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Liebe Bettina!
Mir erschein mein Leben als völlig sinnlos, als ich 16 Jahre alt war. In immer kürzeren Abständen bekam ich immer intensivere Selbsttötungsgedanken. Mit 19 konnte ich überhaupt nicht mehr an die Zukunft denken, es erfüllte mich mit Angst. Mit 24 überkam ich schließlich diese Krise. In diesen Jahren, in denen ich mich die meiste Zeit mit meinem Tod beschäftigte, hatte ich mit dem Tod Freundschaft geschlossen. Heute bin ich nochmals 14 Jahre älter und kann eigentlich kaum glauben, dass die meisten Menschen meines Alters die Tatsache, dass sie sterben werden verdrängen.
Ich habe zwei kleine Kinder. Zur Zeit stecken wir finanziell eher in der Krise. Aber ich bin guter Dinge. Wenn der Druck zu groß auf mir lastet, dann setze sich mich auch mal in einen Friedhof. Hier ist mir die Tatsache der Begrenztheit des Lebens am gegenwärtigsten. Wer weiß, wie viele Jahr mir noch vergönnt sind? Warum soll ich mir über diese kurze Zeitspanne so große Gedanken machen? Es wird gut werden, was immer kommt! Es wird immer reichen, was immer kommt! Ich habe kein Problem damit, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Ich habe kein Problem damit mit einem 200 000 km alten Renault Clio zu fahren. Ich habe kein Problem damit, dass ich für manche jungen Leute bereits zum alten Eisen gehöre. Schließlich fährt mein altes Auto ja auch noch ganz gut. In 10 bis 12 Jahre brauche ich wohl ein künstliches Hüftgelenk. Mein Handgelenk ist jetzt schon künstlich. Aber mir geht's gut.
Für dieses Leben habe ich das höchste Ziel: ich möchte ein vollkommen reines Herz haben. Und ich bekomme stets schwerere Prüfungen geschickt. Ich halte daran fest. Auch wenn meine Fähigkeit zu vergeben ambivalent ist, mir war es z.B. leichter, Morddrohungen zu vergeben, als einen Betrug um ein paar tausend Euro. Ich werde es schaffen.
Ich lade alle ein, es auch zu tun. Jeder schritt in diese Richtung erfüllt uns mit so viel Glück! Mehrere Gottesvisionen haben mir Licht in schlimmen Situationen gegeben. Ich verbrachte Monate in Krankenhäusern mit insgesamt 9 Operationen. Da meine Nervenstränge dicker sind, als die von andern Menschen, war manche Operation nicht ganz schmerzfrei, das Narkosemittel konnte nicht vollständig diffundieren. Ich bin so dankbar, noch am Leben zu sein! Ich hätte viele Male tot sein können. Einmal schoss jemand so knapp an mir vorbei, dass ich die Kugel zischen hörte. Ich selbst konnte vier Menschen das Leben retten.
Ich möchte noch mindestens so lange leben, bis meine Vaterpflichten erfüllt sind und ich das reine Herz habe. Dann gehe ich wieder ins Göttliche ein.
„...ein Dom von Musik, in dessen Mitte saß Gott, saß ein heller, vor Helle unsichtbarer Glanzstern, ein Inbegriff von Licht, umbraust von der Musik der Weltchöre, in ewiger Bewegung“ Hermann Hesse
Ja Hermann Hesse, das stimmt. Genau so ist Gott in meinen Visionen!
Habe Mut und es wird Gut!
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