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Die Verfilmung über das Leben Carl von Stauffenberg geriet in den letzten Wochen sehr in die Schlagzeilen der Presse.
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE.....Tpl~Ecommon~Scontent.html
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Über Stauffenberg hat der Historiker Gerhard Ritter gesagt, in ihm habe „ein Stück dämonischen Machtwillens und Herrentums“ gesteckt, ohne dass der Attentatsplan im Sande verlaufen wäre. Dasselbe könnte man, mit ein paar Abstrichen beim Herrentum, über Tom Cruise sagen. Ohne ihn wäre das Projekt „Valkyrie“ vielleicht beim Fernsehsender HBO oder beim History Channel gelandet. Jetzt aber werden wir uns, wenn der Film im nächsten Jahr ins Kino kommt, vielleicht fragen, ob Stauffenberg nicht schon immer wie Tom Cruise ausgesehen hat. Das ist sein größtes Versprechen. Und seine größte Gefahr. |
Im Zusammenhang mit Stauffenberg tauchte dann das erste Mal auch der George-Kreis ins Blickfeld.
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de
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Das Thema George-Kreis ist neu und erst jetzt in den Diskussionen in den Foren in Erscheinung getreten.
Wer also war der George-Kreis und weshalb fühlte sich Stauffenberg zu diesem Kreis so hingezogen ?
Hat sich Jemand im Forum schon damit beschäftigt ?
Und seltsam, gerade jetzt, durch die Diskussionen um den Film lernt man den George-Kreis kennen, von dem man vorher nie gehört hat.
http://www.dradio.de/dlr/sendungen/merkmal/217327/
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Bald formiert sich um den Dichter eine illustre Gemeinschaft von Künstlern, Gelehrten - und auch Exzentrikern aller Art: Man diskutiert, schreibt und schwadroniert über den Menschen in der Antike, griechische Ideale, Mystik, aber auch über Rasse und Staat. Georges Dichtung wird zur Verkündigung eines neuen Menschentums, er selbst stilisiert sich als Prophet und Führer, seine Anhänger nennen ihn "den Meister".
Schnell gewöhnt er sich den Duktus eines Herrschers an, der mit aristokratischer Gebärde befiehlt, Widerspruch ist nicht erlaubt. Zeitlebens hat George keinen festen Wohnsitz, er reist von Ort zu Ort, wohlversorgt von seinen Untertanen. So entsteht ein regelrechter Kult, der vor allem an den Universitäten um sich greift. Eine ganze Generation jüngerer Geisteswissenschaftler steht in Georges Bann, denkt und lehrt in seinem Sinn. Mit hohem Pathos und Anspruch. So heißt es in einem 1902 erschienenen Buch: |
Weshalb, so fragt man sich, hat Stauffenberg dieses Attentat verübt, was sollte danach werden in Deutschland , welche Ideale vertraten die Männer des 20. Juli 1944 ?
http://www.jf-archiv.de/archiv04/304yy39.htm
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Er war der Mann der Tat
Warum Claus Schenk Graf von Stauffenberg eine deutsche Ausnahmegestalt ist
Karlheinz Weißmann
Man wird nicht behaupten können, daß Stauffenberg in Vergessenheit gerät. Eher ist von einem steigenden Interesse an seiner Person, seinem familiären und geistigen Hintergrund zu sprechen. Das gilt für die breitere Öffentlichkeit, wie man am Erfolg der Spielfilme über den 20. Juli 1944 von ARD und ZDF feststellen konnte, und es gilt erst recht für die Geschichtsschreibung. Mit den Arbeiten von Christian Müller, Peter Hoffmann und Eberhard Zeller, der selbst noch dem Umkreis Stauffenbergs angehört hatte, wurden gründliche und eindringliche Darstellungen seines Lebens vorgelegt. Damit konnten auch die älteren Verzerrungen beseitigt werden, die entweder alle Konturen eingeebnet oder Stauffenberg zum Prototyp des bekehrten Hitleranhängers gemacht hatten, der 1933 an der Spitze einer Demonstration durch Bamberg gezogen war und erst unter dem Eindruck des Kriegsverlaufs seine Haltung korrigierte.
Dieser größeren Exaktheit in der äußeren Erfassung Stauffenbergs steht allerdings ein Verlust an innerer Erfassung gegenüber. Hoffmann hat in seinem großen Buch über die Brüder Stauffenberg geäußert, es fehle den Heutigen das "Wissen vom Besonderssein", das Gleichheitsdogma habe sie stumpf gemacht für die Wahrnehmung eines Ausnahmemenschen. Die Gegenwart hat den größten Teil jener Tradition verloren, die einen Zugang zu der Welt eröffnete, in der Stauffenberg lebte.
