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Wie erkennt man wahre Propheten von falschen?












Hallo Shadd,

mir gefällt Deine Frage, die Du eingangs wegen der Unterscheidung von wahren und falschen Propheten gestellt hast, sehr gut. Ich denke, dass sie viele Menschen unserer Zeit bewegt. Ich bin auch ein Bahá´í und möchte zur Antwort etwas beitragen.

Zunächst mal glaube ich, dass es sehr wesentlich auf die eigene Geisteshaltung ankommt. Da das Erkennen dessen, was in den Religionen beschrieben wird, sich zu einem wesentlichen Teil im Herzen des Suchers abspielt, sind die Reinheit des Herzens und der Beweggründe des Suchers sicher von größter Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass ein Mensch, der mit größter Sehnsucht und Hingabe nach dem richtigen Weg sucht, von Gott nicht allein gelassen, sondern auf seinem Weg geführt wird.

Eine gute Hilfe ist sicher ein demütiges Gebet, also eine flehende Bitte an Gott um Führung.

Wichtig ist außerdem, sich von den althergebrachten Grundsätzen frei machen zu können. Das ist ein schwieriger, langwieriger Prozess, in dem Gott auf vielfältige Weise unsere Aufrichtigkeit und Opferbereitschaft prüft.

Dennoch ist es meiner Ansicht nach unabdingbar, den eigenen Verstand einzusetzen und stets genau zu wägen, was in die richtige Richtung führt und was falsch ist.

Was den Propheten selbst angeht, sind es zunächst mal seine Person, sein Auftreten und seine Lebensweise, die den Sucher überzeugen sollten. Was ist über seine Lebensgeschichte bekannt? Was hat ihn mit jener geheimnisvollen Anziehungskraft ausgestattet, die von den Propheten ausgeht und die Herzen der Menschen verwandelt? Gab es ein prägendes Erlebnis? Wie hat Er Seinen göttlichen Auftrag, Seine Bestimmung erfahren? Wie hat Er sie Seinen Anhängern mitgeteilt? Wie hat sie Sein Leben verändert?

Da nur wenige Menschen die Gnade erfahren, in der Zeit zu leben, in der ein Prophet auf dieser Erde wandelt, müssen sich die anderen an Sein Buch, dass heißt an Sein schriftliches Zeugnis, halten und dieses genau studieren und prüfen.

Und schließlich gilt meiner Ansicht nach noch ganz wesentlich der Satz: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen." - Die verwandelnde Kraft des Propheten muß sich in den Taten Seiner Anhänger widerspiegeln, auch wenn sie wie alle anderen Menschen mit vielerlei weltlichen Problemen zu kämpfen haben und keineswegs frei sind von menschlichen Schwächen.

Ich persönlich glaube, dass es ein guter Weg ist, die Schriften Bahá´u´lláhs über einen langen Zeitraum oft, d.h. möglichst täglich, zu lesen und in Ruhe und gründlich darüber nachzudenken. Aber auch die Heiligen Schriften der anderen Religionen sollten in einem Geist der Liebe und der Offenheit studiert werden. Dann wird sich sicher nach und nach ein Zustand inneren Friedens und Glücks einstellen, der Deine Seele frei macht für die Erkenntnis des richtigen Weges.

Liebe Grüße & alles Gute auf Deinem Weg ,

Herzlich
Hallo Heiko!

Hallo Heiko, ich gebe dir recht, es ist (fast) unmöglich den Glauben an Gott zu verlieren.

Mir fallen da vier Glaubenstypen ein:

Nihilist:
Wer nicht gerade Nihilist ist, das glaubt an Gott. Nihilismus ist ein generelles Kopf-in-den-Sand-stecken.

Atheist:
Ich denke mal an Rosa Luxemburg. Sie was Kommunisten im Dritten Reich. Höchstwahrscheinlich auch Atheistin. Dennoch bemüht, die Menschlichkeit in einem menschenverachtenden System wieder herzustellen. Und das mit dem Tod vor Augen. Wenn sie auch nicht an Gott glaubte, so aber an das Gute im Menschen.

Gläubiger:
Wer an Gott glaubt, das weiß, dass Gott das Gute im Menschen ist. Somit ist aus der Sicht des Gläubigen der größte Anteil der Atheisten wiederum Gläubige.

Verbitterter Gläubiger:
Wer von den Gläubigen den Glauben an das Gute im Menschen vollkommen verloren hat, der hat aufgegeben und praktisch auch den Glauben an Gott verloren. Oder aber er hat einen glauben woe: „Eine große Sintflut wir kommen und Gott in seinem Zorn alles vernichten ...“. Also Kurz ein Glauben der sich mit der Liebe Gottes absolut nicht vereinbaren lässt.

Denn wir haben immer die Möglichkeit etwas an der Welt zum Positiven zu verändern. (das passt wieder zum Thema)
Hallo Martin,

Zitat:
Wenn sie auch nicht an Gott glaubte, so aber an das Gute im Menschen.

Aber was genau ist "Das Gute".
Existiert das Gute als solches?
Oder ist nicht vielmehr das, was wir als gut bezeichnen, etwas was abhaengig von unserer Kultur, unserem Wissen und unserer sozialen Position ist?

LG
Martin
Zitat:
Das Gute
ist so etwas, was ins Paradiesische fällt , liebe Deinen Nächsten wie Dich Selbst , heißt auch, anzunehmen, daß Dir alle Menschen ehrlich ins Auge blicken und nur Das Gute für Dich bereit stellen, Dir nichts Schlechtes nachsagen und alles zu tun, was Dich fördert und fordert und Dir keine Steine in den Weg legt - dir behilflich ist, wo er/sie kann - und dir in jeder Lebenslage unter die Arme greift.
Alle sieben "Dämonen" wie Neid, Eifersucht und Gehässigkeit usw. existieren dann für diesen Menschen nicht, denn er ist die reine GÜTE.

Wie weit sind wir hier auf Erden noch davon entfernt ?
Hallo Gabriele,
hoert sich nett an, aber kann sehr kontraproduktiv sein.
Was tue ich wenn ich nur die Wahl zwischen 2 Uebeln habe?
Was tue ich, wenn fuer mein Gegenueber etwas anderes gut ist als fuer mich?
Was tue ich, wenn fuer mein Gegenueber etwas anderes gut ist als fuer mich, und ich davon nicht einmal etwas weiss?
Was gut ist, ist immer relativ. "Das Gute" per se existiert vermutlich nicht.

LG
Martin
Forum -> Judentum und Christentum

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