|
|
|
Joh. E. Keller Mai 1944
Bibliothek
KB-005
Offenbarung 7 - 8,6
Inhalt: Durch das machtvolle Erscheinen der vier Reiter beginnen die Gerichtsauswirkungen, die zur abschließenden Entscheidung führen
Das Mahl des Herrn
Alles, was sich in dieser Zeit auswirken muß, ist so gezeigt, daß zuerst unter dem Befehl der vier lebendigen Wesen die vier Reiter erscheinen. Was diese vier Reiter darstellen, zeigt der letzte derselben, indem er selbst der Tod ist, der Engelfürst, der jetzt mit den drei anderen Reitern, so daß es vier Gerichtsmächte sind, den bestimmten Einfluß ausüben muß. Aus der Wirkung ergibt es sich, was das für ein Gerichtseinfluß ist, den diese vier Gerichtsengel darstellen. (vgl.Offb.6)
Die Wirkung ist die, daß auf der Erde der dritte Teil des vorhandenen geistigen Lebens zerstört wird, und zwar wird auf dem Boden des Volkes Gottes unter dem Einfluß dieser vier Reiter der dritte Teil des geistigen Lebens vernichtet. Auf dem Meer - der Völkerwelt - wird ebenfalls der dritte Teil des geistigen Lebens, das bisher vorhanden war, vernichtet. Wenn von Schiffen die Rede ist, ist damit auf die Meerschiffe, die das geistige Leben in der Völkerwelt vermittelt haben, hingewiesen. Auch hier wird der dritte Teil dieser bisherigen Möglichkeiten, das Wort Gottes in der Völkerwelt zu verbreiten, zerstört. Durch den dritten Teil der Flüsse und Wasserquellen wird der Tod bei denen verursacht, die von diesem bitter gewordenen Wasser trinken. Das Sonnenlicht, das Mondlicht und das Sternenlicht wird zum dritten Teil vernichtet. Beim Öffnen des fünften Siegels ist gezeigt, daß zu den bereits unter dem Altar vorhandenen Seelen, die bisher erwürgt wurden um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, welches sie hatten, die, die noch fehlen, in kurzer Zeit hinzugefügt werden. Im Blick darauf wird das erste Wehe sich in der Zeit von fünf Monaten auswirken an denen, die das Siegel Gottes nicht an ihren Stirnen haben. Die Sonne und die Luft werden in dieser Zeit verfinstert. Dann wird das sechste Siegel geöffnet, und die Begleiterscheinungen sind nun die vollständige Beseitigung des Lichtes der Sonne, des Mondlichtes und des Lichtes der Sterne; der ganze Himmel in seiner bisherigen geistigen Lichtordnung verschwindet.
Nun ist aber auch in Verbindung damit gesagt, daß der große Tag gekommen ist und der Zorn des Lammes. Wenn in dieser Zeit ein Drittel der Menschen getötet wird, tun die übrigen zwei Drittel nicht Buße. Nachdem zwei Zeugen ihr Zeugnis tausend zweihundert und sechzig Tage ausgerichtet haben, werden auch sie getötet, daß sie als Leichname auf der Straße der großen Stadt liegen.In Verbindung mit dem Öffnen des letzten, des siebenten Siegels, durch das nun der ganze Inhalt des Buches enthüllt ist, ist nur gesagt, daß eine Stille im Himmel bei einer halben Stunde sein wird. Und während die sieben Engel, die vor Gott stehen, ihre sieben Posaunen bekommen, wird durch einen Engel viel Räuchwerk für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebracht, der vor dem Throne ist, so daß der Rauch des Räuchwerks vor Gott für die Gebete der Heiligen aufsteigt aus der Hand dieses Engels. Dadurch, daß er dann in seinem Rauchfaß Feuer vom Altar nimmt und es auf die Erde wirft, geschehen die Stimmen, Donner, Blitze, das Erdbeben, wovon bereits in Offenbarung 4 die Rede ist, daß diese Stimmen, Donner und Blitze vom Thron ausgehen, was also diese Zeit herbeibringt, auf die die Ereignisse beim Öffnen des siebenten Siegels hinweisen. Das ist dann in der Posaunenbotschaft des siebenten Engels von Offb.11,15 an bis zum Schluß der Offenbarung beschrieben. Also von der Zeit, wenn das Wichtigste die Gebete der Heiligen darstellt, ist der Bericht gegeben, der die Hälfte dieses Buches der Offenbarung umfaßt. Von Offenbarung 6 bis 11,14 ist das Öffnen der sieben Siegel und das Posaunen der ersten sechs Posaunenengel mit ihren Botschaften dargelegt. Der Rest des Buches, der Inhalt der Ereignisse, die sich auf die siebente Posaunenbotschaft beziehen, enthält alles, von Offb.11,15 an bis Schluß. Das sollte die Wichtigkeit dieser Zeit, wenn der siebente Engel posaunt, zeigen. In dieser Zeit fällt die Entscheidung!Nun ist der Drache, die alte Schlange, der Teufel und