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| gott ist ja auch nicht der , der unser geschehen wieder gut macht. gott bestraft uns auch warscheinlich nicht sehr nach dem tot. den wir menschen bestrafen uns durch unsere dummheit selbst.
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Liebe Freunde
In letzter Zeit sind in meiner Umgebung einige sehr tragische Todesfälle von noch viel zu jungen Menschen passiert. Z.B. eine junge Mutter von einigen zum Teil noch sehr kleinen Kindern starb an Krebs, ihr Mann steht jetzt mit den Kindern alleine da.
Wenn man darüber nachdenkt ist man sehr ratlos.
Beim Zunami ist die Fassungslosigkeit noch viel, viel größer.
Was mir dann dazu eingefallen ist, ist eine Gegenüberstellung. Auf der einen Seite haben wir Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Wir sagen dann, dass wir Alles tun würden wenn es irgendeine Möglichkeit gäbe das zu verhindern.
Sollten wir uns dann nicht sehr bei der Nase nehmen, wo es doch so viele Dinge gibt, die wir doch in der Hand haben, und uns wirklich dafür/dagegen einsetzen, z. B. Rassenhass, Bildung für alle Menschen, Gleichberechtigung, Hunger in der Welt, die Abschaffung des Krieges, ablegen von Vorurteilen, umfassende Abrüstung u.s.w. ......... die Liste ist sehr lang, und Jeder findet sicher ein Betätigungsgebiet....... oder mehrere.
Aber was machen wir so gerne?
Wir wählen bei der nächsten Wahl die selbe Partei, die in "Sicherheit und Rüstung" macht, die Pensionen der kleinen Leute "sichert" durch Kürzungen...........Wir bleiben in der selben Religion, obwohl die sture Linie
der Alleinseligmachung neue Konflikte mit anderen Religionen vorprogrammiert.
Da ist ein neuer Offenbarer der sagt, "Gott gibt uns alle Werkzeuge in die Hand um die Probleme unseres Zeitalters zu meistern! "
Wir wundern uns gerne und sagen "Das wird es nie geben, ............wir können ja nicht". Ausreden über Ausreden fallen uns ein.
Vielleicht sollen uns die Schlimmen Zustände auf unserer schönen Welt an all die Dinge erinnern, die wir doch in der Hand haben, ja die sicher niemand für uns erledigen wird.
Daher haben wir soviel zu tun, also worauf warten wir?
Alles Liebe
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"Daher haben wir soviel zu tun, also worauf warten wir?"
-das wird sicher ein Spaß...jeder ist des eigenen Schicksals Schmied...
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Das ist ein spannendes Thema, da muß ich mich doch gleich mal anmelden und mich einmischen:
Also, ich dachte immer, die Theodizee-Frage sei nur ein Problem von Christen da es mit bestimmten theologischen Auffassungen zusammenhängt und daß sich aus Bahá'i-Sicht die Frage gar nicht stellt.
Die Bahá'i haben z.B. nicht das Konzept, daß Gott ständig in das Geschehen eingreift. So wird Gott z.B. als allmächtiger Schöpfer der Natur begriffen, aber es wird dennoch anerkannt, daß die Natur ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat. In der christlichen Welt war das anders und deshalb wurde auch mit der "Kopernikanischen Wende", als man allmählich das Prinzip der Kausalität und die Naturgesetze erkannte, Gott für überflüssig erklärt und die Theologen ganz schön in Verlegenheit gebracht.
Wenn man jedenfalls Gott nicht von vornherein für alles verantwortlich macht, ist auch die Theodizee-Frage weniger gewichtig...
Den oben genannten Punkt, daß das meiste Leid von Menschen gemacht ist, finde ich übrigens auch sehr wichtig!
Und wer hat eigentlich gesagt, daß wir auf der Welt wären um glücklich zu sein? Wir sind auf der Welt um uns geistig weiterzuentwickeln und "eine ständig fortschreitende Zivilisation voranzutragen". Leid und Prüfungen sind Mittel zur Läuterung unserer Seele, wobei das Leid seine Ursache in unserem Verhaftetsein mit der materiellen Welt hat (vgl. Abdu'l-Baha: Ansprachen in Paris, Kap. 35 Schmerz und Sorge). Aus dieser Sicht gibt es kein sinnloses Übel. Es ist auch klar, daß Leid etwas absolut Subjektives ist. Und a propos Mystik: das "Tal der Erkenntnis" (mit der Geschichte über Leyli und Majnun...) aus den "Sieben Tälern" von Bahá'u'lláh handelt davon, wie sich aus einer tiefen Einsicht in die göttliche Absicht jedes Unglück als Gnade darstellt: "Die Wanderer aber in den Gärten der Erkenntnis sehen das Ende im Beginn und darum den Frieden im Krieg und die Freundlichkeit im Zorn."
