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http://www.fantastik-online.de/wi/a/wi_a0026.htm
Der menschliche Körper stellt ein komplexes Netzwerk dar, in dem sich Myriaden von Atomen bewegen, vor allem Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Ein tiefgreifendes Verständnis der Wechselwirkungsprozesse der chemischen Materie ist nur mit Hilfe der Quantentheorie möglich. In das Denken der medizinischen Forscher, der Physiologen, Biochemiker, Molekulargenetiker, die sich auf die lineare Kausalität der Newtonschen Mechanik verlassen, haben die Vorstellungen der Quantenphysik bisher jedoch nicht Eingang gefunden. Der Geist hat für die Vertreter dieses Denkens seinen Ort im Euklidischen Raum, irgendwo zwischen Ionenkanälen, Myelinscheiden, und synaptischem Spalt versteckt.
Ein Fehler der heutigen Medizin ist, dass sie einem Bauklotzmaterialismus huldigt, der eine Ausgeburt des 19.Jahrhunderts darstellt. Eine solche mechanistisch-kausalistische Denkweise mag zwar populär darzustellen sein, berücksichtigt aber nicht die komplexen Wechselwirkungsgeflechte in unserem Organismus. Wie schön für die Gastroenterologen, dass Barry Marshall und Rob Warren den Helicobacter entdeckten, der Magengeschwüre verursacht. Was aber ist mit den Menschen, die diesen Keim in sich tragen und nie erkranken ? Wie logisch einleuchtend die Forderung der Kardiologen: möglichst wenig Cholesterin, dann geringes Risiko für einen Herzinfarkt. Aber: Wir alle haben in der Biochemie gelernt, dass Cholesterin ein integraler Bestandteil der Zellmembranen und die Vorstufe einer Vielzahl von Steroiden ist, die für metabolische Prozesse von großer Bedeutung sind. Möglichst wenig LDL-Cholesterin im Blut ohne Rücksicht auf Verluste ? Zum Vergleich: mit "möglichst wenig" Glucose im Blut würden wir alle sanft im Koma schlummern.
Wechselwirkung und immer die Frage: wer sind wir - weshalb sind wir auf der Welt und was baut uns auf - sind wir nur unser Körper und wie hängt alles zusammen ?
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Inner Space - das geistige Universum
Das Bewußtsein steht in einer geheimnisvollen Beziehung zur physikalischen Realität. Unser Geist scheint sich irgendwo "hinter unseren Augen", in den komplex verflochtenen Neuronensträngen unseres Gehirns, zu manifestieren. Aktionspotentiale, Synapsen, Neurotransmitter, primäre Rinderfelder, tertiäre Assoziationsfelder - emaniert sich unser Geist aus Elektrophysiologie und Biochemie?
Die Vorstellung, daß unser Innenleben nicht einer immateriellen Seele entspringt, sondern ein physiologisch-biochemisches Phänomen ist, löst das Problem nicht, warum es ein Bewußtsein überhaupt gibt. Wenn das Bewußtsein einen Sinn hat, muß es auch etwas bewirken. Aber wie kann die Psyche den Körper beeinflussen und umgekehrt ? Wieso also "erleben" wir unsere Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle ? Wenn sich unser Ich, unser bewußtes Verhalten restlos als Resultat neuronaler Prozesse erklären ließe, wäre ein "Bewußtsein" sinnlos. Dann könnte unsere Existenz ebensogut völlig unbewußt ablaufen, sozusagen als geistloser Homunculus.
Das "Ich" erlebt nichts von der unglaublich komplizierten Arbeit, die etwa das visuelle System leisten muß, wenn es einen Gegenstand erkennt. In ähnlicher Weise haben wir überhaupt kein Erleben der unendlich komplizierten Arbeit, die unser motorisches System leisten muß, um etwa eine Armbewegung auszuführen. Es wäre auch völlig unmöglich für uns, diese Armbewegung über den tatsächlichen neuromotorischen Code bewußt zu steuern.
Der Mensch arbeitet bei der Wahrnehmung und der Steuerung von Handlungen mit einem "Benutzercode", nicht mit dem neuronalen "Maschinencode" des Gehirns, der bewußt überhaupt nicht zu bewältigen wäre. Diese "Ökonomisierung" machte das menschliche Bewußtsein im Zuge der evolutionären Entwicklung frei für die Planung von Handlungen und für strategisches Denken - ein Überlebensvorteil in einer feindlichen Umwelt.
Dennoch: der Benutzercode, sozusagen der "virtuelle Akteur", ist geistig, und der neuronale Maschinencode ist physikalisch - das Leib-Seele-Problem bleibt bestehen.
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