der Satan, der Träger dieser vier Namen in dem gezeigt, was er anstrebt und erreichen will. Bisher ist sein Wirken zuerst unter den vier Reitern als der Tod und wirksam vom Abgrund aus als der König des Abgrundes gezeigt. Nun wird alles von ihm ins Licht gestellt, was seine besonderen Namen sagen, nach denen sein Einfluß beurteilt werden muß.Als Drache will er den Knaben, nachdem derselbe vom Weibe geboren ist, verschlingen. Als Schlange speit er den Strom Wasser hinter dem Weibe her, das den Knaben geboren hat. Seine Kraft, seinen Thron und große Macht gibt der Drache dem Tier. Das Tier ist der Machtfaktor in dieser Zeit, der Träger dieser Herrschaft, die sich über alle Geschlechter, Völker, Zungen und Nationen erstreckt. Diese Tiermacht soll die Entscheidung bewirken dadurch, daß die Anbetung des Tieres erfolgen muß. Alle Tieranbeter müssen aufhören Gottesanbeter zu sein. Darin liegt die Entscheidung, die in dieser Zeit dadurch erfolgen soll, daß auf das Kommando der vier lebendigen Wesen die vier Reiter ihren Einfluß auszuüben beginnen. Was ist das Ende davon? Die beiden Tiere werden lebendig in den Feuersee geworfen, und der Drache wird von einem Engel mit einer großen Kette gebunden, in den Abgrund geworfen, versiegelt, damit er die Völker für die kommenden tausend Jahre nicht mehr verführen kann. Das ist das Ende von dem so machtvoll in Erscheinung tretenden Anfang, dem Auftreten der vier Reiter. Das ist die eine Seite.Auf der anderen Seite ist das erste Ergebnis von dem Einfluß dieser vier Reiter, daß zu den Seelen unter dem Altar die noch ausstehende Zahl hinzukommt. Wie die Früheren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten, erwürgt wurden, so ist in Offb.13,15 gesagt, daß alle getötet werden sollen, die das Tier nicht anbeten. Und in Offb.20,4 ist bezeugt, daß diese, die das Tier nicht angebetet haben, lebendig werden und mit Christo tausend Jahre regieren. So sind sie also wirklich nach dem, wie es in Offenbarung 13.Kapitel gesagt ist, durch das Tier getötet worden.
144000 werden dann mit dem Siegel des lebendigen Gottes versiegelt, die wir nach dem Bericht von Offenbarung 14 vereint mit dem Lamm auf dem Berge Zion sehen. Sie folgen dem Lamme nach als ihm ergebene Jungfrauen, wohin es geht, ist im Bericht gesagt. Wir finden sie als Weib für die Hochzeit bereit nach Offb.19,7. Dieses Weib ist nach Offb.21,9 das Weib, die Braut des Lammes. Somit sind diese Jungfrauen, die dem Lamme nachfolgen, wohin es geht, ihm bis zur Hochzeit des Lammes nachgefolgt. Wenn die Hochzeit des Lammes erfolgt, sind sie als Weib für die Hochzeit des Lammes zubereitet. Dieses Weib ist nach Offb.21,2 die heilige Stadt, das neue Jerusalem; nach Vers 10 ist es die Stadt, das heilige Jerusalem. In dieser Stadt ist nach Offb.22,2 der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt, jeglichen Monat gibt er seine Frucht, und die Blätter dieses Baumes dienen zur Heilung der Völker. Wenn es dann heißt:
„Und nichts Verbanntes wird mehr sein, und der Thron Gottes und des Lammes wird darinnen sein, und seine Knechte werden ihm dienen; und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein. Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes eines Leuchters, noch des Sonnenscheines; denn Gott der Herr erleuchtet sie, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb.22,3-5),
dann sind diese Knechte wieder die für die Hochzeit des Lammes zubereitete Braut, das Weib, die Braut des Lammes, und nach Offb.21,3 sind diese 144000 die Hütte Gottes. Die Hütte Gottes ist das Allerheiligste, das nach Dan.9,24 am Ende der siebenzig Wochen im Volke Gottes gesalbt werden sollte. Das Allerheiligste ist der Teil des Hauses Gottes, der hinter dem Vorhang ist nach Hebräer 9, der in der Gemeinde Gottes nach dem Zeugnis der Apostel in der Zeit, als die Apostel die Gemeinde unterwiesen haben, zustande kommen sollte. Am Ende der sieben Gemeindezeiten ist diese Hütte Gottes bei den Menschen. Gott wohnt in dieser Hütte dann bei seinem Volke, er wischt alle Tränen von ihren Augen ab. Der Tod ist nun nicht mehr, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz, das Erste ist vergangen. Das ist in dieser letzten Offenbarung der gezeigte vollendete Ratschluß Gottes.
