Sucht


Joup ... und wenn sich da was festgesetzt hat einfach schreiben ... Phan regelt das schon
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Korinther 4,21

Was wollt ihr? Soll ich mit dem Stock zu euch kommen oder mit Liebe und sanftmütigen Geist?
Hallo MiaLuna,

ich lese bei dir eine Menge zwischen den Zeilen und du weißt selbst, das du mit dem Thema noch lange nicht fertig bist! Hier im Internet, unter Pseudo - Kommunikations - Bedingungen läßt sich das aber nicht vorantreiben! Such dir bitte eine Gruppe, wo man sich in die Augen sehen kann und auch mal die Hand des andern nehmen! So ländlich kann man in Deutschland nicht leben, das keine Gruppe in der Nähe ist! Ich weiß das der Gruppenkontakt schwieriger ist, weil man dort viel eher auf seine Fehler stößt und das tut weh! Nur, wo es weh tut, da geht es meistens lang! Dein Freund erfährt das gerade! Nach dem was du berichtest ist er auf einem guten Weg! Es wird aber auch ein sehr langer Weg! Man rechnet für jedes Jahr Sucht ein Jahr das man zur Aufarbeitung und Behebung der Schäden benötigt! Das gilt für den Angehörigen ebenso! Das was im Rausch passiert ist beim Süchtigen schnell vergessen, falls er sich am nächsten Tag überhaupt daran errinnert. Der eigentlich Leid tragende ist der Angehörige, der dies alles in vollem Bewußtsein erlebt! Die vielen Bilder und Erlebnisse in deinem Kopf wollen und müßen verarbeitet werden, bevor dann mal ein "normales" Leben daraus wird.

"Geben ist seeliger denn nehmen" ist richtig, aber wer mehr gibt wie er hat, handelt nicht fromm sondern eitel! Gerade im Umgang mit Süchtigen ist das schwierig für den Angehörigen zu entscheiden, ob er etwas gibt was er hat oder ob er sich ein Stück von seiner Seele abschneidet! Man muß sich erst wieder die nötige Sensibilität aneignen, um überhaupt zu merken wann man sich selbst ins eigene Fleisch schneidet. Der Umgang mit Süchtigen härtet ab und läßt beim Anghörigen diese wichtige Fähigkeiten des "sich selbst fühlen" verkümmern!

Ist noch viel Arbeit!

Gruß Heiko
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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Danke!

Ich würde sehr gern in eine Gruppe gehen, ich scheue mich nicht (so bin ich wenigstens der Meinung) vor Kritik, Selbsterkenntnis, auch wenns schmerzt.

Aber mein Auto fährt nicht. Ich kann es auch nicht reparieren im Moment. Die nächstgrößere Stadt liegt 25 km weit und die Busanbindungen sind denkbar schlecht. Vor allem am Wochende und nach der Arbeit.

Gestern haben wir wieder lang telefoniert. Er hat schrecklich geweint, weil er selbst nicht klarkommt mit den Dingen die geschehen sind und weil er es nicht verstehen kann, warum er so gehandelt hat und mich dabei so gefährdete und alles aufs Spiel setzte. Ihm ist bewusst, daß er mit ein klein wenig Einsicht hätte viel verhindern können.

Durch sein Bemühen in der Therapie ist er nun auch um eine Station weiter verlegt worden. Das ist ein großer Fortschritt.

Naja.. ich danke euch auf jeden Fall für die vielen guten Worte und ich weiß, mit Gottes Hilfe werde ich es schaffen. Und er auch - in welcher Konstellation auch immer.