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Seele - sterblich - unsterblich












http://www.chrismonblogs.de/Religio.....aben-tiere-eine-seele.htm

Haben Tiere eine Seele?
husmann | 1. April 2006 | 18:19
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Der Tierarzt im Schlachthof ist sich ganz sicher: „Natürlich haben Tiere eine Seele. Schauen Sie ihnen einmal genau in die Augen. Dort können Sie ihre Angst vor dem nahen Tod sehen." Er tritt einen Schritt zur Seite und gibt einem kleinen, älteren Mann ein Zeichen.

Der steigt auf einen hölzernen Tritt und beugt sich über eine schulterhohe Sichtblende. Blitzschnell setzt er einer Kuh das Bolzenschussgerät auf die Stirn und lässt es knallen.

Das Tier, das eben noch mit aller Macht aus dem Drängelgang ausbrechen wollte und wild die Augen rollte, fällt betäubt seitlich durch eine Klappe und wird kurz darauf an den Hinterbeinen aufgehängt.

Es bekommt die Halsschlagader aufgeschlitzt, um kopfüber auszubluten.

Beseelte Wesen

Vieltausendfach erleiden Tiere dieses Schicksal, ganz so, als ob es sich bei ihnen um eine beliebige Ware handele. Doch es steht außer Frage: Es sind beseelte Wesen. Sie empfinden Angst und Lebensfreude.

Spezifische Gefühle und Bewusstseinslagen kann man ihnen nicht abstreiten. Doch das, was Psychologen unter der Seele verstehen, unterscheidet sich von dem religiösen Begriff, um den es hier geht.

Das Christentum geht von der Unsterblichkeit des Menschen aus. Oft ist damit die Vorstellung verknüpft, dass im Sterben die Seele den Körper verlässt und zu Gott auffährt. Werden am Ende der Zeiten die Toten von Gott auferweckt, sind Seelen und Körper wieder vereint.

Wenn Tiere ähnlich wie die Menschen eine unsterbliche Seele hätten, könnten auch sie einen hohen Rang in der religiösen Werteordnung beanspruchen und damit letztlich besonderen Respekt. Es lohnt sich also nachzufragen, was religiös unter der Seele zu verstehen ist.

Seele als Kommunikationsinstrument

Der hebräische Begriff für Seele bedeutet unter anderem Luftröhre. Die Seele ist gleichsam ein Kommunikationsinstrument, durch das Lebewesen in Kontakt zu Gott treten.

Zumindest nach den biblischen Quellen gibt es allerdings eine solche direkte Kommunikation zwischen Gott und den Tieren nicht. Anders verhält es sich zwischen Gott und Mensch: In der ganzen Bibel ist immer wieder von ihrer vielfältigen, wechselhaften Beziehung die Rede.

Bereits für den Theologen Augustinus (354-430) war klar, dass nur Menschen eine unsterbliche Seele haben, also einen direkten Austausch mit Gott, während die Seele der Tiere mit dem Tod zugrunde geht.

Eine ähnliche Position bezog der mittelalterliche Theologieprofessor Thomas von Aquin (1225-1274), der sich auf der Argumentationsspur des antiken griechischen Philosophen Aristoteles bewegte: Tiere haben keine unsterbliche Seele, sie sind auch nicht für die Ewigkeit geschaffen.

Diese Haltung ist im Christentum bis heute bestimmend. Von einer Auferstehung der Tiere oder einem Leben nach dem Tod kann demnach bei ihnen keine Rede sein. Bisweilen gibt es allerdings auch andere Töne in der Theologie.

Ewiges Leben für Tiere?


Aus dem Hinweis in der Bibel, dass am Ende der Zeit die ganze Schöpfung verwandelt werde, schließen manche, dass auch Tiere ein künftiges Leben haben werden, wie auch immer man es sich vorstellen darf.

Wichtig für Juden und Christen ist allemal: Tiere sind keine beliebigen Sachen. Sie stehen als Geschöpfe Gottes den Menschen besonders nahe. Allerdings haben die Menschen Verfügungsgewalt über sie. Sie nutzen sie zur Nahrung und als Opfertiere.

Dafür berufen sie sich auf Gottes Auftrag (1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 2: „Macht euch die Erde untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht."

Entscheidend ist der Respekt


Welche genauen Befugnisse den Menschen zustehen, ist offen. Sie sollen sich den Tieren gegenüber jedoch verhalten wie ein Hirt gegenüber seiner Herde: fürsorglich, bewahrend.

Evangelische Theologen spielten eine zentrale Rolle bei der Entstehung der deutschen Tierschutzbewegung. Man darf jedoch nicht vergessen: Selbst dem pietistischen Pfarrer Christian Adam Dann (1758 -1837), Autor von Schriften wie der „Bitte der armen Thiere", ging es um Tierschutz, er war nicht dagegen, Tiere zu schlachten.