Zuerst sollte dieses Allerheiligste im Volke Gottes zustande kommen, dann in der ersten Zeit der Gemeinde, der Zeit der Apostel. Nach der Offenbarung durch Johannes kommt die Hütte Gottes durch diese 144000 Knechte Gottes, die an ihren Stirnen mit dem Siegel des lebendigen Gottes versiegelt werden, am Ende der sieben Gemeindezeiten zustande, - und das in der Zeit, wenn der Engelfürst mit seinen Gehilfen auf den Plan treten muß, um von der Erdoberfläche alles vorhandene geistige Leben wegzufegen, um sich endgültig gegen diesen Einfluß zu sichern. Das, was er erreichen möchte, erreicht er nicht, aber das Gegenteil kommt zustande.Der Drache will den Knaben, wenn die Geburt vom Weibe erfolgt ist, verschlingen. Warum das? Durch diesen Knaben muß es erfüllt werden, was der Engel Gabriel der Maria nach dem Bericht von Lukas 1 mitgeteilt hat, indem er ihr nicht nur sagte, daß das Kind, das von ihr geboren werden würde, groß sein und des Höchsten Sohn genannt werden würde. Es soll auch Wirklichkeit werden, daß Gott der Herr ihm den Thron seines Vaters David gibt und daß er regiert über das Haus Jakobs in Ewigkeit und daß seines Reiches kein Ende sein wird. Dieses Zeugnis vom Engel Gabriel an die Maria ist nicht neu. Was weiß man schon davon? Man weiß, daß bereits in Daniel 2 in Verbindung mit der Offenbarung über den Traum, den der König Nebukadnezar über die kommenden vier Weltreiche hatte, dasselbe gesagt ist. Es heißt da:
„Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das ewiglich nie untergehen wird, und sein Reich wird auf kein anderes Volk übergehen. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen, es selbst aber wird ewiglich bestehen, - ganz so wie du gesehen hast einen Stein sich von dem Berge loslösen ohne Handanlegung, der das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was nach diesem geschehen wird. Das ist wahrhaftig der Traum und sicherlich seine Bedeutung!“ (Dan.2,44-45)Dann ist in Daniel 7 eine Erklärung gegeben wieder in Verbindung mit den vier Weltreichen, die Daniel im Bild von vier Tieren gesehen hat. Wenn das vierte Tier gerichtet ist, dann erfüllt es sich folgendermaßen:
„Ich sah in den Gesichten der Nacht und siehe, es kam einer in den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn; der gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm ward Gewalt, Ehre und königliche Würde verliehen, daß ihm alle Völker, Stämme und Zungen dienen sollten; seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, die nicht vergeht, und sein Königreich wird nie vernichtet werden.“ (Dan.7,13-14)
In Vers 22 heißt es:
„ … bis daß der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten Recht verschafft wurde und die Zeit eintrat, da die Heiligen zur Königsherrschaft kamen.“Zum dritten Mal heißt es in Vers 27:
„Aber die Herrschaft, Gewalt und Macht der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volke des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen!“In Daniel 8 muß der Engel Gabriel wieder den Zusammenbruch dieser letzten Macht des vierten Reiches zeigen, in der gleichen Weise nach dem Bericht in Daniel 9. In Daniel 12 heißt es dann noch zum Schluß dieses Buches:
„Zu jener Zeit wird der große Fürst Michael sich erheben, der über den Kindern deines Volkes steht; denn es wird eine Zeit der Not sein, wie noch keine war, seitdem ein Volk besteht, bis zu dieser Zeit. Aber zu der Zeit soll dein Volk gerettet werden, alle, die man im Buche eingeschrieben findet. Und viele von denen, die im Erdenstaube schlafen, werden aufwachen: die einen zu ewigem Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande.“ (Dan.12,1-2)Darauf haben wir bereits in Jesaja 26 hingewiesen. Wir sehen, daß diese Botschaft, die der Engel Gabriel der Maria bringt, nicht neu ist. Diese kommende Königsherrschaft des Sohnes Gottes hat Gott den Propheten seines Volkes schon in alter Zeit offenbart. Aber die Art und Weise, wie diese Königsherrschaft zustande kommt, ergibt sich erst aus dem Zeugnis der Offenbarung, und zwar daraus, daß in Psalm 2 erklärt ist:
„Warum toben die Heiden und brüten die Völker eitle Pläne? Die Könige der Erde stehen zusammen, und die Fürsten verabreden sich wider den Herrn und wider seinen Gesalbten: ‘Wir wollen ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen’!“ (Ps.2,1-3)Das geschieht im Auftreten der vier Reiter, wenn die ersten vier Siegel geöffnet werden. Dann heißt es weiter:
„‘Ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion!’ Berichten will ich von einer Verordnung; Jehova hat zu mir gesprochen: ‘Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Heische von mir, so will ich dir Völker zum Erbe geben und Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Scepter zerschmettern, sie zerschmeißen wie Töpfergeschirr’!“ (Ps.2,6-9)Was in Offb.2,26-28 berichtet ist, erklärt, wie diese Königsherrschaft aufgerichtet wird. Da heißt es:
„ … wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem will ich Macht geben über die Heiden. Und er wird sie mit eisernem Stabe weiden, wie Tongeschirr sie zerschlagen; wie auch ich von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm geben den Morgenstern.“Mit diesen Worten ist ausgesprochen, daß der Herr diese Königsherrschaft über die Heiden vom Vater bekommen hat, und daß er sie dem gibt, der überwindet und seine Werke bis ans Ende bewahrt. Das geschieht, indem in Offb.12,5 von dem Knaben, der vom Weibe geboren wird, gesagt ist, daß er alle Völker weiden soll mit eisernem Stab. Mit dem Hinweis:
„Ich bin die Wurzel und der Sproß Davids, der glänzende Morgenstern“ (Offb,22,16),
und indem in Offb.2,28 gesagt ist:
„ … ich will ihm geben den Morgenstern“,
ist damit die Übertragung der Königsherrschaft vom Herrn auf den Überwinder und dieser Vorgang als das Morgenstern-Licht bezeichnet. Das ist als verwirklicht bestätigt, indem es heißt:
„Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes, und die Macht seines Gesalbten gekommen!“ (Offb,12,10),
nachdem der Knabe, vom Weibe geboren, vom Drachen nicht verschlungen werden konnte, weil das Kind entrückt wurde zu Gott und zu seinem Thron. Es ergibt sich durch diese Entrückung zu Gott und zu seinem Thron die Erfüllung, daß nun das Heil und die Kraft und das Reich Gottes und die Macht seines Gesalbten gekommen ist. Damit ist erfüllt, wie es bezeugt ist:
„Die Königsherrschaft über die Welt ist unserem Herrn und seinem Gesalbten zuteil geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offb,11,15),
und daß die vierundzwanzig Ältesten bekennen, daß der Herr, unser Gott, der Allmächtige, der da ist und der da war, seine große Macht angenommen hat und König geworden ist. Dieser so zustande gekommenen Königsherrschaft gilt
der Tiereinfluß.
Es soll durch diese beiden Tiere verhindert werden, daß, nachdem die Königsherrschaft zustande gekommen ist, es auch noch verwirklicht wird, was in Offb.19,6 gesagt ist, daß der Herr, unser Gott, der Allmächtige, König geworden ist, und daß die Hochzeit des Lammes gekommen ist und sein Weib sich bereitet hat, daß ihr gegeben wurde, sich zu kleiden in feine Leinwand, rein und glänzend; die Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.
Zwischen diesem Zeugnis und dem Zeugnis von Offb.11,15 liegen zweiundvierzig Monate der Herrschaftszeit der beiden Tiere. Aber in dieser Zeit ist durch die Ausübung dieser Tiermacht erreicht worden, daß die Letzten, die noch getötet werden mußten, mit den Seelen unter dem Altar vereinigt wurden. Die Versiegelung der 144000 Knechte Gottes ist erfolgt, und die Vollendung dieser Versiegelten, daß sie die Hütte Gottes darstellen, damit Gott bei seinem Volke dann wohnen kann, konnte der Tiermachteinfluß nicht verhindern.Nun kommt zu diesen beiden Seiten, den Seelen unter dem Altar und den 144000 Versiegelten, als Drittes eine große Schar hinzu, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Johannes sieht sie vor dem Thron Gottes und dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen. Mit lauter Stimme rufen sie:
„Das Heil sei unserem Gott, der auf dem Throne sitzt und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Aeltesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Throne auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen! Lobpreisung und Ruhm und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Offb.7,10-12)
