Sucht


Was ist Sucht?
Wie entsteht Sucht? Welche "Wesen" haben Teil daran? Was geschieht mit einem süchtigen Menschen aus spiritueller Sicht? (Was geht in der Astralebene vor sich, gibt es Sucht-verursachende Dämonen oder Geister?)

Wie kann man dagegen vorgehen? Was kann man tun?

Mein Freund ist sehr drogenabhängig gewesen. Nun ist er das zweite Mal stationär in Therapie.

Ich habe sehr harte Zeiten mit ihm durch. Als er noch sauber war.. wie es schleichend anfing. Ich konnte nichts mehr tun, diese Machtlosigkeit hat mich fast um den Verstand gebracht. Ich musste zusehen, wie dieser geliebte Mensch alles um sich herum vergisst und den Drogen verfällt. (Auch Spielsucht).

Gottseidank (sagt auch er) hat ihn die Polizei kurz vor seinem körperlichen Zusammenbruch verhaftet. Er war schön völlig kaputt und krank.

Nun sieht er - nach einem dreiviertel Jahr - wieder gut aus. Er ist auch überzeugt, daß er diesmal clean bleibt und es schafft. Er ist ein intelligenter und gläubiger Mensch und ich möchte verstehen, wie es zu einer solchen Sucht kommen kann.

Und wie können wir zusammen dafür sorgen, daß die Therapie diesmal erfolgreich ist?

Ich danke für jegliche Meinungen...
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Egal was dir Angst macht, Du gibst Ihm die Kraft dafür!
Hallo MiaLuna,

die Rückfallquote bei Drogenabhängigen ist enorm! Erste Maßnahme sollte sein, sich eine entsprechende Selbsthilfegruppe zu suchen und da regelmäßig hinzugehen! Mindestens einmal pro Woche, bei Bedarf öfter, wenn nötig täglich! Das ist wirklich wichtig! Von denen die langfristig Clean bleiben sind fast alle in einer Selbsthilfegruppe! Es gibt kaum jemanden der es ohne schafft, die Chance dazu steht schlechter wie 1:100!

Des weitern solltest du was für dich tun! Es gibt auch Selbsthilfegruppen speziell für Angehörige! Das tut gut und versorgt dich mit den Antworten auf deine Fragen, sowie etwas Fachwissen!

Internet Foren sind zur Information recht gut, ersetzen aber nicht den persönliche Kontakt und der ist entscheidend!

Zitat:
Wie kann man dagegen vorgehen? Was kann man tun?

Man kann gar nicht dagegen vorgehen! Einmal süchtig immer süchtig! Man kann nur mit der Sucht leben, indem man nichts mehr nimmt! Und zwar gar nichts! Auch keine Kopfschmerztablette oder gar Alkohol! Das Leben des Süchtigen hängt davon ab, der nächste Rückfall kann der Letzte sein! Es gibt leider sehr viele, bei denen einfach nicht mehr genügend intakte graue Masse vorhanden ist, um clean zu werden und zu bleiben.

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Hi MiaLuna,

Sucht ist ja auch ein inneres SUCHen nach anderen Idealen.

Eine verlorene Jugend, eine kaputte Beziehung, der Job ist weg - und schon SUCHen wir nach neuen Lösungen und Wegen.

Drogen sind eben doch dann Psychopharmaka, die abhängig machen - oder mitgegangen, mitgefangen.

Und diese Sucht lässt einem nicht mehr los.

Am besten ist Nicht Rauchen, Nicht koksen, Nicht saufen bis zur Besinnlosigkeit - bleib bei all den Problemen bei einer Tasse Tee und innerer Ruhe mit Dir, Gott und der Welt.

Mag kommen was will - in der Ruhe liegt die Kraft!

biogral-micha
Liebe MiaLuna, Du hast nach den Schichten der Seele gefragt, welche dafür zustündig sind, daß die Sucht bleibt - da mußt Du die Literatur lesen, die das genau erklärt.
Sonst bleibt alles im "normalen" Bereich - sonst bekommst Du Erklärungen, die gut sind, aber Deine Frage nicht beantworten können.

Bleibt die Frage: wünscht die Seele diese Erfahrungen in diesem Leben ?
Es gibt immer Gründe - warum - wenn man in dieser Realität verbleibt, wird man auch nur die Gründe erfahren, die es hier sein könnten - aber alles liegt tiefer - ? aber wer könnte sie Dir hier beantworten - wohl niemand - da mußt Du in Dich gehen und Deine Geistige Führung wird Dir antworten - in einer Form, die dann darauf hinweist, daß sie von dort kommt.
In der Theosophie wird darüber geschrieben - http://de.wikibooks.org/wiki/Theosophisches_Weltbild
im Mittelteil.