Auffallend früh entwickelte sich seine Persönlichkeit
Das "Besonderssein" Stauffenbergs muß früh erkennbar gewesen sein, angeborenes Rangbewußtsein, Reife und eine besondere Ausstrahlung spielten dabei zusammen. Andeutungen finden sich in den Fragmenten der Korrespondenz, die aus seiner Jugendzeit erhalten sind, und dann in den Aussagen über den Jüngling und jungen Erwachsenen. Stauffenbergs Frau hat später geäußert, die Entscheidung ihres Mannes für die Offizierslaufbahn - die sogar seine Familie überraschte - habe damit zu tun gehabt, daß er "bewußt den Weg eines Heldenlebens" gegangen sei. Die Annahme, daß er zum "Täter" geboren wurde, war auch im George-Kreis verbreitet, in dem Stauffenberg seine geistige Prägung erhielt.
Diese Prägung war entscheidender, als die durch seine Herkunft aus dem katholischen Adel Schwabens. Selbstverständlich spielte die Zugehörigkeit zur alten Oberschicht eine Rolle für seine gesellschaftliche Stellung, aber Nostalgien waren ihm fremd. Die Äußerungen über die 1918 gestürzten Dynastien klangen eher wegwerfend, bestenfalls mitleidig, weil ihnen der Mut gefehlt hatte, das angestammte Recht zu verteidigen. Auch der Einfluß von Schule oder Jugendbewegung - Stauffenberg war Mitglied der "Neupfadfinder" - scheint wenig nachhaltig gewirkt zu haben. Bedeutung hatte die Verwurzelung im Christentum, aber ausschlaggebend war die Begegnung mit George; Stauffenberg bekannte später, er "habe den größten Dichter seiner Zeit zum Lehrmeister gehabt" und sogar, George sei der "größte Mann" seiner Zeit gewesen. George seinerseits hat Stauffenberg innerhalb des Kreises ausgezeichnet und ihn unter die Auserwählten, die "Staatsstützen", gezählt. Die Verbindung zwischen beiden blieb bis zum Tod des Dichters 1933 bestehen; Stauffenberg gehörte zu denen, die an das Sterbelager in Minusio gerufen worden waren und dann die Totenwache hielten.
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Ohne Opfer kein Kult, ohne Kult keine Kultur
Bedenkt man die Kürze der Zeit, die zwischen seiner ersten Weigerung, die militärische Opposition zu unterstützen 1939 und dem Entschluß zum aktiven Widerstand lag, und die Fülle der Ereignisse, dann läßt auch das deutlich werden, daß Stauffenberg immer grundsätzlich mit der Möglichkeit einer Entscheidung gegen Hitler gerechnet hatte. Nachdem sie getroffen war, trat er rasch in das Zentrum des Geschehens, erlangte einen bestimmenden Einfluß auf die Pläne der Opposition und wurde vor allem zum Motor der praktischen Vorbereitungen zum Staatsstreich. Was Stauffenberg dabei leistete, gedeckt durch seine Position als Stabschef des Allgemeinen Heeresamtes und trotz der schweren, im Afrikafeldzug erlittenen Verwundung, um den Staatsstreich in letzter Stunde zu realisieren, war Ausdruck für die innere Überzeugung von der Notwendigkeit der Tat. Der Untersuchungsbericht der Gestapo vermerkte nach der gescheiterten Erhebung mit widerstrebender Bewunderung: "Kennzeichnend für die Persönlichkeit Stauffenbergs scheint eine erhebliche Willenskraft und geradezu asketische Härte gegen sich selbst gewesen zu sein."
Wie sehr Stauffenberg von der Möglichkeit des Gelingens überzeugt war, ist nicht mehr zu klären. Es spricht viel dafür, daß der Opfer-Charakter seines und des Tuns seiner Freunde immer stärker in den Vordergrund rückte. Die Idee des Opfers ist uns so fremd geworden wie die des "Besondersseins", aber auch das nicht zu unserem Besten. Ohne Opfer kein Kult, ohne Kult keine Kultur. Zum Wesen des Opfers gehört der Verzicht, die Bereitschaft etwas aufzugeben, nicht zu verwirklichen, um Höheres zu erreichen oder in seinem Bestand zu sichern. Verzicht gehört auch zum Helden, der sich der Realisierung bestimmter Züge seines Wesens bewußt enthält. Vielleicht werden wir keine Helden wie Stauffenberg mehr sehen, aber wir sollten sie uns als "reinigendes Ideal" (Joachim Latacz) vor Augen halten.
Foto: Schwerverwundeter Stauffenberg mit seinen Kindern vor dem Attentat: Der Untersuchungsbericht der Gestapo vermerkte nach der gescheiterten Erhebung mit widerstrebender Bewunderung: "Kennzeichnend für die Persönlichkeit Stauffenbergs scheint eine erhebliche Willenskraft und geradezu asketische Härte gegen sich selbst gewesen zu sein." |
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de
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