Ich will ja nicht zynisch klingen und schreckliche Katastrophen nicht relativieren, aber man sollte nicht vergessen, daß die Gründung der UN und die Erklärung der Menschenrechte auf den 2. Weltkrieg und den Holocaust folgten.
Es erstaunt mich auch, wenn Gerhard Schröder nach dem Seebeben anfängt von der "einen Welt" zu reden, Menschen aus aller Welt mit ihren Spenden eine Solidarität jenseits von Nation, Rasse oder Religion beweisen und Regierungen, die sich eben noch spinnefeind waren, lernen daß sie zusammenarbeiten können. Das Wort von der "einen Welt" mag soweit nur eine leere Phrase sein, die noch längst nicht realisiert ist, aber ich finde es ist bereits viel wenn viele Menschen solche Ideen annehmen ...
Außerdem: Wenn Leid sinnlos wäre, wie ist es zu erklären, daß gerade die Boten Gottes Verfolgung, Folter und Märtyrertum ertragen mußten (DER Inbegriff der Ungerechtigkeit schlechthin wenn ihr mich fragt. Siehe auch: Bahá'u'lláh: Buch der Gewissheit) ohne daß Gott dies verhindert hätte?
Noch ein Punkt, den ich interessant finde, ist, daß es im Bahá'i Glauben das Konzept von göttlichen Strafaktionen gibt (ich denke da vor allem an gewisse Passagen aus "Gott geht vorüber" von Shoghi Effendi), was aber nicht heißt, daß alles Unglück als göttliche Strafe für unsere Sünden zu interpretieren sei. Hier gilt, wie aus dem Beitrag von Herrn Dr. Schaefer hervorgeht, daß "Gott tut, was Er will, und bestimmt, was Ihm gefällt" (Bahá'u'lláh) und wir seine Absicht niemals erfassen können.
Wie die Bahá'i über das Wesen des Menschen, das Leben nach dem Tod und den Sinn des Lebens denken, ist hier sicher an anderer Stelle nachzulesen. Begreift man jedenfalls dieses Leben "bloß" als erste Station in der unendlichen Reise unserer Seele zu ihrer Vervollkommnung, verlieren Leid und Tod viel von ihrem Schrecken. Ich stell mir das immer so vor, daß im nächsten Leben jeder das kriegt was er verdient und daß Gott wie ein allwissender Richter ist, der sämtliche "milderden Umstände" berücksichtigt Dabei sind die Anforderungen nicht für jeden gleich: "Die ganze Pflicht des Menschen liegt an diesem Tage darin, seinen Teil von der Gnadenfülle zu erlangen, die Gott für ihn strömen läßt. Deshalb soll niemand der Größe oder Kleinheit des Gefäßes achten. Der Anteil der einen mag in einer Handvoll liegen, der Anteil anderer mag einen Becher füllen, der wieder anderer gar das Maß eines Scheffels" (Baha'u'llah, Aehrenlese). In den Bahá'i Schriften (konnte gerade kein Zitat finden) wird uns außerdem versichert, daß keine Seele über ihr Kapazität geprüft wird. Eigentlich sollten wir uns doch gar keine Sorgen machen...
Und stellt Euch vor, Adam & Evas Sündenfall wäre nie passiert und es gäbe keine Sünde und kein Leid auf dieser Welt: was hätte das menschliche Leben für einen Sinn? Wäre es nicht ziemlich langweilig?
... Dieses Thema ist wirklich unerschöpflich. Ich hoffe, es ist Euch nachvollziehbar wie diese Gedanken mit der Theodizee-Frage zusammenhängen (??? )
Ich wollte eigentlich nur ein paar Stichworte in den Raum stellen, aber bin wohl etwas abgeschweift... Doch wie heißt es so schön in den Bahá'i Schriften: "Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als siebzig Jahre frommer Andacht."
In diesem Sinne: Gute Nacht!
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