Ich wünsche Dir von Herzen eine Antwort von oben - welcher Sinn dahinter liegt.

Gruß Gabriele
Hallo biogral-micha,

Zitat:
Sucht ist ja auch ein inneres SUCHen nach anderen Idealen.


Entschuldige bitte, aber den Zahn muß ich dir jetzt mal ziehen! Sucht hat nichts mit suchen zu tun! Sucht ist ein Wegtauchen vor der Realität! Ein nicht ertragen wollen des Lebens! Eine Sucht ist der kleine Bruder des Selbstmords!

Was unterscheidet denn die Sucht von normalen Verlangen? Was ist denn der Unterschied zwischen einer Kiste Bier am Abend und einer Schale Erdbeeren mit Schlagsahne! Nur die Nebenwirkungen! Nach einer Schale Erdbeeren passiert in meinem Leben nichts! Hat geschmeckt, ich bin satt, das war es.

Mit einer Kiste Bier am abend sieht das anders aus! Es wird spät abends, viel zu spät! Unter Umständen wird mir nach der 10ten Flasche schlecht, Kopfschmerzen am nächsten morgen und was das schlimmste ist, Restalkohol! Ich bin also eigentlich am nächsten Tag nicht arbeitsfähig!
Ergo: Der Unterschied ist der Schaden den ich mir selbst zufüge! Sucht kann man wie folgt definieren: Wer wiederholt eine Substanz einnimmt oder eine Handlung ausführt, in dem Wissen sich dadurch selbst zu Schaden, handelt süchtig!

Wer Nachts bis 3 Uhr vor dem Rechner sitzt, obwohl er weiß das er morgens um 6:00 einen Termin hat, handelt in Not oder Süchtig!

Bei Drogen aller Art, Tabletten und Alkohol bedarf es keiner Diskussion! Die Schädigung ist jedem bekannt!

Wie entsteht eine Sucht? Für den Süchtigen selbst ist diese Frage irrelevant! Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt nicht einig! Man geht davon aus, das es sich um eine wie auch immer entstandene Disposition handelt! Das heißt, wer die Veranlagung hat, kann unter Umständen schon von ersten Joint, oder dem ersten Glas Bier an süchtig sein. Der Verlauf der Suchterkrankung ist dann bei allen Betroffenen relative gleich. Dosissteigerung, reduzierung der Zeitabstände, Körperlicher Verfall, Zusammenbruch des Sozialen Umfelds und schließlich Exitus!

Eine Heilung gibt es nicht! Der Süchtige bleibt sein Leben lang süchtig! Er hat nur die Wahl, entweder auf das Rauschmittel seiner Wahl zu verzichten und somit zu einem normalen Leben zurückzufinden oder leiden bis zum Schluß. Der Gedanke "nie wieder" ist natürlich für den Süchtigen schlimm! Er ist aber auch unnötig! Es reicht vollkommen, wenn man heute nichts nimmt oder nichts trinkt und ein Tag sollte ja wohl für jeden zu schaffen sein! Morgen sehen wir dann weiter!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Vielen Dank für Eure Antworten.

Mir mir selbst komm ich mittlerweile ganz gut klar. Bis auf das ich ebend meinen Freund an die Drogen verlor.

Es tut gut, Eure Ansichten zu lesen.
Mein Freund ist ja auf der Station in ganz guten HÄnden. Sein Therapeut bindet mich in seine Therapie mit ein - das steht allerdings noch ganz am Anfang.

Ich selbst weiß nicht, wo ich eine Selbsthilfegruppe finden könnte. Ich wohne in einer ländlichen Gegend und bin auch nicht mobil im Moment. Leider fühle ich mich oft sehr allein und unverstanden. Den einzigen Rat, den ich von Freunden bekomme ist, daß ich mich von meinem Freund trennen sollte.

Aber wie Gabriele schrieb.. hab ich das Gefühl es gehört zu meiner Lebensaufgabe und meine Seele möchte lernen diesen suchtkranken Menschen zu begleiten und dadurch auch selbst zu reifen.

Kann mir jemand entsprechende Lektüre empfehlen?

