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Aurelius Augustinus Selbstgespräche












http://www.deutsche-liebeslyrik.de/gottesli/august1.htm

Aurelius Augustinus (354-430)

O Gott, Du Gründer des Weltalls,
gewähre mir zuerst,
daß ich Dich gebührend anflehe,
sodann, daß mein Benehmen
Deiner Erhörung würdig werde,
und zuletzt,
daß Du mich ganz frei machst -

Gott, durch den alles,
was durch sich nicht sein könnte, nach dem Sein strebt -
Gott, der Du noch nicht einmal das zugrunde gehen läßt,
was sich gegenseitig vernichtet -

Gott, der Du aus dem Nichts jene Welt erschaffen hast,
die aller Augen als sehr schön empfinden -

Gott, der Du nichts Schlechtes hervorbringst
und das Sein so erschaffst,
daß es nicht ganz schlecht wird -

Gott, der Du den Wenigen, die zu dem,
was Wahrheit ist, ihre Zuflucht nehmen, zeigest,
daß Übel ein Nichts ist -

Gott, durch den das Universum
auch mit seiner widerwärtigen Seite vollkommen ist -

Gott, von dem aus selbst der bis zum Äußersten
gehende Mißklang nichts ist,
da ja das Schlechte mit dem Besseren wohl
zusammenklingt -

Gott, den alles liebt, was lieben kann,
wissend oder nichtwissend -

Gott, in dem alle Dinge sind,
für den jedoch der gesamten Schöpfung
Häßlichkeit nicht häßlich ist,
dem böser Wille nicht schadet,
dem Irrtum nicht in die Irre geht -

Gott, der Du nur die Reinen
das Wahre wissen lassen wolltest -

Gott, Vater der Wahrheit,
Vater der Weisheit
Vater des wahren und höchsten Lebens,
Vater der Glückseligkeit,
Vater des Guten und Schönen,
Vater des geistigen Lichtes,
Vater unserer Wachsamkeit und Erleuchtung,
Vater des Unterpfandes,
durch das wir angetrieben werden,
zu Dir zurückzukehren -

Dich rufe ich an,
Gott Wahrheit,
in dem und von dem und durch den
alle Dinge wahr sind, welche wahr sind -

Gott Weisheit,
in dem und von dem und durch den
weise sind alle Wesen, die weise sind -

Gott wahres und höchstes Leben,
in dem und von dem und durch den
leben alle die Wesen,
die in wahrem und höchstem Sinne leben -

Gott Glückseligkeit,
in dem und von dem und durch den
glückselig sind alle die Wesen,
die glückselig sind -

Gott Güte und Schönheit,
in dem und von dem und durch den
gut und schön sind alle die Wesen,
die gut und schön sind -

Gott geistig Licht,
in dem und von dem und durch den
alle Dinge geistig leuchten,
die geistig leuchten -

Gott, dessen Reich eine ganze Welt ist,
die unser Sinn nicht kennt -

Gott, aus dessen Reich das Gesetz auch
in diese irdischen Reiche hinab geschrieben wird -

Gott, von dem Sichabwenden Fallen,
zu dem Sichhinwenden Wiederaufstehen,
in dem Bleiben Feststehen ist -

Gott, von dem Fortgehen Sterben,
zu dem Zurückkehren Wiederlebendigwerden,
in dem Wohnen Leben ist -

Gott, den nur verliert, wer betört ist,
den nur aufsucht, wer aufgefordert ist,
den nur findet, wer gereinigt ist -

Gott, den Verlassen gleich ist mit Untergehen,
zu dem Hinstreben gleich ist mit Lieben,
den Sehen gleich ist mit Besitzen -

Gott, zu dem der Glaube hintreibt,
die Hoffnung anregt,
die Liebe Bande schlingt -

Gott durch den wir den Feind besiegen,
Dich flehe ich herab.

Gott durch den wir empfingen,
daß wir nicht ganz zugrunde gehen -

Gott, von dem wir ermahnt werden,
daß wir Wache halten -

Gott, durch den wir
das Gute von dem Schlechten unterscheiden -

Gott, durch den wir das Schlechte fliehen
und dem Guten folgen -

Gott, durch den wir es haben,
daß wir keiner Widerwärtigkeit weichen -

Gott, durch den wir gut dienen und gut herrschen -

Gott, durch den wir lernen,
daß uns fremd ist, was wir einst für unser,
und daß unser ist, was wir einst für fremd hielten -

Gott, durch den es kommt,
daß wir an dem Köder und den Lockmitteln
der Bösen uns nicht festbeißen -

Gott, durch den es kommt,
daß uns Kleinliches nicht kleinlich macht -

Gott, durch den es kommt,
daß unser besseres Ich nicht
dem schlechteren unterworfen wird -

