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Schon seltsam, wie vieles aus einer anderen Warte betrachtet, gesehen werden kann.
http://www.klarblicker.de/forum/viewtopic.php?t=3539&start=31
Hallo allerseits
Weil das Thema „Ehebruch“ grade aufkam, noch ein paar Anmerkungen dazu:.
Auch dieser Begriff hat eine etwas andere Bedeutung, wenn man die esoterische Ebene betrachtet.
Es geht beim Ehebruch im übertragenen/esoterischen Sinne um den Verrat von esoterischen Geheimnissen.
Diese esoterische Bedeutungsebene wird deutlich, wenn wir den Begriff „verhüllen“ auf die körperliche Ebene übertragen. Gegenüber wem verhüllt man sich üblicherweise? Und gegenüber wem enthüllt man sich?
In unser christlich-jüdisch geprägten Kultur ist es üblicherweise so, dass man seine Kleidung nur im sehr privaten Rahmen ablegt (eigentlich nur bei der Körperpflege und beim Sex). Nach außen hin gibt man sich sonst weitgehend verhüllt. (Die Römer und Griechen waren in dieser Hinsicht nicht so prüde, was man an den alten Darstellungen und Statuen erkennen kann. Andere Kulturen nehmen hingegen das Verhüllen noch sehr viel ernster – Stichwort Kopftuchstreit.)
Wer Ehebruch begeht, der enthüllt sich gegenüber jemand anderen.
Man kann den Beitritt zu einem esoterischen Einweihungskult durchaus mit einer Ehe vergleichen. Ein Beitritt zu einem esoterischen Einweihungskult war damals auch ein richtiger Bund fürs Leben. (Heute gibt es z.B. noch den Begriff „Braut Christi“ für Nonnen.) Und so wie es in der Ehe üblich ist, dass man sich nur gegenüber dem Ehepartner entkleidet/enthüllt, so war es bei den Einweihungskulten üblich, dass die esoterischen Geheimnisse nur den Mitgliedern des Bundes enthüllt wurden.
Das Ur-Christentum hatte jedoch gerade in diesem Punkt eine vollkommen andere Einstellung. Damals kam plötzlich ganz vieles an Öffentlichkeit, was vorher in den esoterischen Kreisen geheim gehalten wurde. ( Mt 10,27 ... Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern....)
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Jesus gab sich (bildlich gesprochen) mit Huren und Ehebrechern ab. Und Huren sind bekanntlich beim Enthüllen etwas freizügiger. In diesem Kontext können wir nun auch die Szene mit der Ehebrecherin interpretieren. Jesus macht da nämlich etwas ganz seltsames:
Joh. 8,6 Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
Es sind oftmals gerade diese scheinbar überflüssigen Nebensächlichkeiten, die einen esoterischen Sinn transportieren:
Jesus ist die Personifizierung einer göttlichen Kraft und diese göttliche Kraft offenbart sich im Materiellen (= sie schreibt auf die Erde).
Doch wenn sich die göttliche Kraft in aller Öffentlichkeit im Materiellen offenbart, warum sollten wir dann das Göttliche in den esoterischen Einweihungskulten künstlich verhüllen?
Um zu prüfen, ob jemand tatsächlich enthüllen kann, kann man ihm einfach mal einen symbolischen Brocken hinwerfen und schauen, ob er damit was anfangen kann. Das setzt natürlich voraus, dass man selbst dazu in der Lage ist. Und das geht wiederum nur, wenn man selbst eine gewisse Verbindung zum höheren Bewusstsein hat. Wer selbst diese Verbindung hat, der soll den ersten Brocken werfen.
Joh 8,7 Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
Das ist sicherlich einer der schönsten Sätze der Bibel. Aber auf der esoterischen Ebene steckt da noch sehr viel mehr drin. Das Wort „Sünde“ ist sprachlich verwandt mit „ab-sond-ern“. Sünde bedeutet eigentlich Trennung. Wer ohne Sünde ist, der ist also mit dem Göttlichen verbunden. Und der soll den ersten Brocken werfen.
Hier wird also auf der esoterischen Ebene gefragt: Seid ihr überhaupt in der Lage, diese „Ehebrecherin“ zu beurteilen bzw. zu richten?