Daß einer von den Ältesten sagt:
„Wer sind diese, mit weißen Kleidern angetan, und woher sind sie gekommen?“ (Offb.7,13,
zeigt, daß diese Schar nicht von geringer Bedeutung ist. Die beiden Fragen: „Wer sind diese“ und: „Woher sind sie gekommen“ stellen das Wichtige in ihrer Darstellung dar. Wer sind sie? Johannes hat immer die rechte Antwort bekommen, wenn er etwas nicht gewußt hat. Einmal weint er, weil er über das, was er erleben muß, traurig ist und bekommt dann Antwort. Und hier sagt er einfach auf die Frage: „Mein Herr, du weißt es,“ und er bekommt Antwort:
„Das sind die, welche aus der großen Trübsal kommen.“ Was ist die große Trübsal? Ist irgendwo in der Schrift von einer großen Trübsal die Rede? In Matth.24,21-22:
„Denn alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen und auch nicht mehr kommen wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.“
Das ist ein klares Zeugnis. Was ist das nun für eine Zeit, wenn diese große Trübsal kommt, eine solche Trübsalszeit, die zu beachten wichtig genug ist, weil es noch keine solche gab seit dem Anfang der Welt und keine mehr sein wird. Diese große Trübsal ist das Schlimmste, was seit Anfang der Welt, was überhaupt in dieser Welt durchlebt werden muß. Wann ist diese große Trübsal? In den letzten dreieinhalb Jahren. Dazu heißt es:
„Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von welchem gesagt ist durch den Propheten Daniel, werdet stehen sehen an heiliger Stätte, (wer es lieset, der merke darauf!) …“ (Matth.24,15)
Hier ist das Kennzeichen dafür, in welcher Zeit die große Trübsal ist. Dieses Wort in Matth.24,15 weist auf Daniel 9 hin; da ist berichtet, daß der Greuel der Verwüstung in der Mitte der letzten Woche aufgerichtet wird. In Dan.8,14 ist gesagt, daß durch den Greuel der Verwüstung das Heiligtum während zweitausend und dreihundertmal Abend und Morgen verwüstet ist und dann in Ordnung gebracht wird. In Dan.7,25 sind dreieinhalb Zeiten genannt, die in Dan.12,7 als die Zeit bezeichnet sind, in der die Macht des heiligen Volkes zerstreut wird. Diese dreieinhalb Zeiten sind in Offb.12,14 als die Zeit bezeichnet, in der das Weib nach der erfolgten Geburt des Knaben in der Wüste an dem von Gott bereiteten Ort ernährt wird, und im 6.Vers ist diese Zeit als tausend zweihundert und sechzig Tage bezeichnet. Dann ist in Dan.12,11 gesagt, daß von der Zeit an, wenn der Greuel der Verwüstung aufgerichtet wird, tausend zweihundert und neunzig Tage sind, und in Vers 12 heißt es:
„Wohl dem, der ausharrt und erreicht tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage!“
So ist die Zeit von der Mitte gekennzeichnet durch das Aufstellen des Greuels der Verwüstung als eine Zeit von zweitausend dreihundertmal Abend und Morgen = tausend einhundert und fünfzig Tage. Die Zeit der dreieinhalb Zeiten ist tausend zweihundert und sechzig Tage, das sind hundertzehn Tage mehr, dann folgen tausend zweihundert und neunzig Tage, das sind wieder dreißig Tage mehr, dann tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage, das sind nochmals fünfundvierzig Tage mehr. So ist, wenn das Heiligtum in Ordnung gebracht wird, noch die Zeit von einhundertfünfundachtzig Tagen, bis das Ausharren belohnt wird, bis die Not vorbei ist in dieser Zeit. Die Tage der großen Trübsal werden verkürzt, sonst könnte kein Fleisch gerettet werden. Um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. Die Verkürzung dieser Zeit ist in der Zeit, wenn das Heiligtum in Ordnung gebracht wird, bis tausendzweihundert und sechzig, tausend zweihundert und neunzig, tausend dreihundert und fünfunddreißig Tage erfüllt sind. Die Zeit wird dadurch verkürzt, daß das Südreich den letzten Krieg beginnt. Bis zu der Zeit muß die Auswirkung der großen Trübsal erfolgen, die sich zweifellos darin auswirkt, daß das Tier angebetet werden muß, daß die getötet werden, die es nicht anbeten. Diese vom Tier verursachte große Trübsal wird dadurch aufhören, daß vom Südreich aus der letzte Krieg begonnen wird.
