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Im Jahre 1916 schrieb der Orientalist Dr. Max Horten im Vorwort seiner Übersetzung
„Muhammedanische Glaubenslehre - Die Katechismen des Fudali und Sanusi“:
„Manche Europäer brüsten sich mit einigen Kenntnissen äußerer Formen des Islam und treten dann dem Orientalen mit dem Selbstbewusstsein gegenüber, Sinn und Geist seiner Religion verstanden zu haben. In diesem Gebaren mancher Europäer liegt eine schwere Verletzung des Ehrgefühls und des religiösen Bewusstseins des Muslim. Er, wenn er auch nur ein Halbgebildeter ist, hat ein tieferes Verständnis der Lehre (Dogmatik und Moral seiner Religion), als der oberflächlich gebildete Europäer auch nur zu begreifen imstande ist. Er empfindet, dass der Europäer von den vielfach so großzügigen Gedanken der islamischen Religion auch nicht den Schatten eines Verständnisses hat und in Ermangelung eines solchen glaubt, der Islam bestehe aus nichts anderem als kultischen Äußerlichkeiten und Ähnlichem.“
Hortens Worte sind leider auch heute noch aktuell. Im Westen ansässige Muslime leben mit dem Bewusstsein, nicht verstanden worden zu sein und auch nicht verstanden werden zu wollen.
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