Im Zusammenhang mit der sexuellen Symbolik ist mir übrigens noch ein interessanter Effekt aufgefallen. Grundsätzlich ist es ja so, dass sich das Göttliche auf vielfältige Weise in uns offenbart: in scheinbaren Zufällen, in Träumen, in Phantasien usw. Bei den Phantasien sind es oftmals gerade die sexuellen Phantasien, die eine spirituelle Botschaft transportieren können. Immerhin geht es dabei auch um einen inneren „Vereinigungsprozess“. Irgendwann ist mir jedenfalls mal aufgefallen, dass meine eigenen sexuellen Phantasien im übertragenen Sinne sehr deutlich meiner religiösen Grundeinstellung entsprechen. (Das hat jetzt im konkreten Fall nix mit Ehebruch zu tun, sondern mit der Erkenntnis des Göttlichen in der Natur.) Umgekehrt ist mir aber auch aufgefallen, dass bibeltreue Christen und christliche Fundamentalisten fast immer etwas prüde sind. Es ist so, als ob sie beides nur in verhüllter Form sehen wollen: das Körperliche und das Spirituelle. Ein anderer Zusammenhang von Sexualität und Spiritualität ergibt sich aus der symbolischen Analogie von „Kein Sex außerhalb der Ehe“ und „Kein Heil außerhalb der Kirche“. In beiden Fällen soll der Vereinigungsprozess nur in dem Rahmen stattfinden, der von der Kirche vorgegeben wird. Und ganz allgemein fällt es natürlich auf, dass die Sexualität in der kirchlichen Morallehre eine ganz zentrale Rolle spielt. Umkehrt stellt sich für mich aber auch die Frage, ob diese restriktive Sexualmoral eventuell ganz bewusst vorgegeben wird, um damit indirekt auch die spirituelle Entwicklung zu kontrollieren – ob es also solche Wechselwirkungen gibt, die möglicherweise ganz bewusst genutzt (bzw. missbraucht) werden.
Viele Grüße
Elias
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Kurz gesagt: Die Evangelien enthüllen das AT (bzw. sie haben es nur so leicht verhüllt, dass es einer teilweisen Enthüllung gleichkam).
Die Geschichten des AT enthalten sehr viele verhüllte/verborgene/esoterische Informationen. Die zentralen Motive dieser Geschichten wurden in den Evangelien übernommen und zu einer neuen Geschichte verwoben. Daraus erklären sich auch die vielen Parallelen der Evangelien zum AT (z.B. Kindermord des Pharao, Kindermord des Herodes).
Die esoterischen Informationen des AT wurden damals gewissermaßen ausgepackt und die Symbolik der Evangelien wieder neu eingepackt. Aber beim erneuten Einpacken wurden die esoterischen Informationen nicht so stark verhüllt wie beim AT. Die verhüllten Informationen kann man daher in den Evangelien sehr viel leichter erkennen als im AT – und auf diese Weise kann man an den Evangelien das Enthüllen üben.
Die damaligen Ideen wurden natürlich inzwischen von vielen anderen Vorstellungen überlagert. So haben sich im Laufe der Jahrhunderte weitere Hüllen über die Evangelien gelegt, denn auch falsche Vorstellungen wirken verhüllend. (Das Thema hat Paradiese gerade angesprochen: http://www.klarblicker.de/forum/viewtopic.php?t=3557 ) Und das hat zur Folge, dass die Evangelien für einen heutigen Christen inzwischen genauso verhüllt sind, wie es das AT für die damaligen Juden war.
In der biblischen Symbolik werden sehr häufig menschliche Situationen als Gleichnisse für geistige Prinzipien verwenden. Es wird z.B. die Situation von Mann und Frau verwendet, um das Zusammenspiel von Geist und Materie zu versinnbildlichen. Nun passiert es aber immer wieder, dass der gleichnishafte Charakter und die esoterische Bedeutung nicht verstanden wird. Und so glauben viele Menschen, es ginge bei den Texten wirklich nur um die Situation von Mann und Frau.
Wer die Texte des AT wörtlich nimmt (wer sie also dem Fleische nach ließt), der sieht nur die Beschreibungen von menschlichen Situationen (und Gebote für solche Situationen).
Wer die Texte hingegen esoterisch interpretiert (wer sie also dem Geist nach ließt), der sieht Beschreibungen von geistigen Prinzipien und Prozessen.
Die Evangelien sollten uns für diese andere Sichtweise auf die biblischen Gebote sensibilisieren. Sie sollen uns z.B. zeigen, dass die menschliche Situation des Ehebruchs im übertragenen Sinne für eine esoterische Bedeutung steht.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schleier
Teil 1 – Der Sinn der Rituale
Geistige Änderungen können Änderungen auf der materiellen Ebene nach sich ziehen. Diese Richtung dürfte noch unmittelbar einleuchtend sein. Wenn sich die Ideen auf der geistigen Ebene ändern und wenn man andere Ideen praktisch umsetzt, dann schafft man damit auch andere Dinge auf der materiellen Ebene. (Dieses sehr menschliche Beispiel kann auch auf globale Schöpfungsprozesse übertagen werden.)