Wenn wir diese Trübsalszeit nicht kennen würden, wenn wir nicht wüßten, in welcher Zeit diese große Trübsal liegt, könnten wir das, was die große Schar bedeutet, gar nicht feststellen. Weil wir die Zeit nun kennen, daß diese große Trübsal die Tier-Zeit ist, - nicht die vollen zweiundvierzig Monate der Tierherrschaft, aber eintausend einhundert und fünfzig Tage von diesen zweiundvierzig Monaten der Tierherrschaft, so wissen wir, daß aus dieser Zeit eine große Schar kommt, die niemand zählen kann, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Gibt es eine so große Schar, die gar nicht zu zählen ist? 144000 können gezählt werden, so viel hat man in der Schule gelernt. Wie groß muß wohl die Schar sein, daß man für sie keine Zählmöglichkeit mehr findet? Kann das so verstanden werden, daß die Zahl so groß ist, daß man gar nicht so weit zu zählen vermag? Man weiß ja ungefähr, wie groß die ganze Weltbevölkerung ist, das stellt man auch durch Zählung fest. Nun kommt die große Schar aus dieser Weltbevölkerung heraus, sie muß also doch etwas kleiner sein als die ganze Weltbevölkerung. Wenn man die ganze Weltbevölkerung zählen kann, muß man doch auch die große Schar, die aus der Weltbevölkerung kommt, noch zählen können.
Warum heißt es hier: „die niemand zählen kann“? Das ist sehr einfach. Diese Schar ist vorhanden in dieser Zeit der großen Trübsal, sie kommt aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Zungen. Es ist scheinbar auf Gottes Erdboden nicht ein Volk, eine Nation, ein Stamm, sei es das Volk Gottes, seien es alle übrigen Völker, die nicht zu dieser großen Schar etwas beitragen. Es muß also eine große Schar sein, und zwar besteht sie aus solchen, die mit weißen Kleidern angetan sind. Sie sind darum mit weißen Kleidern angetan, weil sie ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen und helle gemacht haben, mit anderen Worten, es sind Menschen, die sich in dieser großen Trübsal zu Gott und dem Lamm, gerade zu dieser Gottesordnung gestellt haben, die der Engelfürst mit seinem großen Einfluß vom Erdboden wegfegen wollte. Diese große Trübsal ist die größte Missionsstunde, die die Christenheit bisher kennt. Noch nie hat sich in so kurzer Zeit eine so große Schar zu Gott und zu seinem Werk, das er in Christo Jesu zustande gebracht hat, gestellt, bekehrt, - aber anders, als man Bekehrungen sonst gern in großem Umfang nach Menschenart und -weise gemacht hat, wofür man die Bezeichnung „Strohfeuer“ erfunden hat, weil im großen ganzen viel Geschrei und wenig Wolle vorhanden war. Wenn diese große Schar vorhanden ist, dann ist jedes, das dieser Schar angehört, echt bekehrt. Sie haben dann nicht nur ihre Kleider im Blute des Lammes gewaschen, sie haben ihre Kleider auch helle gemacht, daß sie tatsächlich vor dem Thron Gottes und dem Lamm in hellen Kleidern sind. So können wir es verstehen, daß es eine Schar ist, die man nicht zählen kann, weil es zweifellos in dieser Zeit niemand gibt, der weiß, wo überall diese sind, die sich in dieser großen Trübsal zu Gott, zu dem Heil, das Christus ist, gestellt haben. Da ist von seiten des Teufels wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht worden. Er will alles erreichen, und was er schafft, ist: viel Frucht für Gott!
Man ist gewöhnlich so leicht mit dem Ausspruch bei der Hand, die Gnadenzeit sei vorbei. Statt dessen ist diese große Trübsalszeit gerade eine Gnadenzeit, wie überhaupt noch keine war, seit Menschen bestehen. Wenn es eine Trübsal ist, wie noch keine war seit Anfang der Welt, dann ist in dieser Trübsalszeit die Gnade Gottes wirksam wie noch nie in der Welt. Der Beweis dafür ist die große Schar, nicht nur groß in dem Sinn, daß diese Schar sich nun einmal der menschlichen Beurteilung entzieht, daß niemand sagen kann in dieser Zeit: es haben sich so und so viele bekehrt, daß man weder augenblicklich noch zukünftig damit Reklame machen könnte, wie man es so gern gewohnt war. Hier kann niemand die Größe der Zahl feststellen. Scheinbar ist das nicht das Wichtigste, daß man weiß, wie viele sich in der Zeit bekehrt haben. Die Tatsache ist anscheinend wichtiger, daß einer von den vierundzwanzig Ältesten darauf hinweisen kann, daß ihre Bekehrung grundecht ist, daß die Wirkung des Blutes des Lammes bei dieser großen Schar jedenfalls an Gründlichkeit alles bedeutend übertrifft, was in der ganzen Christenheit durch Bekehrung und Stellungnahme zu Gott und dem Lamm jemals erreicht worden ist. Das ist es, was hier eine solche große Schar als Ergebnis der großen Trübsal predigt!
