Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Impressum | Suche

Giordano Brunos Philosophie












http://www.ursulahomann.de/GiordanoBruno/kap004.html

Bruno berief sich wohl auf Kopernikus, der die Ablösung des bis dahin gültigen geozentrischen Systems des Ptolemäus eingeleitet und damit die bis dahin ausgezeichnete Stellung des Menschen innerhalb der Schöpfung in Frage gestellt hatte, doch ging er über seine Theorie der Erdbewegung hinaus und vertrat die These einer Selbstbewegung jedes einzelnen Himmelskörpers innerhalb eines als unbegrenzt wahrzunehmenden Weltraums, in dem es keinen absoluten Mittelpunkt, keine sphärische Seinsordnung, keinen äußeren Rand oder Beweger gibt.

Sein Hauptthema war die Unendlichkeit des Universums, die unendliche körperliche Substanz im unendlichen Raum, die lebendige kosmische Einheit, die sich, so Bruno, in der Vielfalt im permanenten Umschlag des Entgegengesetzten, in der Wechselwirkung des Verschiedenen erhält. Das Weltall war für Bruno nicht nur unbegrenzt und unendlich, sondern auch erfüllt von unzähligen Welten, die womöglich ebenso bewohnt und belebt seine wie die Erde. Zudem hatte er die Vorstellung, dass alle Körper beseelt seien und sich in einer lebendigen Wechselwirkung im Universum befänden.

Bruno, der die Probleme des Erkennens der Frage nach dem Menschen und seinem Selbst- und Weltbezug unterordnet, denkt nicht anthropozentrisch, für ihn sind alle lebendigen Wesen verschiedene Phänomene der einen universalen Existenz, zwischen den Pflanzen, Tieren und dem Menschen besteht nur ein gradueller, kein qualitativer Unterschied, weil alle ihren Ursprung aus derselben metaphysischen Wurzel haben. Für Bruno gab es weder unbeseelte Materie noch Dualismus von Seele und Körper, Geist und Materie oder Instinkt und Vernunft, denn derselbe Geist prägt alle und alles.Alle Kreaturen haben eine Intelligenz, die ihren Bedingungen entspricht. "Die Natur ahmt die Wirksamkeit der Gottheit auf bewundernswürdige Weise nach, und das menschliche Ingenium wetteifert wiederum mit der Natur." Die Intelligenz begriff Bruno als eine göttliche Kraft, die allen Dingen als Erkenntnisfähigkeit innewohnt, durch welche alle Lesewesen wahrnehmen, fühlen und in irgendeiner Weise erkennen. Brunos Philosophie ist von vielen Interpreten sicher nicht zu Unrecht als Pantheismus oder Hylozoismus klassifiziert worden.

Bruno sieht die Welt nicht nur als ein lebendiges Ganzes, sondern auch als ein Ganzes in kontinuierlicher und ewiger Bewegung. Für ihn existierten keine Grenzen zwischen Objekt und Subjekt, zwischen Mensch und Welt. Damit nahm er Martin Heidegger vorweg, für den der Mensch bekanntlich nichts anderes war als ein "In-der-Welt-Sein", das heißt, "Das In-Der-Welt-Sein" war den Philosophen des Seins nichts anderes als die Definition des Menschen. Dieser Gedanke wurde von Bruno vorgeprägt. Er expliziert ihn freilich nicht nach mit Hilfe von Begriffen, sondern von Bildern, mit denen er auszudrücken versuchte, was andere Philosophen später mit Begriffen dingfest zu machen glaubten. Bruno war ein Poet, ein Künstler, so Wildgen, "der mit Begriffen malt".

Doch wusste er auch, dass eine angemessene Erkenntnis des über die natürlichen Dinge hinausgehenden unendlichen göttlichen Wirkens uns verwehrt ist, so dass wir"bestenfalls auf die Spur der Erkenntnis des ersten Prinzips und der ersten Ursache kommen können."

Denn all unser Wissen ist Unwissen. Die Wahrheit an sich bleibt der menschlichen Erkenntnis verschlossen. Der Status des Naturphilosophen oder Physikers markiert die Grenze dessen, was der Mensch als begründbares Wissen erreichen kann. Obgleich Bruno den Blick in die metaphysischen Abgründe der Welt und unserer Existenz richtete und den Weg, der von der empirischen Realität zur Idee führt, durchlief, wurde er nicht müde, zu wiederholen, dass die Sinne trügerisch seien, weil sie entweder die wahre Natur der Dinge verbergen oder sie unter einer falschen Erscheinung präsentieren.

