|
|
|
Hallo
einleitend möchhte ich die Frage stellen was ist Toleranz? Im Allgemeinen wird Toleranz mit
Akzeptanz verwechselt
Toleranz/tolerieren bezeichnet einen Vorgang in dem wir etwas dulden was uns fremd ist diese
duldung kann positiv als auch negativ oder indiferent empfunden werden kennezeichnet sich
aber dadurch dass das tolerierte Objekt nicht verfolgt wird was auch durch Gesetze erzwungen werden kann
Akzeptanz ist ein rein freiwilliger Vorgang und kann niemals erzwungen werden und beruht auf
dem Wiedererkennen von sich selbst im Gegenüber d.h. eine gewissen Verwandtschaft der Objekte muss bestehen m.E. ist es also nicht möglich etwas zu akzeptieren was einem fremd ist "gleich und gleich gesellt sich gern"
wenn wir uns mal selbst betrachten toleriert jeder Mensch sehr viel wir tolerieren die Leidenschaft des Anderen für Fußball Golf Schwimmen Essen Trinken Kunst Musik Automarken
Kleidung und andere Vorlieben würden wir dieses nicht tun und uns über jede Andersartigkeit des Gegenübers aufregen würden wir mit 11 Jahren an einem Herzinfarkt sterben also wenn wir
in der lage sind so viel zu tolerieren kann es also nicht so schwer sein was nun hindert uns daran auch andere Sachen bzw. Eigenschaften zu tolerieren?
Herrschsucht die Herrschsucht hat jeder Mensch von Kindesbeinen an in sich sie ist auch nicht per se schlecht sie übernimmt in der Zivilisationsbildung einen sehr wichtigen
Stellenwert ein sie wird erst schlecht wenn sie zur falschen Zeit am falschen Ort/Objekt auftaucht
wenn ich also sage "du musst Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes sehen" versuche ich nichts
anderes als mein Gegenüber zu beherrschen ich will mir diese Person zwar nicht Untertan
machen aber ich will sie mir gleich machen (was eine sehr interessante Eigenschaft des
Menschen ist) was also der negative Fall der Herrschsucht ist was für den Interreligiösen
Dialog bedeutet dass eine Übereinkunft unmöglich ist denn machen wir uns nichts vor ich
werde meinen Standpunkt Jesum Christum als Sohn Gottes zu sehen nie aufgeben genau so wenig
wird z.B. der Moslem (dieses zu verneinen) niemals aufgeben da kann man sich auf den Kopf stellen
ich denke das Problem ist auf dem Weg der Religion nicht zu lösen wirkliche Nähe zum Anderen
kann man nur über sich selbst erreichen man muss vom Moslem-und Christsein Abstand nehmen
können bevor man auf das Ziel los sprintet (Frieden zwischen den Religionen) muss man erst
eine Rückwärtsbewegung machen sich also nicht als Christ oder Moslem begegnen sonder in
erster Linie als Mensch (was sich sehr kitschig anhört hat allerdings sehr viel Tiefe) denn
solange man sich als Christ oder Moslem begegnet begegnen sich lediglich die äußeren
Erscheinungen ich bin mir ziemlich sicher wenn ich sage für den Interreligiösen-Dialog ist
es noch zu früh dafür kennt sich der Mensch noch nicht gut genug ich gehe sogar noch weiter
wenn sich der Mensch erstmal richtig kennt und sich so sieht wie er ist ist jede Anstrengung zur Akzeptanz hinfällig
wir müssen uns auf der Ebene begegnen die der Apostel Paulus beschreibt
| Zitat: |
| Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21So finde ich nun das Gesetz, daß mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. c 24Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? 25Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! dSo diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde |
so fällt es uns nicht mehr schwer den anderen zu akzeptieren derweil wir keinen nennenswerten Unterschied mehr erkennen
Phan
|
|
|
|
Hallo Phan!
Ich sehe es auch so: es ist ein Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz.
Akzeptanz ist mehr als Toleranz, wobei das tolerieren wohl die Vorstufe zum akzeptieren ist
| Zitat: |
Akzeptanz ist ein rein freiwilliger Vorgang und kann niemals erzwungen werden und beruht auf
dem Wiedererkennen von sich selbst im Gegenüber d.h. eine gewissen Verwandtschaft der Objekte muss bestehen m.E. ist es also nicht möglich etwas zu akzeptieren was einem fremd ist "gleich und gleich gesellt sich gern" |
Tolerieren kann man zwar äußerlich erzwingen, also z.B. durch Gesetz, aber die innere Tolreanz kann man auch nicht erzwingen. Ich kann zwar sagen, ich toleriere etwas, aber es in meinem Innersten trotzdem nicht tun. Echte Toleranz ist daher auch immer freiwillig.
| Zitat: |
| also wenn wir in der lage sind so viel zu tolerieren kann es also nicht so schwer sein was nun hindert uns daran auch andere Sachen bzw. Eigenschaften zu tolerieren? |
Im Grunde nichts, außer wir selbst.
| Zitat: |
| bevor man auf das Ziel los sprintet (Frieden zwischen den Religionen) muss man erst eine Rückwärtsbewegung machen sich also nicht als Christ oder Moslem begegnen sonder in erster Linie als Mensch |
Das ist richtig. Ich sehe das aber nicht als Rückschritt, sonern als echten Schritt nach vorne. Man sollte Menschen nicht immer in Gruppen, wie Religionszugehörigkeit, Beruf, ... , einteilen und bewerten, sondern immer erst mal den Menschen sehen. Denn jeder lässt sich in viele Gruppen einteilen, es gibt große Schnittmengen, aber auch innerhalb dieser Gruppen ist jeder Mensch doch ein Individuum mit dem ihm ganz eigenen Eigenschaften und Gedanken.