Gott, durch den der Tod in Sieg aufgelöst wird -

Gott, der Du uns bekehrest -

Gott, der Du uns dessen,
was nicht ist, entledigst
und mit dem, was ist, bekleidest -

Gott, der Du uns der Erhörung würdig machst -

Gott, der Du uns stark machst -

Gott, der Du uns in jegliche Wahrheit einführest -

Gott, der Du uns alles Gute sagst
und uns weder unsinnig machst
noch von irgend jemand machen lässest -

Gott, der Du uns auf den Weg zurückrufst -

Gott, der Du uns zur Pforte hinführst -

Gott, der Du den Anklopfenden öffnen läßt -

Gott, der Du uns das Brot des Lebens gibst -

Gott, durch den wir nach dem Trank dürsten,
nach dessen Genuß wir niemals mehr
durstig sein werden -

Gott, der Du die Welt wegen Sünde,
Gerechtigkeit und Gericht
zur Rechenschaft ziehen wirst -

Gott, durch den es kommt,
daß die uns nicht beeinflussen,
die gar keinen Glauben haben -

Gott, durch den es kommt,
daß wir den Irrtum derer tadeln,
die glauben, daß es bei Dir
keinerlei Verdienste der Seele gebe -

Gott, durch den wir den schwachen
und dürftigen Elementen nicht dienen -

Gott, der Du uns läuterst
und für die göttlichen Belohnungen vorbereitest -
komm Du in Deiner Gnade zu mir!

Was auch immer ich sagte,
Du, der alleinige Gott,
Du komme mir zur Hilfe!
Du eines, ewiges, wahres Wesen,
bei dem keine Zwietracht,
keine Verwirrung,
kein Wandel,
kein Mangel
und kein Tod ist -

Bei dem die höchste Eintracht,
die höchste Einsicht,
die höchste Beständigkeit,
die höchste Fülle,
das höchste Leben ist -

Bei dem weder etwas abgeht noch überfließt -

Bei dem der Erzeuger und der Erzeugte eines ist -

Gott, dem alles zu Dienste ist,
was dient, dem jede gute Seele willfährt -

Nach dessen Gesetz die Pole sich drehen,
die Sterne ihren Lauf durchmessen,
die Sonne den Tag entwickelt;
der Mond die Nacht milder macht
und die ganze Welt durch die Tage
mit ihrem Wechsel von Licht und Nacht,
durch die Monate mit der Zu- und Abnahme des Mondlichtes,
durch die Jahre mit der Aufeinanderfolge
von Frühling, Sommer, Herbst und Winter,
durch die Fünfjahrspannen
mit der Vollendung des Sonnenlaufes,
durch die großen Kreisläufe
mit der Wiederkehr der Gestirne
zu ihrem Ausgangspunkt
über eine große Beständigkeit der Dinge,
soweit der Sinnenstoff es gestattet,
nach den Ordnungen
und den Verwicklungen der Zeiten
die Wache hält -

Gott, nach dessen in Ewigkeit feststehenden Gesetzen
die unbeständige Bewegung
der veränderlichen Dinge
niemals in Verwirrung gebracht
und durch die Zügel
der herumkreisenden Jahrhunderte
immer zur Ähnlichkeit
mit der Beständigkeit zurückgerufen wird,
nach dessen Gesetzen
der Willensspruch der Seele
ein freier ist,
den Guten Belohnungen,
den Bösen aber Strafen,
nach Notwendigkeiten,
die über alles hin festliegen,
zugeteilt werden -

Gott, von dem auf uns alles Gute herfließt,
durch den von uns alle Übel
ferngehalten werden -

Gott, über den hinaus nichts,
außer dem nichts,
ohne den nichts ist -

Gott, unter dem das Ganze ist,
in dem das Ganze ist,
mit dem das Ganze ist -

Der Du den Menschen
nach Deinem Ebenbilde
und Gleichnisse geschaffen hast,
was der erkennt, der sich selbst kennt -

Erhöre, erhöre, erhöre mich, mein Gott,
mein Herr,
mein König,
mein Vater,
mein Ursprung,
meine Hoffnung,
mein Anteil,
meine Ehre,
mein Haus,
mein Vaterland,
meine Rettung,
mein Licht,
mein Leben;
erhöre, erhöre mich
auf jene Dir eigene Weise,
die nur Wenigen
ganz bekannt ist!
Erhöre mich!

Schon liebe ich Dich allein;
Dir allein folge ich;
Dich allein suche ich;
Dir allein will ich dienen,
weil nur Du gerecht herrschest;
unter Deinem Recht
begehre ich zu stehen.

