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| Schliesslich stirbt er eines qualvollen, langsamen Todes unter grossen Schmerzen. Wo ist da die "Liebe Gottes?" |
Lieber Martin, ich wünschte mir, daß Du einmal die Sache aus einer anderen Warte sehen könntest - Erklärung findest Du auf diese Frage nicht, wenn Du in dem jetzigen Denkmuster verbleibst - dann erscheint das ganze Leben als echt ätzend - manchmal - , aber Du hast den freien Willen - , gut ist`s , die Sicht zu erweitern.
Ohne Zwang - Scheuklappen weg - und rutsch di butsch, mal schnell in die andere Schublade gerutscht - ohne Zwang - nur mal anschauen - prüfen und ...
oder auch nicht
Vielleicht würde es manches erklären -
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Hallo Martin,
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Du hast die Wahl:
Entweder du lenkst dein Auto von der Strasse gegen einen Baum und du und deine Familie wird wohl sterben oder aber der kleine Junge stirbt. |
Es könnte doch auch so sein: Du lenkst dein Auto von der Straße (und ich bin mir sicher, das würde jeder machen - Reflexhandlung) und da steht kein Baum. oder man fährt knapp am Baum vorbei, oder es passiert nur wenig ... das könnte dann Gottes Liebe sein.
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Ein Mensch hat sein Leben lang nur Gutes getan, hat sich aufgeopfert fuer seine Mitmenschen und seine Familie, war immer gerecht und hat jeden so behandelt wie er selbst behandelt werden moechte.
Schliesslich stirbt er eines qualvollen, langsamen Todes unter grossen Schmerzen. Wo ist da die "Liebe Gottes?" |
Ich kenne sogar so jemanden aus dem ganz engen Freundeskreis - und trotz allem hat er, und auch die Familie sich diese Frage fast nie gestellt. Natürlich hat man mal so Momente. Aber das langsame Sterben hatte doch auch einen Sinn. Es wurde z.B. noch vieles besprochen, was sonst vielleicht nie gesagt worden wäre. Auch wenn man den Sinn nicht gleich oder vielleicht nie erkennt, so liegt trotzdem bestimmt in allem ein Sinn. Es kommt auch immer darauf an, was man aus einer Situation macht.
In Krankheitszeiten überdenken viel ihr Leben nochmal ganz neu, orientieren sich neu und ich kenne viele die dann auch gesagt haben, dass sie dieser Krankheit dankbar sind. Sie haben daraus gelernt und machen jetzt Dinge, die sie sonst vielleicht nie gemacht hätten.
Liebe bedeutet ja auch nicht, dass man immer und überall eingreift, sondern dass man manchmal eben nur begleitet.
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Die Liebe Gottes ist nicht immer und ueberall vorhanden. Dieses anzunehmen waere rein opportunistisch! |
Das kann stimmen oder auch nicht. Vielleicht ist die Liebe vorhanden, aber sie äußert sich nur nicht in der Art, wie wir es gerne hätten. Wir haben bestimmte Erwartungen, was Gott tun soll um uns seine Liebe zu zeigen. Jeder hat aber andere Erwartungen. So wird es immer welche geben, deren Erwartungen nicht erfüllt werden.
Ich gehe mal von mir aus. Ich habe 3 Kinder und jeder erwartet etwas. Und trotzdem kann man nicht jedem seinen Wunsch erfüllen. Manchmal muss ich auch Entscheidungen treffen, die ihnen gar nicht passen. Vieles verstehen sie dann vielleicht auch nicht. Aber trotzdem wissen sie, dass ich ihnen in allen Situationen zur Seite stehe und für sie da bin, weil ich sie liebe. Das hat mit Vertrauen zu tun.
LG,
Kiki
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Hallo Martin,
Danke für Deine Antwort und die Beispiele, über die ich heute nachgedacht habe. Es scheint in Deinen Augen ein Problem zu sein, dass der allmächtige, "allliebende" Gott eine Schöpfung schafft, in der wir Menschen in Situationen geraten können, in denen wir schweres Leid ertragen müssen, ohne es verhindern oder ihm entfliehen zu können. Verstehe ich das richtig?
Liebe Grüße ,
Herzlich
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Hallo Herzlich,
richtig, darum geht es mir an dieser Stelle.
Gruss
Martin
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Hallo Martin, hier anderer Martin.
Du tust viel, um Beispiele zu konstruieren, warum Gott nicht liebend ist. Das Beispiel mit dem Jungen, der überfahren werden muss um die eigene Familie zu retten. Ein Leben für andere Leben zu opfern. Ja, das ist sehr sehr schwer! Und es folgen jahrelange oder lebenslange Gewissensbisse. Es folgt auch ein: „Gott, warum hast Du mich in diese Situation gebracht!“
Wissen wir es? Es heißt, es war Schicksal. Nun ist die Frage: gibt es Zufälle, oder ist alles von Gott gesteuert? Ab welchem Ausmaß ist das Schicksal vom Menschen gesteuert? Ist es richtig, wenn ein Soldat auf andere schießt? Wie war es, als die Ami-Soldaten von Vietnam zurückkamen? Wie viel Fleisch essen wir? Welches Leid fügen wir damit unseren Mitgeschöpfen zu? Sind wir wirklich so einfühlsam und so mitfühlend wie wir tun?
Um beim letzten Bespiel zu bleiben: Für jeden Fleischesser muss anderswo ein Mensch verhungern. Ausgenommen sind natürlich Naturvölker und andere Menschen, die sich ihr Vieh selbst züchten.
Vieles vieles wird bei uns ausgeblendet. Und was sich hinter Mauern von Schlachthöfen abspielt, dafür sind wir blind, auch wenn wir es mit verursachen.
Dann wird aber Gott Grausamkeit vorgeworfen. Diese Welt könnte in wenigen Tagen besser sein, wenn alle Menschen bewusst leben würden. Wenn wir erkennen würden, dass wir keinen Militär bräuchten. Wenn wir statt in Krieg zu ziehen in andere Länder ziehen und Schulen und Krankenhäuser bauten. Wenn wir erkennen würden, dass es egal ist, woran wir glauben. Wenn wir Tiere achteten. Wenn sich Männer nicht mehr über Frauen stellen würden.
Auch dann gäbe es sicherlich immer noch Leid, aber es wäre weit erträglicher.
Noch was: Wie viel Leid und Ungerechtigkeiten hatte z.B. Mutter Teresa gesehen? Hatte sie je an Gottes Liebe gezweifelt?
Und ich bleibe dabei: Gott ist Liebe!
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