Rom- Angesichts der Empörung über Äußerungen von Papst Benedikt XVI. hat der Vatikan eine diplomatische Initiative in der islamischen Welt angekündigt. Die Vatikan-Botschafter in den moslemischen Ländern seien angewiesen worden, den Text der Papst-Rede bekannt zu machen und die "bisher nicht beachteten Elemente hervorzuheben", sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Bisher sei der Vatikan das Opfer einer "schweren Manipulation" des Textes geworden. Dieser sei so abgeändert worden, dass er nicht mehr den Absichten des Papstes entsprochen habe.
"Ich hoffe, dass der Dialog mit dem Islam in Sinne der Absichten des Papstes und der Kirche wieder aufgenommen wird", sagte Bertone weiter. Dies solle über die Vatikan-Diplomaten, die kulturellen Eliten und den vatikanischen Rat für den interreligiösen Dialog geschehen.
Der Papst hatte bei einem Vortrag in Regensburg unter anderem die Äußerung eines byzantinischen Kaisers zitiert, der Begründer des Islams, Mohammed, habe "nur Schlechtes und Inhumanes" in die Welt gebracht. Dies rief in der moslemischen Welt heftige Proteste hervor. Am Sonntag bekundete er erstmals persönlich Bedauern über seine missverständlichen Äußerungen. (afp) |