... Ich werde auf jeden Fall eine spezifische Meditation durchführen. Ich vergesse oft die Führung und Stärke meiner eigenen Seele.

Danke nochmal...
Liebe MiaLuna, die Begegnung mit diesem Menschen will Dir etwas sagen.
Wie Herr Dr. Alexander Gosztonyi schreibt: nicht ist ohne Sinn - alles ist von Gott gewollt - wir müssen nur den Sinn dahinter erkennen - vielleicht hattest Du in früheren Leben mit diesem Freund zu tun - es ist für Dich eine Aufgabe - die Du bestehen solltest. Wir können manchen Aufgaben nicht ausweichen, sie holen uns immer wieder ein - höre auf Deine innere Stimme.
Herr Gosztonyi ist selbst Therapeut mit Alltagserfahrungen in seinem Beruf und inzwischen schon in einem hohen Alter - er ist noch heute für die Menschen da, die ihn brauchen. - Ich spreche da aus Erfahrung.
Literatur gibt es viele und sicherlich , wenn Du Dein Herz fragst und ein bißchen suchst, wirst Du sie finden -
ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg.

Gabriele
Zitat:
(Was geht in der Astralebene vor sich, gibt es Sucht-verursachende Dämonen oder Geister?)


Also erstmal sollte das Hauptaugenmerk auf die bekannten Therapien und wie schon gesagt wurde auf Selbsthilfegruppen liegen aber es schadet ja nichts sich auch andderweitig zu bilden aber bitte achte darauf dass hier kein Missverhältnis entsteht

es gibt ein Buch "Besessenheit und Heilung" welches zu den etwas seriöseren auf diesem Gebiet gehört da es von einer Psychologin verfasst wurde mir ist eine weitere Psychologin bekannt die dieses Buch kennt und es zumindest nicht als Humbug abtut es ist also ein halbwegs seriöses Buch in dem das Thema Sucht ausführlich behandelt wird http://www.amazon.de/gp/product/393.....213?v=glance&n=299956

good luck
Phan
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Korinther 4,21

Was wollt ihr? Soll ich mit dem Stock zu euch kommen oder mit Liebe und sanftmütigen Geist?
Hallo MiaLuna,

Selbsthilfegruppen findest du hier:

http://www.anonyme-alkoholiker.de/

Für Angehörige hier:

http://www.al-anon.de/

Es finden sich eine menge Drogenabhängige und Angehörige von Drogenabhängigen in den Meetings. Sucht is eben Sucht, das Suchtmittel spielt keine Rolle.

Zitat:
Den einzigen Rat, den ich von Freunden bekomme ist, daß ich mich von meinem Freund trennen sollte.


Du solltest ihn Loslassen, aber in Liebe! Das können die dir in den Gruppen am besten erklären, wie das geht und wie du deinen Freund am besten Unterstützen kannst, ohne ihn in seiner Sucht zu stützen! Es ist leider ein typisches Symptom bei Süchtigen, alle Hilfe die sie kriegen können, nur dazu zu benutzen, ihrer Sucht weiter nachgehen zu können und das muß vermieden werden! Solange der Betroffene den Weg der Sucht weitergeht, wird deine Liebe nur dazu dienen ihm bei seiner Selbstzerstörung behilflich zu sein! Diesen Weg kann und darf man nicht mitgehen, du würdest dich sonst selbst zerstören! Liebe ist für Süchtige nur ein leeres Wort, nur mittel zum Zweck!

Zitat:
Aber wie Gabriele schrieb.. hab ich das Gefühl es gehört zu meiner Lebensaufgabe und meine Seele möchte lernen diesen suchtkranken Menschen zu begleiten und dadurch auch selbst zu reifen.


So kann man es auch ausdrücken! Ich würde sagen, wer sich so etwas antut, der wird es wohl auch brauchen! Am Schluß jedenfalls ist man ein Stück reifer! Aber hüte Dich vor selbstüberschätzung! Derartige "Reifeprozesse" können Dich auch zerstören, ja sogar töten! Wenn es zuviel wird, steig einfach aus! Lauf weg, es ist dein gutes Recht!

Und noch etwas aus meiner AA Erfahrung! Die meisten Beziehungen zerbrechen, wenn der Süchtige wirklich "clean" wird! Du solltest also nicht damit rechnen, das es sich "lohnt"! Sei Egoistisch und tu nur was du kannst und was dir behagt!

