Unvorstellbar?


Wie bei allem, was man nicht sehen, messen, greifen kann. Das ist so und nicht zu ändern.
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?

Matthäus 7,16

Bezieht sich auf
lilly46 hat folgendes geschrieben:
Warum glauben wir eigentlich das Bibel oder auch Koran von Gott kommt?
Was gibt uns Gewissheit?


Alles Liebe!
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Um ehrlich zu sein, habe ich früher nie an Gott geglaubt und mir auch die ganzen kritischen Fragen gestellt, wie sie oft gestellt werden (angefangen von "Wo ist er, wenn man ihn mal braucht?" bis hin zu "Warum gibt es soviel Ungerechtigkeit und Kriege, in denen unschuldige Frauen und Kinder sterben?).

Doch vor gut zwei Jahren erlebte ich einen Schicksalsschlag (Wenn du glaubst, dass du unmöglich noch tiefer fallen kannst, dann brauchst du nur abzuwarten. Das Leben selbst wird's dir schon zeigen!) und so kaum vorstellbar wie es mir auch schien, spürte ich eine Anwesenheit - so etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt. Ein guter Freund von mir praktiziert privat Gottesdienste und als ich daran teilnahm, spürte ich eben diese Anwesenheit erneut. Dasselbe geschah ebenfalls, als ich in die Kirche ging...

Doch ich bin ein Mensch, der sich sehr für die Wissenschaft interessiert und frage mich, ob es sein könnte, dass Gott eng mit dem Universum verbunden ist (ja evtl. sogar mit ihm entstand). An der Version vom alten Mann mit dem langen weißen Bart habe ich doch gewisse Zweifel, eher könnte ich mir vorstellen, dass er eine Art Existenz ist, die aus einer Art Energie besteht und womöglich menschliche Gestalt annehmen kann. Es heißt ja, dass er uns nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Wenn man bedenkt, dass unsere DNA der von einigen Tieren sehr ähnelt und man von der wissenschaftlichen Menschheitsgeschichte ausgeht (was die Menschen in den frühen Jahrhunderten noch nicht wussten und man vermutlich keine andere Erklärung als Adam und Eva fand), dann ist doch nur eines für uns Menschen bezeichnend: unsere Intelligenz, die Fähigkeit logisch zu denken und demnach zu handeln und ich kann mir gut vorstellen, dass es das ist, was wir nach seinem Abbild sind: intelligent denkende Wesen.
Ich glaube heute, dass ich damals falsch lag, Gott für das Fehlverhalten der Menschen, Kriege und die Ungerechtigkeit auf der Welt verantwortlich zu machen, da er ja nichts für die Schlechtigkeit der Menschen kann. Ich denke, dass dieses Leben für jeden von uns eine Art Test ist, in dem wir uns beweisen müssen, und dass er durchaus unterscheidet, ob jemand nur deshalb Gutes tut und barmherzig ist, damit er nach seinem sterblichen Leben dafür belohnt wird oder ob das Gute ehrlich von Herzen kommt...

So mancher wird mich für meine Einstellung hassen, doch mich würde interessieren, was ihr dazu denkt...


Liebe Grüße,

Lilly
Ich meine, Gott ist letztendlich doch für alle Dinge verantwortlich, aber in einem gerechten Sinn, da er Individuen nicht manipulieren möchte, sondern die Entscheidungsfreiheit nicht abnimmt. So wir uns also für das Böse bewusst entscheiden, lässt es Gott mitunter dann auch zu, dass wir das erreichen, was wir wollen und auch die Konsequenzen spüren. Aber das ist Sinn und Zweck, denn sonst wären wir nur gleich Roboter, die ferngesteuert sind.
lilly46 hat folgendes geschrieben:
Glauben an Gott ohne Kirche? Schöne Vorstellung.
Frei von allen Bevormundungen. Einen eigenen Weg des Glaubens beschreiten. Nicht im engen Korsett einer Religion.


Nicht nur eng sondern im Zyklus der Zeit auch schon kurzsichtig?

Du bringst die Sache aber auf den Punkt. Die Frage ist nur von wievielen alteinhergebrachten Religionen diese Art Glaube (wenn er denn einmal sinngebend verfasst wäre) als unwert gestempelt würde.