Aber das ist ja nur der Anfang von dem, was werden muß. Denn soll diese große Schar nun an dem Platz gesehen werden, wo man diese große Schar sehen muß, dann ist ein Kennzeichen gegeben, indem zum Schluß dieses Berichtes gesagt ist, daß Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen. Die gleichen Worte: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ sind in Offenbarung 21 von dem Volke Gottes gebraucht, wo es heißt, daß, nachdem die Hütte Gottes bei den Menschen ist:
„sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.“ (vgl.Offb.21,3-4)
Weil die gleichen Worte, wie sie bei der großen Schar gebraucht sind, auch hier wieder angewendet werden, so ist das der gleiche Vorgang. Gott behandelt die große Schar ebenso wie er sein Volk behandelt, wenn er bei seinem Volke in seiner Hütte wohnt. Folglich muß ein großer Teil von dieser großen Schar das gereinigte, sich zu Gott zurückgefundene Volk Gottes darstellen. Das Volk Gottes ist nun aber auf dem Boden, auf dem sie die zwölf Stämme darstellen, die wieder in engster Verbindung mit den zwölf Toren der heiligen Stadt sind, die genannt sind nach den zwölf Stämmen des Volkes Gottes. Und von dieser heiligen Stadt sind die Grundfesten, deren Baumeister Gott ist, die zwölf Apostel des Lammes, zwölf Apostel aus den zwölf Stämmen des Volkes Gottes. Dann ist noch gesagt:
„Selig sind, die ihre Kleider waschen, auf daß sie Macht erlangen über den Baum des Lebens und durch die Tore eingehen in die Stadt.“ (Offb.22,14)
Diese große Schar sind Kinder Gottes geworden in der großen Trübsal; dadurch, daß sie ihre Kleider gewaschen und helle gemacht haben im Blute des Lammes, ist ihnen nun der Weg zum Baum des Lebens im Paradiese Gottes frei, daß sie essen können vom Baum des Lebens und die Unsterblichkeit erlangen. Die getötet werden, kommen als Seelen unter den Altar. Die ihre Kleider helle machen, sind solche, die nicht zu den Seelen unter dem Altar kommen, sondern in erster Linie den Überrest der zwölf Stämme - außer den übrigen Völkern - darstellen, der sich zu Gott bekehrt trotz der Tierherrschaft, welche unter denen, die auf Erden wohnen, die tötet, die das Tier nicht anbeten. Gerade unter dem sich auswirkenden Einfluß der Tiermacht kommt die große Schar zustande, die ihre Kleider im Blute des Lammes wäscht. Alle diese sich auswirkenden Vorgänge unter der Tierherrschaft leitet diese große Schar zu Gott zurück. Sie sind eben nicht so dem Tiereinfluß ausgesetzt wie diejenigen, die das Tier direkt anbeten müssen. Sie bekehren sich erst jetzt in dieser Zeit, während die anderen längst bekehrt sind, längst gläubig sind, und als Gläubige lange genug untreu gewesen sind in ihrem Hin- und Herpendeln zwischen denen, die versiegelt werden, und denen, die auf der Erde wohnen. Sie sind bei denen geblieben, die auf der Erde wohnen und haben das Siegel Gottes nicht auf ihre Stirne bekommen. Nun müssen sie endgültig die Entscheidung treffen, ob sie das Tier anbeten oder nicht. Beten sie es an, dann fallen sie ab. Beten sie es nicht an, dann werden sie zu den Seelen unter dem Altar vereinigt, aber nicht zur großen Schar, die dann den Überrest des Volkes Gottes und einen Teil aus allen übrigen Völkern darstellt. Wenn diese große Schar vorhanden ist, dann ist auch der Tiereinfluß ausgelöscht; er dauert nur so lange, wie dem Tier zweiundvierzig Monate Zeit zur Machtausübung gegeben ist. Die Zeit geht ja vorüber.
Das Mahl des Herrn
(1.Kor.11,23-32)
Ob man das Mahl würdig genießt oder unwürdig, das wird zuletzt an dem offenbar, ob man den Tod des Herrn verkündigen kann, bis daß er kommt, oder aus dem Grunde, weil man zu diesen Seelen unter dem Altar hinzukommt, man den Tod des Herrn nicht so lange verkündigen kann, bis daß er kommt. Kinder Gottes, die sterben müssen, können den Tod des Herrn nicht mehr verkündigen. Dabei ist jedoch zu unterscheiden zwischen denen, die als Trankopfer durch den Tod geführt werden, und denen, die sterben müssen, die der Herr darum richtet, weil sie das Mahl unwürdig genossen haben.