Aber es gibt auch eine umgekehrte Wirkung, so dass ein symbolisches/rituelles Handeln auf der materiellen Ebene eine Änderung auf der geistigen Ebene nach sich ziehen kann. Das ist der eigentliche Sinn, warum überhaupt religiöse und magische Rituale betrieben werden. Man handelt auf der materiellen Ebene mit Symbolen und hofft, dass es dadurch eine Wirkung auf der geistigen Ebene gibt (die dann wiederum Folgen auf der materiellen Ebene nach sich ziehen kann).
Solche Effekte gibt es übrigens tatsächlich. Man kann z.B. die Symbolik verwenden, um Informationen am Tagesbewusstsein vorbei zu „schmuggeln“ und um tiefere Schichten in uns anzusprechen, die diese Symbolsprache verstehen und die darauf reagieren.
Teil 2 - Die Ritualisierung des Alltagslebens
Üblicherweise kennen wir es so, das religiöse Rituale nur im Gottesdienst stattfinden oder in vergleichbaren Situationen. Das ist natürlich ein zeitlich und räumlich sehr begrenzter Rahmen. Da macht man mal eine Stunde lang Ritual und dann ist das Ritual zuende und man geht man wieder nach Hause.
Nun gibt es die Idee, dass man das Ritual nicht nur auf diesen engen Rahmen beschränkt, sondern dass man das ganze Leben zum Ritual machen kann, indem man das Alltagsverhalten und die Ethik entsprechend anpasst. Man „lebt“ und „erlebt“ in diesem Fall die Symbolik permanent im Alltag. So wird der Alltag und das gesamte Leben zum Gottesdienst. Bei manchen Themen und bei manchen symbolischen Entsprechungen mag das auch durchaus sinnvoll sein. Aber es gibt auch symbolische Entsprechung, die vollkommen ungeeignet sind, um sie entsprechend im Alltagsleben umzusetzen.
Weiter oben hatten wir die Unterscheidung, dass man die biblischen Texte (und damit auch die Gebote) nach dem Fleisch und nach dem Geist lesen kann. Wenn man sie nach dem Geist liest, dann erkennt man die geistigen Prinzipien, die auf symbolische Weise ausgedrückt werden. Wenn man nun diese Prinzipien in den Ritualen des Alltagslebens wieder verfleischlich, dann kommt zum Teil genau das raus, was auch rauskommen würde, wenn man die Texte (und die Gebote) gleich nach dem Fleisch gelesen hätte. Aber eben nur ZUM TEIL - nur dort, wo es auch wirklich sinnvoll ist. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Manches ist nämlich unnötig, unsinnig oder unmöglich, wenn man es direkt dem Fleisch nach interpretiert.
Teil 3 – Die symbolische Bedeutung von Schleier und Beschneidung
Auch beim Schleier wird ein geistiges Prinzip symbolisch ausgelebt. Und die Gegenperspektive erleben wir bei der Beschneidung.
Durch den Schleier wird das „Weibliche“ in der Öffentlichkeit verhüllt.
Durch die Beschneidung wird das „Männliche“ im Verborgenen (= in der Hose) enthüllt (indem die Hülle/Vor.haut entfernt wird).
Das Göttliche/Geistige wird männlich symbolisiert, das Materielle weiblich. Wenn sich nun das Göttliche über die materielle Welt offenbart, dann tut es das nicht in Klartext, sondern nur in verhüllter Form. In der Materie begegnet uns das Göttliche in verhüllter Forum. Und in dieser verhüllten Form ist es für alle öffentlich sichtbar. In den esoterischen Einweihungkulten lernt man hingegen, das Göttliche/Geistige wieder zu enthüllen, aber nur im Verborgenen.
Die verhüllte Frau symbolisiert also den Aspekt Gottes, der in verhüllter und materieller Form zu uns spricht. Und dieses Prinzip wird mit dem Schleier symbolisch/rituell ausgelebt (auch wenn es inzwischen nicht mehr verstanden wird).
Dabei ist natürlich die Frage berechtigt: Ist das wirklich nötig und sinnvoll?
Also ich persönlich empfände es als sehr viel schöner, wenn das „Enthüllen“ etwas mehr in der Symbolik des Alltagslebens ausgelebt würde )))) Das würde zumindest in spiritueller Hinsicht sehr viel mehr meinem Naturell entsprechen.
Viele Grüße
Elias
http://www.klarblicker.de/forum/viewtopic.php?t=3539&start=31
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