Während Bruno in seinem Werk "Über das Unendliche, das Universum und die Welten" ("De l'infinito, universo e mondi") die Aufgehobenheit jedes individuellen Lebens in der Prozessualität der ewigen Natur betont und deutlich macht, dass der von unendlichem Leben erfüllte Raum gewissermaßen eine ethische Norm verkörpert, nämlich die Akzeptanz aller auf anderen Kontinenten oder auf anderen Welten möglichen Kulturen, Lebensweisen und die Achtung aller Arten des Lebendigen", kommen in seiner Schrift "Die Vertreibung der triumphierenden Bestie" ("Spaccio de la bestia trionfante")seine gesellschaftlichen Ideale klar zum Ausdruck: Förderung des Wohls des einzelnen wie des Gemeinwohls, die Sorge um das Vaterland und die Menschheit, zwischenmenschliche Großherzigkeit und mildtätige Gerechtigkeit bis hin zur indirekten Forderung nach sozialem und kulturellem Engagement.

Im Grunde hat er schon auf Kants 1791 gestellte Frage: was heißt, sich im Denken orientieren?, eine Antwort gegeben. Man muss die Welt befragen, wenn man wissen will, wie sich der Mensch verhält, und wenn man wissen will, wie die Welt sich verhält, so muss in das eigene Innere schauen, die Gesetze, die im Universum herrschen, herrschen auch im Menschen.

Im Rückgriff auf Cusanus bedient er sich des Gedankens der coincidentia oppositorum, des Zusammenfallens der Gegensätze im Unendlichen, so dass Gott überall anwesend ist. Bruno sieht überall fließendes Leben. Da es keine Grenzen gibt, schließen auch Gut und Böse nicht einander aus, sondern kommen beide zugleich vor. Weise aber ist der, der mit den Gegensätzen in der rechten Weise umzugehen weiß und sich nicht an ihnen stößt. Bruno, der ein aristokratisches Konzept von Kultur vor Augen hatte, hielt nur den Gebildeten für fähig, sich der Gegensätze bewusst zu sein und mit ihnen fertig werden.
Brunos Gottesverständnis

Für Bruno war Gott "keine Intelligenz außerhalb der Welt, die diese im Kreise dreht und leitet. Würdiger muss es für ihn sein, das innere Prinzip der Bewegung zu bilden, eine Natur aus sich, von eigener Art, eine Seele für sich, an der alles teil,hat, soviel in seinem Schloss und Leibe lebt."

Goethe schrieb später:


"Was wäre ein Gott, der nur von außen stieße
im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemts, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So dass was in Ihm lebt und webt und ist
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermisst."




Er war davon überzeugt, dass die Allmacht Gottes aktiv ist und ihr deshalb ein unendliches Wirkungsobjekt entspricht.

Bei Bruno ist das übernatürliche Wesen der Gottheit, das in seiner Philosophie durchaus eine systematische Begründungsfunktion hat, nicht im christlichen Sinne eines extraterristischen Schöpfergottes zu verstehen. Die Lehre eines unendlichen Universums lässt keinen solchen göttlichen Außenstandpunkt zu. Wenn die Welt ewig und unendlich ist, welchen Sinn hat dann der Mythos von einem persönlichen Gott, der die Welt aus dem Nichts geschaffen hat. Welterkenntnis führt zur Selbsterkentnis mit dem Ziel der Gotteserkenntnis.

Seine Religionskritik steht zwar dem Kult kritisch gegenüber, lehnt diesen aber nicht in Bausch und Bogen ab.Verehrung des Transzendenten ist für ihn eine Grundform menschlichen Denkens, die sich für diesen Zweck Götterbilder sucht, weil der Mensch nicht umhin kann, in den Naturdingen und in allen Menschen die Wirkung des Transzendenten, des Gottes zu suchen. Hier kommt er Kant ganz nahe.




http://www.ursulahomann.de/GiordanoBruno/inhalt.html
http://www.beepworld.de/members39/theosophie/theosophie.htm

Theosophische Bücher gelten weder als Offenbarung noch als endgültige Autorität, sondern als Wegweiser für die individuelle Suche.

Es gibt jedoch einige Grundkonzepte, die die Theosophie herausstellt.

Eine Grundidee ist die essentielle Einheit aller Wesen.

