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Der Gnostizismus












Die Gnosis ist eine Erfahrung oder bezieht sich auf eine mögliche innere Erfahrung, die zu einem unverlierbaren Zustand werden soll und durch die der Mensch — in einer Erleuchtung, die sowohl Wiedergeburt als auch Vergottung ist — sich wieder in seiner Wahrheit ergreift, sich seiner erinnert und sich wieder auf sich selbst besinnt, das heißt zugleich auf seine wahre Natur und seinen wahren Ursprung; dadurch erkennt er sich in Gott, erkennt sich in ihm wieder, er erkennt Gott und erfährt sich selber als Emanation Gottes und als fremd in dieser Welt. So erlangt er mit dem Besitz seines wahren «Ich» und seines wahren Standes die Erklärung für sein Schicksal und die endgültige Gewissheit seines Heils, erfährt er sich doch als ein Wesen, das — de jure und von Ewigkeit her — erlöst ist.
Henri-Charles Puech: Phänomenologie der Gnosis.
(Collège de France, 1952-57)

Spekulativ-mystische Denkweise mit jüdischen, christlichen, persischen, babylonischen, ägyptischen und griechischen Elementen.
Weisheitslehre, die nicht rational-wissensmäßig vermittelt werden kann,
die aber Erlösung spendet.
Gnosis ist weniger intellektuelle Erkenntnis als vielmehr plötzliche Wahrnehmung, mystische Schau. Sie ist das Vernehmen eines Rufs, der neue Erkenntnis eröffnet und durch sie Erlösung bringt, Befreiung des Ich von den Fesseln der Welt.
Die Gnosis will die Antworten auf alle Fragen über Gott und die Welt intuitiv erfassen. Sie ist im Unterschied zur systematisch rationalen Theologie und Philosophie mehr ein intuitives "Erfahren und Schmecken des Geistes".
Während die Philosophie Erkennen und Wirklichkeit trennt, will die Gnosis eine einheitliche Schauung eröffnen und im Gegensatz zu den Naturwissenschaften die innere Schau der Zusammenhänge finden.

http://www.lyrik.ch/begriffe/gnosis.htm
google: Gnostizismus und Christentum + theosophie
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