Wie kann man das Mahl würdig genießen? Wie kann man den Tod des Herrn verkündigen? - ohne Worte, einfach durch Genießen des Mahles, durch Essen von einem Brot und Trinken aus einem Kelch? Wie genießt man auf diese Weise das Mahl würdig? Indem man den Tod des Herrn verkündigt, d.h., daß Jesus das Opfer geworden ist. Deshalb ist auch das Mahl das Gedächtnis von diesem Opfer Jesu. Man kann den Tod des Herrn nur dadurch verkündigen, daß man es darstellt, daß man mitgestorben ist. Stellt ein Kind Gottes es nicht dar, daß es mit Christo gestorben ist, dann kann es das Mahl nicht so genießen, daß der Genuß des Mahles eine Verkündigung von dem ist, daß Jesus gestorben ist. Wenn Jesus gestorben ist und ich lebe, dann kann ich das Mahl alle Tage genießen, und ich genieße es jedesmal unwürdig. Darum heißt es in 2.Kor.5,14-17:
„Denn die Liebe Christi hält uns fest, die wir dafür halten, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferwecket ist. So kennen wir denn von nun an niemanden mehr nach dem Fleische, obgleich wir auch Christum nach dem Fleische gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“
Was heißt das, zu wissen, daß man in dem einmal Gestorbenen am Kreuz mitgestorben ist, daß man nicht mehr sich selbst lebt, niemand nach dem Fleische kennt, weder sich noch irgend jemand anders, anders als niemand verurteilen, niemand richten, über niemand den Stab brechen, auf niemand mit Fingern zeigen, weil sie Fehler machen, unvollkommen sind, nicht nur das. Sonst könnte Paulus nicht sagen „auch nicht Christus“; denn bei Christo kommt das ja nicht vor, daß man sich an seinen Fehlern stoßen könnte. Also kommt es einfach nur darauf an, daß man auf Grund des Opfers Jesu Christi erkennt und anerkennen muß, daß die Ordnung des Fleisches durch die Ordnung des Neuen, das Gott aus den Toten auferweckt hat, ergänzt ist. Nicht das hat Jesus durch seinen Tod beseitigt, was im praktischen Leben als Schwachheit, Fehler, Versündigungen in Erscheinung tritt. Was er in seinem Opfer beseitigt hat, ist der Leib, den Gott von Erde gebildet hat. Dieser von Erde gebildete Leib im Zustand der Sterblichkeit, Verweslichkeit, Vergänglichkeit ist nicht mehr vorhanden, nachdem Jesus denselben in seinem Leibe für alle Menschen am Kreuz in den Tod gegeben hat, er begraben wurde und Gott diesen Leib, frei von dem Einfluß des Fürsten dieser Welt, nicht mehr im Zustand der Sterblichkeit, der Verweslichkeit, sondern im Zustand der Herrlichkeit der Unsterblichkeit, von den Toten auferweckt, zur Rechten Gottes erhöht hat, wo er Wohnung Gottes ist. Das muß durch das würdige Genießen des Mahles verkündigt werden. Man kann nur das Mahl würdig genießen durch das Erkennen, daß man nicht im Fleische, sondern im Geiste, daß man in Christo Jesu ist. Und wenn Kinder Gottes in ihrer Unmündigkeit diese Einsicht, Erkenntnis und Fähigkeit, diese Stellung einzunehmen, nicht haben, dann können sie das Mahl nicht anders würdig genießen, als daß sie ihre Verbundenheit als Kind mit dem Vater, die in der Zeugung verankert ist, kennen und in dieser Verbundenheit und Hinkehr als Kind zum Vater, in der Gemeinschaft mit dem Vater, mit dem es auf Grund dieser Zeugung verbunden ist, in der Lage sind, das Mahl in dieser Zusammengehörigkeit doch würdig zu genießen, wenn auch die persönliche Reife und Selbständigkeit der Stellung in Christo noch fehlt.
Das muß gründlich verstanden werden. Es sollte nicht in der althergebrachten Oberflächlichkeit und Leichtfertigkeit das Mahl genossen werden. Zuletzt kommt es doch auf das hinaus, daß das beständige unwürdige Genießen des Mahles dahin führt, daß Kinder Gottes sterben müssen, und nur das würdige Genießen des Mahles führt endlich dahin, daß ein Kind Gottes so lange den Tod des Herrn verkündigt, bis der Herr kommt und es mit ihm in Herrlichkeit offenbar wird als Folge davon, daß es immer dafür gesorgt hat, daß es das Mahl würdig genießen konnte. Das liegt in des Kindes Gottes Hand. Es ist in seine Hand gelegt, sich selbst zu richten und zu prüfen. „Wer sich selbst richtet, wird vom Herrn nicht gerichtet“. Wer sich selbst richtet, nimmt das Mahl würdig. Wer die Selbstprüfung und das Selbstgericht versäumt, der wird vom Herrn gerichtet, der hat das Mahl unwürdig genossen, und deshalb muß der Herr richtend eingreifen.
-.-.-.-.-.-.-.
|
|
|