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Hallo ihr!
Ich habe das Gefühl, das Thema Tod ist ein Problem, weil es so viele erschütternde Fragen mit sich bringt,
gerade in einer Gesellschaft, wo Seele und Geist eher Luxus/Wellness- als Existenzthemen sind:
- WARUM leben wir, um dann zu sterben?
- Was passiert mit der Persönlichkeit, mit der Seele?
- Wo finden wir Antworten darauf?
Das soll jetzt nicht falsch verstanden werden, aber habt ihr mal darüber nachgedacht, euch auf den Tod vorzubereiten?
Ich glaube, dann lässt sich leichter damit umgehen.
Ein Teil der Vorbereitung ist sicherlich, sich selbst Antworten auf die obigen Fragen zu geben.
Und ganz konkret, selbst wenn man jung und gesund ist, wie wäre es, ein Testament zu schreiben?
In dem man den Menschen dankt, die einem wichtig sind?
Aufzuschreiben, wie man im Fall eines schweren Unfalls behandelt werden will (oder auch nicht)?
Unfälle können immer passieren in dieser Welt der Zufälle, und ich finde es hat was sehr tröstliches, wenn man weiß,
dass die "trauernden Hinterbliebenen" lesen können, wie ihr geliebter Mensch zum Tod stand und zum Leben,
dass er sie liebte und sie bittet, nicht traurig zu sein.
Ich persönlich finde den Tod nicht bedrohlich, weil ich nicht glaube, dass er das Ende ist.
Was wenn es kein Ende gibt, sondern nur einen neuen Anfang in einer anderen Welt?
Nichtgläubige schütteln vielleicht den Kopf und sagen: ja, so nimmst du dir die Sorgen mit deinen nicht-bewiesenen
Vorstellungen vom Leben nach dem Tod - vielleicht ist es so, aber es hilft.
Von einer Freundin von mir starb neulich der Vater, und sie sagte, obwohl sie eigentlich nicht an Gott glaubt,
ist es ihr doch ein Trost und stärkt sie, dass sie das Gefühl hat, ihr Vater lebt in einer anderen Welt weiter.
Und ihr Vater lebt schließlich auch als Teil in ihr weiter und in ihren Geschwistern.
Wir wissen alle nicht, wie diese andere Welt aussehen könnte, nach dem Tod,
weil alles, was wir uns vorstellen und alles was wir beobachten können, Bilder und Gedanken aus dieser Welt beinhaltet.
Wie wird es also sein, wenn wir diese Welt verlassen, alles was wir kennen, und wo sind Hinweise auf ein Leben nach dem
Tod, sind das nicht Hirngespenste, leere Hoffnungen?
Warum aber litten die Gottesoffenbarer freiwillig so viel, wenn es nicht nach dem Tod ein geistiges Leben gibt?
Und warum ist unsere Seele nie ruhig, selbst wenn wir schlafen, ist sie aktiv...
Irgendwie hat jeder Respekt vor dem Tod, der Atheist, weil er "glaubt" dass dies das endgültige Ende ist und
er sich in Materie auflöst. Der Gläubige, weil er fürchtet, nicht gut genug gelebt zu haben...
Daher glaube ich, der Mittelweg ist der beste, man sollte weder den Tod herbeisehnen (denn wie kann man dann
noch vernünftig leben?) noch ihn völlig verdrängen - denn ich glaube dann erst recht ist es ein Schock, wenn man
dem Abschied aus dieser Welt auf dem einen oder anderen Wege begegnet.
Der Tod ist der Schlüssel, um das Leben zu verstehen.
So sagt auch Abdu'l-Bahá:
"Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten; dann lebe das Leben! Lebe das Leben! Lebe das Leben!
Um diesen Durst zu bekommen, denke über das Leben nach dem Tode nach.[...] Dann wirst du diesen großen
Durst verspüren, und nur dann kannst du anfangen, das Leben zu leben!"
Zurück zum Thema...(ich schweifte ab
)
- Was haltet ihr vom Testament oder Abschiedsbrief schreiben?
Lg, Anke
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