Leben gibt es überall im Kosmos, weil alles aus derselben unerkennbaren göttlichen Quelle stammt.

Daher lebt und evolviert alles – vom Subatomaren bis zu Pflanzen, Tieren, Menschen, Planeten, Sternen und Galaxien.

Alles ist in seiner Wurzel göttlich und bringt sich selbst durch spirituelle, intellektuelle, psychologische, ätherische und materielle Bewusstseins- und Substanzebenen zum Ausdruck.

Evolution reflektiert diesen hervortretenden Selbstausdruck von Fähigkeiten, der sich in materielle Formen differenziert;

spirituelle und bewusste Aspekte entwickelt; und nach kosmischen Zeitperioden zur göttlichen Quelle zurückkehrt.

Das Leben des Individuums, der Menschheit und der gesamten Erde ist Teil dieses kosmischen Prozesses.

Altruismus und Mitleid, die diese fundamentale Einheit offenbaren, sind menschliche Ausdrucksformen von kosmischen und planetarischen Wirklichkeiten.

Die Menschheit ist innerlich enger verbunden als physisch; und unsere Gedanken und Gefühle haben einen starken Einfluss auf andere. Wenn wir unsere höchsten inneren Eingebungen bestmöglich befolgen, tun wir unserer unmittelbaren Umgebung und der Menschheit als Ganzes etwas Gutes.

Das Ideal ist, die Wohlfahrt der Menschheit und alles Lebenden vor den eigenen Fortschritt zu stellen.

Als im Göttlichen verwurzelte Wesen haben wir alle die Fähigkeit, die Wirklichkeit selbst zu finden. Um das zu tun, müssen wir lernen zu beurteilen, was wahr und falsch ist, real und illusorisch; nicht blind den Diktaten der Autorität folgen, wie hoch auch immer sie steht. G. de Purucker vergleicht den theosophischen Studenten mit einem
wissenschaftlichen Forscher und fügt hinzu:



"Wurde uns nicht wieder und wieder gesagt, dass wir unser
Gewissen befragen müssen, bevor wir irgendetwas
akzeptieren? Um das zu tun, müssen wir denken; wir wissen
auch, dass, wenn wir bei einer solchen Vorgehensweise –
durch unsere Blindheit oder Unfähigkeit – eine dargebotene Wahrheit ablehnen, wir nichtsdestoweniger das Richtige getan haben, denn wir waren unserem Gewissen und uns
selbst gegenüber treu, … der innere Mensch versteht, und in
ergebenen Herzen wird die Wahrheit mit der Zeit dämmern."
http://www.beepworld.de/members39/theosophie/blavatzki.htm

Jeder Mensch ist ein Teil des Ganzen und enthält – latent oder offenbart – alle Eigenschaften und Attribute des Kosmos. Daher bedeutet sich selbst gänzlich zu kennen, das Universum und alles darin zu verstehen. Die Gesellschaft warnt jedoch davor, vorsätzlich psychische Kräfte hervorzubringen, Nebenprodukte der Evolution, die mit der Zeit auf natürliche Weise zum Vorschein kommen. Die Förderung derartiger Kräfte lenkt von den tieferen Zielen des menschlichen Wachstums ab und kann zu Missverhältnissen in der Entwicklung und im Bewusstseinszustand führen.
Was ist ein Theosoph? Als Blavatsky diese Frage beantwortete, sagte sie, dass die "eigentliche Wurzelidee der Gesellschaft freies und furchtloses Forschen sei".
3.Um ein Theosoph zu sein, fuhr sie fort,
muss man nicht notwendigerweise die Existenz eines besonderen Gottes oder einer Gottheit anerkennen. Man muss jedoch den Geist der lebenden Natur verehren und versuchen, sich mit ihr in Einklang zu bringen... Wenn ein Schüler, er mag sein, was er will, einmal den alten und vielbegangenen Weg der Routine verlassen hat und den einsamen Pfad des unabhängigen Denkens betritt – gottwärts – dann ist er ein Theosoph, ein unabhängiger Denker, ein Sucher nach der ewigen Wahrheit mit "eigener Inspiration", um die universalen Probleme zu lösen.
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


1, 2  Weiter
Ähnliche Themen
Philosophie zerbrechen
Meine Philosophie
Giordano contra Steinmeier
Eigene Philosophie
Giordano Bruno
Philosophie
Philosophie
Esoterische Philosophie
Wissenschaft und Philosophie
Die Philosophie der Veden