Befiehl, bitte, und verfüge,
was immer Du willst;
aber heile und öffne meine Ohren,
damit ich Deine Stimme höre!
Heile und öffne meine Augen,
daß ich Deine Winke ersehe!
Treibe hinaus aus mir alle Unvernunft,
daß ich Dich wiedererkenne!
Sage mir, auf welchem Wege ich Dich erwarten soll,
damit ich Dich erblicke!
Dann hege ich die Hoffnung,
daß ich alles tun werde,
was Du gebietest.

Nimm wieder auf, ich bitte,
Deinen Flüchling,
o Herr, mildester Vater!
Schon dürfte ich übergenug Strafe verbüßt,
lange genug in der Knechtschaft
deiner Feinde gelebt haben,
die Du unter Deinen Füßen hältst,
lange genug der Spielball
von Trugkünsten gewesen sein.
Nimm mich, der ich jenen entfliehe,
als einen ins Haus gehörenden Diener
wieder auf,
da ja auch jene,
als ich Dich verließ,
mich, obwohl ich ein Fremdling,
aufgenommen haben!

Daß ich zu Dir zurückkehren muß,
fühle ich:
öffne mir, dem Klopfenden,
Deine Pforte;
zeige mir den Weg, der zu Dir führt!
Ich habe nichts als den guten Willen;
jetzt weiß ich nichts anderes,
als daß man alles Vergängliche
und Hinfällige verschmähen,
das Sichere und Ewige aber aufsuchen soll.
Das tue ich, Vater,
da dies das einzige ist,
was ich weiß;
aber ich weiß nicht,
von wo aus man zu Dir gelangt.
Du,
gib mir Deinen Rat und Fingerzeig!
Du, reiche mir die Wegzehrung!

Finden durch Glauben Dich jene,
die zu Dir ihre Zuflucht nehmen,
so schenke mir Glauben;
wenn durch Tugend, so gib Tugend;
wenn durch Wissenschaft,
so verleihe Wissenschaft!
Vermehre in mir den Glauben,
vermehre die Hoffnung,
vermehre die Liebe!
O du bewundernswerte
und einzigartige Güte!

Dir nahe ich werbend für mich,
und die Mittel,
mit denen man Dir werbend nahen kann,
erflehe ich wieder von Dir.
Denn wenn Du einen verläßt,
ist er dem Untergang geweiht;
aber Du verlässest nicht,
da Du das höchste Gut bist,
das noch niemand
in der richtigen Weise gesucht,
ohne daß er es nicht irgendwo fand.
Jeder aber hat
in der richtigen Weise gesucht,
den Du richtig zu suchen bestimmt hast.

Laß mich, Vater,
Dich suchen und befreie mich vom Irrtum!
Wenn ich Dich suche,
soll mir nichts anderes
statt Deiner begegnen!
Wenn ich nichts anderes begehre,
werde ich Dich,
ich bitte Dich darum, lieber Vater,
auch finden.
Wenn aber in mir
noch ein Streben nach irgendeinem Überflüssigen ist,
dann reinige Du selbst mich
und mache mich geeignet,
Dich zu erblicken!
Doch in Hinsicht auf das Wohl
dieses meines sterblichen Leibes
empfehle ich,
solange ich im unklaren bin,
was mir oder auch meinen Lieben
aus ihm Nützliches kommen kann,
weisester und bester Vater,
Dir das Nötige an,
und ich will nur das erbitten,
wozu Du zur Zeit ermahnst.
Nur um das flehe ich
Deine übergroße Milde an,
daß Du mich innerlichst
ganz zu Dir lenkest,
daß Du mir auf dem Wege zu Dir
nichts widerstreiten lässest
und daß Du mir,
solange ich diesen Leib lenke und trage,
gebietest,
rein,
großherzig,
gerecht und klug,
ein vollkommener Liebhaber
und Empfänger Deiner Weisheit
und würdig einer Wohnung
und ein dauernder Bewohner
Deines wahrhaft
glückseligsten Reiches zu sein.


So sei es, so sei's!

http://www.adveniat.de/bildung/gebet_arch.htm?0402

Du bist der Gott des Lebens

Du bist der Gott des Lebens,
du schufst die Welt mit Macht,
du hast auch uns geschaffen,
hast alles gut gemacht.

Du bist der Gott des Lebens,
du liebst was schwach und klein,
du willst, dass wir es schützen,
so soll es bei uns ein.

Du bist der Gott des Lebens
und der Gerechtigkeit,
du willst, dass wir sie üben,
in dieser unsrer Zeit.

Du bist der Gott des Lebens,
du gabst uns Fluss und Wald,
du willst, dass wir sie achten,
und sorgen für Erhalt.

