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Liebe Gabriele!
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Was ist los in Deutschland ?
Müssen wir uns Sorgen machen ?
Selbst wenn ich versuche, alles zu beschönigen und in einem rosaroten Licht zu sehen - wem hilft das - mache ich mir da nichts selbst was vor ?
Und - ändert sich etwas, wenn ich zu allem nur Ja und Amen sage ?
Bin ich nicht ein Teil dieses Landes , in dem auch meine Enkelkinder eines Tages vor all diesen Problemen stehen - kann ich da sagen: nach mir die Sintflut ?
Muß ich alles positiv betrachten , oder darf ich mir auch mal Sorgen machen ? |
Das sind berechtigte Fragen angesichts der heutigen Situation. Wenn man so manche Überschriften sieht, könnt eeinem schon Angst und Bange werden.
Und trotzdem denke ich, sollten wir uns nicht laufend Sorgen machen. Wem würde das nützen? Angst hemmt das Denkvermögen. Man muss lernen zu relativieren. Man soll natürlich nicht alles in einem rosaroten Licht sehen, dafür gäbe es momentan wirklich keinen Grund. Und auch nicht zu allem Ja und Amen sagen - das wäre natürlich auch nicht der richtige Weg.
Manchmal, wenn ich an die Zukunft meiner Kinder (14,16,18 - noch alle in der Schule) denke, frage ich mich auch oft, wie ihre Berufschancen und ihre Zukunft aussehen werden. Aber das sind Gedanken, die ich dann auch schnell wieder ablege, denn was würde das nützen und ändern? Meine Kinder schauen eigentlich trotz allem recht zuversichtlich nach vorne. Und darüber bin ich froh. Mein Sohn (1 weiß aucwohl möglich sein wird ihm die Studiengebühr zu zahlen. Und trotzdem wird er, zusammen mit uns, einen Weg finden, da bin ich mir sicher.
Meine Kinder wurden auch so erzogen, für sich selbst und auch für andere Verantwortung zu übernehmen. So sind sie auch ehrenamtlich sozial engagiert, genauso, wie mein Mann und ich auch. Und es macht ihnen sogar Spaß. Sie haben es an uns erlebt, dass Engagement, sei es in der Kinderarbeit, Eine-Welt-Arbeit, Umweltarbeit, ... auch Freude machen kann.
Es ist leider auch ein Problem der heutigen Zeit, dass viele Menschen sehr egoistisch geworden sind. Die Sozialstruktut bricht langsam auseinander, jeder lebt für sich. Selbstverwirklichung! Das ist sicher auch positiv und erstrebenswert, aber eben nicht um jeden Preis.
Und dass Problem ist, dass wir heute in Politik oder Wirtschaft nur noch wenige positive Beispiele finden. Da hat man eher das Gefühl: wer betrügt kommt weiter.
Diesen Abschnitt aus dem Beitrag von Dr. Butterwege fand ich sehr bedenkenswert:
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| Genauso nötig wäre die Entwicklung einer neuen Kultur der Solidarität. Entscheidend ist die Frage, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen: Soll es eine Konkurrenzgesellschaft sein, die Leistungsdruck und Arbeitshetze weiter erhöht, Erwerbslose, Alte und Behinderte ausgrenzt sowie Egoismus, Durchsetzungsfähigkeit und Rücksichtslosigkeit eher honoriert, sich jedoch gleichzeitig über den Verfall von Sitte, Anstand und Moral wundert, oder eine soziale Bürgergesellschaft, die Kooperation statt Konkurrenzverhalten, Mitmenschlichkeit und Toleranz statt Gleichgültigkeit und Elitebewusstsein fördert? Ist ein permanenter Wettkampf auf allen Ebenen und in allen Bereichen, zwischen Bürger(inne)n, Kommunen, Regionen und Staaten, bei dem die (sicher ohnehin relative) Steuergerechtigkeit genauso auf der Strecke bleibt wie ein hoher Sozial- und Umweltstandard, wirklich anzustreben? |
Genau das ist es was wir brauchen: mehr Mitmenschlicheit, statt Gegeneinander. Und das auf allen Ebenen. Politik, Wirtschaft aber auch in der Bevölkerung. Und das ist es was jeder wirklich leisten kann und auch sollte.
LG,
Kiki
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