, massive Refeudalisierung statt. Die neuen Kolonialherren, die multinationalen Konzerne - ich nenne sie Kosmokraten - eignen sich die Reichtümer der Welt an. Diese neue Feudalherrschaft ist 1000 Mal brutaler als die aristokratische zu Zeiten der Französischen Revolution.
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Man fragt sich nun doch: hatte Karl Marx in seinen Werken nicht doch recht ? Durchlaufen wir alle Stadien von der Sklavenhaltergesellschaft bis zum Imperium ? Ist deshalb die Sache mit dem Sozialismus schief gelaufen, weil wir noch nicht reif waren ?
Gehen wir von der Reinkarnationstheorie aus, dann durchleben wir alles am eigenen Leib - dann sind wir es, die in der Bibel beschrieben werden, daß die Sünden der Väter bis zur 4. Generation getilgt werden müssen. Sind wir es, die das alles selbst erleben müssen ? Nur immer jeweils in einer anderen Person - wissen wir es im Innern, daß wir noch viel zu erleiden haben werden ?
Sind es rosige Illusionen, die uns abheben lassen, weil wir erhoffen, daß am Ende? aller Zeiten eine glückbringende Zeit auf Erden? kommen wird - ohne oder mit unserem Zutun ?
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Die "Sache mit dem Sozialismus" liebe Gabriele, ist deshalb "schiefgelaufen", weil die an und für sich gute Idee nicht die Unzulänglichkeit des Menschen berücksichtigt hat. Das Streben einzelner Menschen nach Macht, nach Einfluss, nach Beherrschung - hat der Praxis des Sozialismuses das Genick gebrochen.
Und genau das gleiche Streben nach Macht, Herrschaft und Einfluss wird auch dem sogenannten Neoliberalen Kapitalismus das Genick brechen. Bis jetzt sind die Proteste z.B. zu AEG, zur Entlassungspolitik bei Allianz, zu Millionengehältern des Siemens-Vorstandes bei gleichzeitiger Massenentlassung noch harmlos. Wir steuern aber unaufhaltsam auf einen sozialen Bürgerkrieg zu, nicht nur in den Ländern der sogenannten ersten Welt, sondern auch in den Schwellenländern China und Indien und in den Staaten, die von den wirtschaftlich führenden Nationen hemmungslos ausgebeutet werden. Unter www.youtube.com bin ich auf einen Beitrag des britischen Autors John Pilger gestossen, der von der Vertreibung der Ureinwohner der Diego-Inseln im Jahre 1960 berichtete. Die Menschen dort standen unter britischem Protektorat, waren -und sind immernoch- britische Staatsbürger. Die britische Regierung hat die Heimatinsel dieser dort lebenden Menschen verkauft - für 99 Jahre an die USA, damit diese einen Militärstützpunkt im Indischen Ozean errichten konnten.
Das oberste Gericht Grossbritanniens hat im Jahr 2000 diese Aktion für verfassdungswidrig, für illegal erklärt - heute haben wir das Jahr 2006 und die in den Slums von Mauritius lebenden -und sterbenden- britischen Staatsbürger warten immernoch auf die Rückkehr in ihre Heimat...
Die Globalisierung "von unten" bringt einen gewaltigen Vorteil: Fast niemand mehr in den "reichen Ländern der Welt" kann sich zurücklehnen und sagen: "Ich habe von nix was gewusst".Vor 30 Jahren noch wäre es fast unmöglich für einen "nur" interessierten Menschen Informationen über Guantanamo, über Darfur, über die Diego-Islands ausserhalb der Printmedien zu erhalten. Heute sind wir Teil eines Netzes, das uns nicht nur die positiven Aspekte der Globalisierung aufzeigt (Alphabetisierungsprojekte, die "Mini-Kredit_Programme" zur Sicherung des Lebensunterhaltes, die Förderung der Gleichberechtigung durch Frauenprojekte (hier hat sich m.E. die internationale Baha` i-Gemeinde besonders verdienstvoll bemüht), Projekte der Erhaltung von Tradition und Kultur der Minderheiten, nachhaltige Wasser- und Energieprojekte), sondern auch die negativen, verabscheuungswürdigen Auswirkungen einer Kapital-Globalisierung.
Es liegt in unserer Verantwortung, der negativen Globalisierung entgegen zu steuern - nicht mit den Waffen des Krieges, des Austandes, der Rebellion, der Revolution, sondern eher mit der Waffe des Mahatma Ghandi, mit dem Schwert des Jesus Christus, mit der Urteilsschärfe des Propheten Muhammad, mit dem Feuer des Glaubens nach Baha` u` llah. Wir sind diejenigen, die unseren Kindern die nächste Welt übergeben - und wir haben die Verpflichtung, diese vielfältige Schöpfung zu bewahren.
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