Deshalb wäre es in meinen Augen ein echter Fortschritt immer erst nur den Menschen zu sehen und, falls ich ihn nicht akzeptiern kann, dann doch wenigstens zu respektieren.
Und auf dieser Basis könnte dann auch der interreligiöse Dialog funktionieren.
LG
Kiki
|
|
|
|
| Zitat: |
ich toleriere etwas, aber es in meinem Innersten trotzdem nicht tun. Echte Toleranz ist daher auch immer freiwillig.
|
Keineswegs Toleranz kennzeichnet sich in erster Linie durch ein nicht Vorhandensein von Verfolgung (was sich nicht allein äußere Handlungen wie Streit oder Schläge sind man kann etwas auch innerlich verfolgen) wie dieses Nicht-Verfolgen zustande kommt kann unterschiedlich sein durch durch eine positive Haltung gegenüber dem Objekt oder aber ich ertrage das Objekt (im negativen Sinne) es gehe aber nicht zur Verfolgung über weil es mich nicht genug stört eine indiferente Haltung (Gleichgültigkeit) oder aber die erzwungene Toleranz (ich muss es tolerieren sonst Fresse voll)
und das meine ich mit "der Mensch kennt sich nicht genug" oft weiss man garnicht warum man selbst eine bestimmte Haltung zu einem Objekt ein nimmt und wenn ich mich selbst besser verstehe verstehe ich vielleicht auch warum mein Gegenüber mich ablehnt kann also Verständnis für ihn gewinnen und fühle mich nicht mehr persönlich angegriffen usf. Es gibt sehr viele Vorteile die sich durch Selbsterkenntnis ergeben
| Zitat: |
Aber ich möchte eine reiche Wirksamkeit haben,
in der ich mit recht vielen Menschenherzen
in Berührung käme; ich glaube die Menschen
in vielem besser zu verstehen als die anderen.
Wer den Menschen erst größer aufzufassen gelernt hat,
der weiß ihre Tugenden und Fehler auch tiefer
und richtiger zu beurteilen.
Verstehen-
vergeben!
Herrlich wahres Wort!
-Christian Morgenstern-
|
| Zitat: |
(3) Jesus sprach: Wenn die, die euch (auf Abwege) führen, euch sagen: Seht, das Königreich ist im Himmel, so werden euch die Vögel des Himmels vorangehen; wenn sie euch sagen: es ist im Meer, so werden euch die Fische vorangehen. Aber das Königreich ist in eurem Inneren, und es ist außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennen werdet, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann werdet ihr in der Armut sein, und ihr seid die Armut.
-Thomas Evangelium-
|
| Zitat: |
| Das ist richtig. Ich sehe das aber nicht als Rückschritt |
Ich auch nicht damit meine ich viel mehr etwas wie das Ausholen vor einem Schlag ohne Rückwärtsbewegung kann man nicht zuschlagen
Sex ohen Rückwärtsbewegung ist langweilig usf.
Phan
|
|
|
|
Hallo Phan,
deinen Beitrag finde ich in allen Punkten sehr Richtig! Du hast da etwas wichtiges angesprochen:
| Zitat: |
| anderes als mein Gegenüber zu beherrschen ich will mir diese Person zwar nicht Untertan machen aber ich will sie mir gleich machen (was eine sehr interessante Eigenschaft des |
"Schmiede deinen Nächsten, solange er noch warm ist!" Altes Deutsche Sprichwort!
Ich glaube, das ist einer unserer Urinstinkte! Es ist ja noch nicht lange her, das der Mensch so etwas wie Kultur entwickelt hat! So um die 5000 Jahre. Menschen gibt es aber schon seit Millionen von Jahren. Alte Gewohnheiten lassen sich nur schwer ablegen! Der Urmensch mußte immer auf der Hut sein, Feinde lauerten überall. Er war daher bestrebt, seine Umgebung ständig auf Gefahren abzuklopfen!
Das tut er heute noch! In dem der Mensch in seinem Gegenüber Schnittstellen sucht, oder sogar einbauen will, schätzt er die Gefährlichkeit ab. Ein Mensch der weitestgehend meiner Meinung ist, kann mir längst nicht so Gefährlich werden, wie einer der ganz entgegengesetzte Interessen verfolgt. Das muß Objektiv nicht stimmen. Deswegen suchen wir Übereinstimmungen und wollen welche schaffen!
Ich bin der Überzeugung das der Beste Weg zur Friedenssicherung in dieser Welt die Schaffung von Schnittstellen ist. Das können gemeinsame Interessen sein oder direkte internationale Freundschaften! Sport schafft z.B. solche Schnittstellen! Die Wissenschaft schafft sie auch, solange sie frei und Unpolitisch arbeiten kann. Wenn man einen Menschen fürchtet, dann sollte man sich genau diesen zum Freund machen! Genau dor liegt IMHO die Ursache für das verstärkte Interesse der westlichen Welt am Islam seit "Nine Eleven". Wir brauchen mehr Schnittstellen/Verbindungen/ gemeinsame Interessen.
Gruß Heiko
|
|
|
|
Jetzt mal ne ganz ernst gemeinte Frage:
Versteht ihr wirklich nicht worauf ich mit Selbsterkenntnis hinaus will? Drücke ich mich dahingehend undeutlich aus? Liegts an meinem schlechten Deutsch? (100% ernsthafte Frage)
ich fühle mich so unverstanden
Phan
|
|
|