Du bist der Gott des Lebens,
wir sind Geschöpfe dein,
du willst, dass wir dir dienen,
und keiner sei allein.

Du bist der Gott des Lebens,
du willst nicht Krieg und Tod,
du willst, dass wir dir folgen,
in Freude, Leid und Not.

Du bist der Gott des Lebens,
du gabst uns deinen Sohn,
ihm wollen treu wir bleiben,
auch wenn Gefahren drohn.



Lied aus Lateinamerika
aus: Zeugen des Glaubens in Paraguay, ADVENIAT

suchwort: mit gott glückselig werden
http://philos-website.de/index_g.htm?autoren/cicero_g.htm~main2

Über das Wesen der Götter

Ein Gott ist frei von aller Beschwernis, sagt er.
Epikur hält wahrhaftig, so wie verzogene Kinder, nichts für besser als den Müßiggang. Doch selbst die Kinder haben, auch wenn sie nichts tun. Freude an irgendeiner unterhaltsamen Beschäftigung. Wollen wir den tatenlosen Gott so im Nichtstun erstarren lassen, daß wir, sollte er sich nur rühren, befürchten müssen, er könne nicht mehr glückselig sein? Eine solche Äußerung spricht den Göttern nicht nur jede göttliche Bewegung und Aktivität ab, sondern macht auch die Menschen träge, sofern nicht einmal mehr ein Gott, der tätig ist, glückselig sein kann.

(103) Doch angenommen, der Gott sei, sowie ihr das wollt, ein Bild und Abbild des Menschen. Wo ist seine Wohnung, wo sein Sitz und Platz? Ferner, welches Leben führt er, und wodurch ist er, worauf ihr ja besteht, glückselig? Jemand, der glückselig sein soll, müßte nämlich seine Güter verwenden und genießen. Denn selbst von den seelenlosen Wesen hat jedes seinen ureigenen Platz: Die Erde nimmt die unterste Stelle ein, das Wasser überflutet sie; der darüberliegende Raum ist der Luft und der oberste den himmlischen Feuerkörpern zugewiesen. Von den Tieren aber leben die einen auf dem Land, andere im Wasser, wieder andere sind gleichsam als Doppelwesen in beiden Elementen zu Hause, und es gibt sogar welche, die angeblich durch das Feuer entstehen und die man oft in brennenden Öfen herumflattern sieht.

(104) Ich frage also erstens, wo euer Gott wohnt, zweitens, weshalb er seinen Platz verläßt, wofern er sich überhaupt einmal bewegt, dann — da es für Lebewesen charakteristisch ist, etwas, was ihrer Natur entspricht, zu begehren —, was ein Gott begehrt, wofür er denn überhaupt seinen Geist und Verstand einsetzt, und letztens, auf welche Weise er glückselig ist, auf welche Weise ewig. Egal nämlich, welche dieser Fragen Epikur berührt, es ist eine wunde Stelle: Eine so schlecht aufgebaute Lehre kann zu keinem Ergebnis führen.

(105) Dies waren ja deineWorte. Die Erscheinung des Gottes werde durch geistige Tätigkeit, nicht durch die Sinne erfaßt, und sie habe keine (räumliche) Festigkeit und bleibe auch nicht individuell die gleiche, und sein Bild sei so beschaffen, dass es in seiner Ähnlichkeit (bzw. Artgleichheit) und durch den Übergang wahrgenommen werde und der aus den zahllosen Atomen erfolgende Strom ähnlicher Bilder niemals aufhöre; als Folge davon glaube unser darauf gerichteter Geist an die Glückseligkeit und Ewigkeit dieses Wesens. Gerade bei den Göttern, über die wir hier reden, was soll das bloß alles bedeuten? Falls sie nämlich nur unser Denken angehen und weder körperliche Dichte noch ausgeprägte Konturen besitzen, welchen Unterschied macht es dann, ob wir an einen Hippokentaur oder an eine Gottheit denken? Denn jede derartige Vorstellung der Seele bezeichnen alle anderen Philosophen als leere Seelenregung, ihr jedoch sprecht von Bildern, die zur Seele kommen und in sie eindringen.


http://www.hermes-trismegistos.com/mensch.html

Zitat:
Die Gott-Erden-Menschen tragen in sich - ob bewusst oder unbewusst - das Wissen um ihren göttlichen Ursprung. Sie verwenden in der Regel das Wort "GOTT" so selbstverständlich wie jedes andere Wort, ja, es kommt ihnen immer wieder wie von selbst über die Lippen. Hierin unterscheiden sie sich von den (meisten) All-Gott-Menschen, die häufig Probleme haben, das Wort "GOTT" oder "göttlich" in den Mund zu nehmen und zu verwenden.
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