So ist Christen auch heute zu empfehlen, sich über das Wie von Tierzucht und -haltung den Kopf zu zerbrechen, nicht aber darüber, dass sie überhaupt genutzt und dafür auch getötet werden. Entscheidend ist der Respekt gegenüber den Tieren.
http://www.lucretius.de/dritte_buch.html

Eine weitere Kraft, die auf den Körper einwirkt, ist das Weinen. Auch hier leidet der ganze Körper, und mit ihm wird die Seele in Mitleidenschaft gezogen. Und diese Beeinträchtigung ist ein weiterer Grund für die Sterblichkeit der Seele. Denn wenn die Seele von der Kraft des Weinens schon so stark erschüttert werden kann, was wird dann erst der Seele widerfahren, wenn sie auf eine noch viel mächtigere Kraft stößt. Für Lukrez bleibt nur die Antwort der Sterblichkeit der Seele (Z. 3,475ff). Und er greift seinen Anfangsgedanken nochmals auf, die Seele, die es nicht vermag sich gegen Krankheit zur Wehr setzen, wie sollte sie gegen die Kraft des Windes bestehen können, wenn sie sich vom Körper getrennt hat (Z. 3,490ff).

Weiterhin betrachtet Lukrez die Regeneration des Körpers und des Geistes durch Arzneimittel. Aber gerade dieses Wiederbeleben oder das Stärken nach der durch Krankheit hervorgerufenen Schwächung, steht im ärgsten Widerspruch zur Unsterblichkeit. Denn Veränderung ist immer der Tod von dem was vorher war (Z. 3,510ff).

Noch stärker tritt eine Veränderung der Seele ein, wenn einzelne Körperteile absterben und abgetrennt werden. Denn die Seele zieht sich nicht aus diesen Körperteilen zurück, sondern es werden mit den Körperteilen auch Seelenteile abgetrennt. Der Grund, warum die Seele sich nicht zurückzieht ist, dass es keine Stelle im oder am Körper gibt, wo die Seele sich anschließend konzentriert. Denn die Konzentration der Seele an einen bestimmten Ort im Körper müsste anhand von den starken Emotionen, die dort dann vorherrschen, als solche erkannt werden. Selbst wenn man annimmt, dass die Seele zieht sich immer weiter zurück wird sie dennoch im Tode des Körpers aus ihm ausscheiden, und dann das schon oben genannte Schicksal erleiden und sterben (Z. 3,526ff).

Für Lukrez ist der Geist eine Sinneswahrnehmung, wie z.B. die Augen oder die Ohren. Somit vergleicht er denn auch das Auflösen dieser abgetrennten Organe mit dem Sterben der Seele. So wie sie vergehen, wird auch die Seele vergehen, wenn sie abgetrennt vom Körper ist. Denn nicht nur, dass der Körper das Gefäß des Geistes ist, vielmehr ist der Geist mit dem Körper verflochten (Z. 3,526ff). Von daher kann auch der Körper ohne Seele nichts verrichten und die Seele ohne Körper. Auch hier zieht Lukrez das Beispiel mit einem anderen Sinnesorgan, dem Auge heran. So wenig das Auge etwas erkennen kann, wenn es aus dem Körper entfernt ist, so wenig kann der Körper noch etwas sehen (Z. 3,560ff).

Somit hält der Körper die Seele zusammen, denn die Atome der Seele sind mit den Adern und dem Fleisch vermischt und werden von den Sehnen und Knochen gehalten. Wenn sich also die Seele vom Körper trennt, wird, auch wenn sie der Kraft des Windes trotzen könnte, sie nicht in der Lage sein, sich in der Luft zu bewegen. Denn die Luft ist kein Körper und kein belebtes Wesen, sie kann die Seele somit nicht zusammen halten, und vor allem kann die Seele sich nicht in der Luft bewegen (Z. 3,565ff).

Um das Argument aufzugreifen, warum die Seele im ganzen Körper vertreten ist, führt Lukrez auf, dass beim Tode die Seele aus allen Poren den Körper verlässt. Gerade dieses ist als Zeichen dafür zu verwerten, wie eng Leib und Seele miteinander verbunden sind (Z. 3,580ff).


Auch wenn für Lukrez die Beweisführung der Sterblichkeit der Seele abgeschlossen ist, zeigt er auch auf, was gegen eine Vorexistenz der Seele spricht. Im Wesentlichen lassen sie sich aus den Argumenten für die Sterblichkeit der Seele herleiten.

die Seele kann sich an ihre vorherige Existenz nicht erinnern, somit hat sie sich also gewandelt (Z. 3,670ff).
die Seele wächst mit dem Körper, sie tritt also nicht ausgewachsen in den Körper (Z. 3,680ff).
die vorherige existente Seele kann sich nicht so stark mit dem Körper binden (Z. 3,685ff)
die Seele müsste sich über oder in den Körper ergießen, was sich aber ergießt, löst sich auf (Z. 3,700ff).
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