Was deinem Freund hilft, wenn er rauskommt, ist ein gutes Beispiel! Zeig ihm, das man Alkohol, Tablette und Drogen nicht braucht und mach beim "clean" sein mit! Sollte einem nicht Süchten ja nicht schwer fallen! Rauchen ist noch OK, aber sonst, Bude freiräumen und den ganzen Mist rigoros in die Tonne! Zeig deinem Freund, das man sein Leben auch ohne die "Mittelchen" in den Griff bekommen kann!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Danke Ihr Lieben!

Danke Gabriele für deine Worte. Genauso fühlt es sich an, als hätten wir schon früher füreinander eingestanden, in vergangenen Leben. In mir findet ein Kampf statt. Mein Herz sagt mir ich will das mit ihm zusammen durchstehen, doch mein Kopf weiß um die geringen Erfolgschancen und die Risiken. Und ich weiß einfach nicht, welche Richtung ich einschlagen sollte.

Ich weiß nicht ob ich stark genug bin für diesen Weg. Wie Heiko auch schrieb, fühle ich, daß es mich zerstören kann wenn ich mich auf eine falsche Weise darauf einlasse und ihm und mir mehr schade als helfe.

Danke Phan für den Buchtipp, Ich werd es mir nach dem nächsten Lohn bestellen. Ich denke es trifft genau das, was ich wissen wollte.

Danke auch Heiko... deine Ansicht ist interessant. Mir fehlt dieser "selbstsichernde" Egoismus manchmal in solch wichtigen Momenten, da kommt mein Glaube wieder duch, daß geben seliger ist denn nehmen. ... (wenn ichs nur sonst so oft leben würde).
Allerdings kann er meine Hilfe nicht für seine Sucht benutzen, da er ja auf Station ist und das die nächsten 1,5 - 2 Jahre.

Auch kenne ich ihn schon lange, also ich kenne ihn clean und auch als Süchtigen sehr gut. Letzteres hat mir oft Angst gemacht... und wenn er clean ist, ist er - möcht ich so sagen - mein Traummann!

Von der Zeit in der er Suchtkrank war hab ich viele schlimme Erinnerungen. Ich brachte ihm zum letzten Besuch ein Buch mit. Als wir vor zwei Tagen telefonierten, fragte er mich warum ich im das Buch nicht mal eher zum lesen gegeben hätte.

Ich musste ihm sagen, daß ich das Buch in seiner Gegenwart schon gelesen hatte und es für mehrere Monate in seiner Schrankwand stand, ich hatte ihn oft darauf aufmerksam gemacht. Nicht mal daran konnte er sich erinnern. Das hat ihn furchtbar beschämt.

Er weint oft, weil er sich an immer mehr Details erinnert, in denen er vor sich selbst erschrickt.

Er hat ernsthaftes Interesse daran clean zu bleiben (er ist es mitlerweile ein dreiviertel Jahr). Sein Therapeut lobte ihn für seinen Einsatz. Er sei ein Vorbild für die Anderen.

Leider haben wir letztes Jahr ein ungeborenes Kind verloren. Es war ein Wunschkind und das hat ihn natürlich auch sehr aus der Bahn geworfen. Wir wollten schon länger ein Kind. Ich glaube ihm, wenn er sagt, daß er die Schnauze voll hat von seinem vergangenen Lebensstil und die Familie über alles stellen möchte.

Das ist eine große Hilfe für Ihn, aber vielleicht ist es auch nur um mich zu halten.

Aber er weiss auch, daß sein Körper nicht noch einmal solch eine Zeit durchhalten könnte. Er hatte damals schon Astma davon bekommen und sich Nachts die Lunge aus dem Leib gehustet. Er hatte nur noch blutige Nase, entzündete Augen, Magenschmerzen und sah aus wie der Tod auf zwei Beinen. Mittlerweile hat er gut 10 Kg zugenommen und hat nun Idealgewicht.

Ich rauche nicht mal - und auch sonst leb ich recht gesund. Also dahingehend hätte er keinerlei Verlockungen bei mir, außer vielleicht von meinen guten Aufläufen süchtig zu werden.

Er hat sich auch von seinem damaligen Freundeskreis radikal abgewandt. Er möchte keinen Kontakt mehr weil er weiß wie groß die Verlockung dann sein wird.

Ich hoffe ich langweile euch nicht, doch ich bin froh die Möglichkeit zu haben das alles zu erzählen und Reaktionen von "Aussen" zu bekommen.

Ganz liebe Grüße