|
|
|
Liebe Agnes,
dein Schreiben hat mich sehr bewegt.
Ich denke, ich kann recht gut erahnen wie es ist mit der Angst zu leben, da ich ähnliches hinter mir habe.
Ich kann Dir in diesem Punkt nur raten "bleib authentisch", verdränge nichts und täusche Dir auch nichts vor. Wenn Ängste hochkommen wollen, dann sind sie auch berechtigt.
Angst ist manchmal nur ein Alarmsignal, ein Mechanismus der uns davor bewahren will das es nochmal so schlimm werden könnte, so ewtas wie eine Vor-Sorge. Mit größerem Abstand zum Geschehen wird das nachlassen.
Es ist ähnlich wie mit den Läusen in den Haaren. Wenn man die einmal hatte, löst jede Art von Juckreiz im Sommer schnell die Angst aus, man könnet wieder welchen haben...also lieber "gleich" kontrollieren bevor es sich ausbreitet und das scharfe Zeug in die Haare muss!
Stehe zu deiner Angst. Sie ist ein Teil von dir, der Teil, der dich selbst schützen will, der sich "sorgt".
Mit der Zeit, wenn der Glaube wächst, wenn sich mehr "Sicherheit" in dir festigen kann, dann wird auch dein Körper ruhiger und gelassener.
Alles braucht seine Zeit.
Hast Du schon mal Bücher von Luise L Hay gelesen?
Ich muss zugeben ihre Sichtweisen über Krankheiten und wie man damit umgeht haben mich schnell sehr neugierig gemacht. Auch wenn man sich mit einigen unliebsamen Gedanken befassen muss, so gefiel mir doch der Part, der Gott die Schuld an den Erkrankungen nahm.
Nach der Theorie meiner Eltern, war ich krank, weil ich böse war und gesündigt hatte. Gott erschuf also, ihrer Meinung nach, die Krankheit um "zu stafen"!
Du kannst dir sicherlich vorstellen wie belastend so ein Gedanke ist (ich hoffe deine Eltern sind nicht so vorsinntflutlich).
Ich sollte mich demnach bereits verurteilt, abgelehnt und von Gott verstoßen fühlen. Doch diese Gefühl hatte ich nur bei meinen Eltern! Denen war ich eine Last, in ihren Augen war ich nicht so wie ich sein sollte.
Ich fühlte mich nicht so "mies" (als Mesnch) und ich wollte wissen wieso ich krank war, "wozu ich krank war" (ich dachte schon darüber noch ob es einen Sinn haben könnte)....und so war es sicherlich kein Zufall das mir dann diese "mir helfenden Bücher" in die Hände fielen.
Heute schmunzel ich, wenn ich mal eine Erkältung bekomme (seeehr selten) weil ich dann weiß was ich mal wieder übersehen habe, in meinem Leben...und hole es nach (baue zukünftig besser vor).
Ich denke es ist wichtig "neugierig" zu sein. Zu wissen/lernen was einem helfen oder nützen kann...geistig zu wachsen - dazulernen.
Das formt, so denke ich, auch den Glauben und die Sicherheit darin. Und ich finde es faszinierend, das eine so junge Frau wie Du, jetzt schon ein solche Verbundenheit spürt, ich wünschte ich hätte es so gekonnt.
Meine Oma sagte mal:
"Wer nichts mehr (ver-)sucht und kein Fragen hat,
der muß glücklich sein....oder tot."
Wie wir glauben, wie wir unseren Glauben pflegen ist nicht wirklich relevant, denke ich. Das was dieser Glaube aus uns macht und das was wir mit diesem Glauben bewirken, das wird zeigen "wem" wir wirklich dien(t)en.
Wie in der Antwort auf Heiko erwähnt, war ich katholisch getauft, jedoch lehre ich meinen Kindern Respekt und Liebe allem Leben ohne Pflichtrituale und Kirche.
Ich selbst, nach jahrelangen Recherchen, lebe zur Zeit rein instinktiv, mit dem Wissen vieler Religionen und der Neigung zum budhhistischen.
Im Indianischen fasziniert mich die Liebe zur Natur und der Glaube das alles beseelt sei - sogar der Stein und das sie ihre Ahnen als "(Ver-)Mittler" nutzen, zu ihnen beten uvm.
Das erinnerte mich, so naiv es jetzt klingt, an die schönen Steine die ich auf minen Spaziergängen fand und gerne mit Nachhause nahm und die dann viele Tage dann einfach nur "da-lagen" (und Magie verströmten?). Ebenso, dass ich oft mit meiner toten Oma Fantasiegespräche führte, über ganz banale Themen, und mir vorstellte was sie mir wohl sagen/raten würde (Themen, bei denen man katholisch-demütig-geprägt, nicht glaubt damit vor Gott treten zu dürfen).
Ich denke, jedem der Glaube der "IHM" hilft!
IHM dopplesinnig, nämlich "einem selbst", um gesund und lebensbejahend aktiv sein zu können und für "IHN" um sein Werkzeug sein zu können, möge er durch uns wirken können.
Was sonst?
Schon mal "Jesus. Der erste neue Mann" von Franz Alt gelesen?
Schönes Buch, hat sogar meinen Mann gefallen und ihn ispiriert.
Liebe Grüße!
Lt. Ellen
|
|
|