Also müsste er dann (der neue Glaube) auch soviel Sinn machen das jede Kritik seinen Angriffspunkt verfehlt.
Das wäre dann (deshalb) definitiv die neue Lehre.
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Miss_Lilly hat folgendes geschrieben:
Doch vor gut zwei Jahren erlebte ich einen Schicksalsschlag ...und so kaum vorstellbar wie es mir auch schien, spürte ich eine Anwesenheit - so etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt.
Schon was von Schutzengeln gehört? Du musst nicht gleich Gott bemühen, wenn du die Anwesenheit eines geistigen Wesens spürst - der Himmel ist voll davon, die nur darauf warten, dass wir sie ansprechen und ... z.B. um Hilfe bitten.
Zitat:
Doch ich bin ein Mensch, der sich sehr für die Wissenschaft interessiert und frage mich, ob es sein könnte, dass Gott eng mit dem Universum verbunden ist (ja evtl. sogar mit ihm entstand).
Nun, wir sprechen von Gott immer in Superlativen, richtig? Z.B. Er ist alles in Allem. Sonst müsste Er ja ein begrenzter Gott sein - kannst du dir ein "Göttlein" als "Den Vater im Himmel" vorstellen?
Die Spiritualität spricht von Gott - dem Urschöpfer, dem Einen, Schöpfer aller Schöpfer, der "Ursuppe" (ich denke, das ist das Verständnis von Nirvana = der Fluss des Seins), aus dem alles hervorging, was existiert. Und von Gott VaterMutter - der ersten sich ihrer selbst bewussten Emanation aus dieser Ursuppe.
Beides sind Geist, also nichts mit menschlichen Charakterzügen.
Zitat:
An der Version vom alten Mann mit dem langen weißen Bart habe ich doch gewisse Zweifel
Das ist die Vorstellung aus dem Alten Testament, wo man Gott dem Sippenpatriarchen ähnlich sah - der auch Vollmacht hattte über das Leben seiner Angehörigen. Daher war es auch ein Gott, der zürnen und bestrafen konnte.
Doch wenn du liest, was Jesus über "seinen Vater" sprach, kannst du merken, dass es ein völlig anderes Bild ist...
Zitat:
eher könnte ich mir vorstellen, dass er eine Art Existenz ist, die aus einer Art Energie besteht und womöglich menschliche Gestalt annehmen kann.
Im Alten Testament wird berichtet von Elohim, die in Menschengestalt Menschen besuchen - du kannst bemerken, dass dies eine Mehrzahl ist (Einzahl: Eloah). Viele setzen sie mit Gott gleich, aber es sind sehr hohe Schöpferengel. Andere sind die Thronen, Cherubim und Seraphim, Fürstengel, Erzengel usw...
Zitat:
Es heißt ja, dass er uns nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Wenn man bedenkt, dass unsere DNA der von einigen Tieren sehr ähnelt und man von der wissenschaftlichen Menschheitsgeschichte ausgeht, dann ist doch nur eines für uns Menschen bezeichnend: unsere Intelligenz, die Fähigkeit logisch zu denken und demnach zu handeln und ich kann mir gut vorstellen, dass es das ist, was wir nach seinem Abbild sind: intelligent denkende Wesen.
Das Erste, was wir als Gottes Attribut ansehen, ist nicht Seine Intelligenz, sondern Seine... Liebe, oder?
Und das Zweite wäre vielleicht... Seine Schöpferkraft?
Zitat:
...was die Menschen in den frühen Jahrhunderten noch nicht wussten und man vermutlich keine andere Erklärung als Adam und Eva fand
Kannst du dir vorstellen, dass du selber das (gewesen) bist und die ganze Geschichte nur ein Bild von jedem Menschen ist, der auf die Erde gekommen ist, um hier "in die Schule" zu gehen?
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Ich Bin was ich wähle zu sein
Eranos hat folgendes geschrieben:
Nun, wir sprechen von Gott immer in Superlativen, richtig? Z.B. Er ist alles in Allem. Sonst müsste Er ja ein begrenzter Gott sein - kannst du dir ein "Göttlein" als "Den Vater im Himmel" vorstellen?

Genau das ist der Punkt! Gott ist sowohl der Urheber als auch die Summe allen Seins.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!

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