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Pharisäer aus anderer Sicht












http://basisreligion.reliprojekt.de/pharisaeer.htm

PHARISÄER UND SCHRIFTGELEHRTE sind nach landläufiger Meinung so etwas wie der Abschaum der Heuchelei und der Hartherzigkeit, die vor zweitausend Jahren die normalen Gläubigen tyrannisierten und ausbeuteten und schließlich auch den guten und arglosen Wanderprediger Jesus ans Kreuz gebracht haben. Diese Sicht der damaligen Theologen wurde gewiß auch durch die Evangelien genährt, die zumindest zum Teil auch aus einer antijüdischen Einstellung heraus geschrieben wurden.

Wir denken heute ein wenig sachlicher oder versuchen es jedenfalls. Was waren die Pharisäer wirklich für Menschen und vor allem: Was waren die wirklichen Gründe, warum Jesus mit ihnen in Konflikt kam?


Nach landläufiger Meinung sind Pharisäer und Schriftgelehrte zumindest diejenigen, die beim Umgang mit dem Glauben nur ihre eigenen Vorteile im Sinn haben.


Daß die normalen Menschen im Alltag ihres Lebens kaum diese ganzen Riten und Frömmigkeitsübungen einhalten können und dies auch gar nicht wollen, ist bei Pharisäern einerseits eine famose Ausrede, warum die Menschen und damit die ganze Welt so schlecht ist und warum sie also eh nichts ändern können. Und andererseits läßt das in ihnen eine Arroganz aufkommen, als ob sie bessere Menschen seien. Diese Arroganz wird heute allein als das Problem der Pharisäer angesehen, ist es aber nicht nur. Es reicht das zweifelhafte Ansinnen, daß nur eine Erziehung zum Glauben wichtig sei und man die Menschen ansonsten dumm lassen könnte.

Und mit ihrem Berufsethos wird das wohl so gewesen sein wie in allen typischen Religionen (oder besser Priesterreligionen), daß die "Profis" oder eben die Priester, also in unserem Fall die Pharisäer und Schriftgelehrten, die Gesetze und Vorschriften schließlich auch mehr oder weniger stellvertretend für die normalen Menschen einhielten, die einfach weder die Möglichkeit noch die Zeit dafür hatten. Und das machten sie schließlich auch nicht nur aus reiner Frömmigkeit, sondern vor allem, weil sie damit sozusagen auch ihr Geld verdienten - oder anders ausgedrückt, die Pharisäer und Schriftgelehrten lebten eben ein eher beschauliches und sorgenfreies Leben auf Kosten ihrer übrigen Mitmenschen, denen sie natürlich erzählten, wie wichtig und notwendig ihre Rolle im Heilsplan Gottes für alle Menschen sei.

Wir brauchen uns nur einmal klar zu machen, was sich hinter typischem Machismo verbirgt, und gemeint sind hier nicht die kleinen und großen Nachlässigkeiten des Lebens, sondern die Interesselosigkeit am "Heil" der anvertrauten Menschen. Es ist genau dasselbe, was Jesus damals den Pharisäern mit Hartherzigkeit vorwarf. Inzwischen bin ich der Überzeugung, daß die meisten der Pharisäer gar nichts direkt mit dem Sittenverfall ihrer Zeit zu tun hatten, wie er uns etwa in der Susannageschichte im Anhang des Buchs Daniel begegnet. Doch sie wollten oder konnten das alles nicht sehen und haben weggeschaut und nichts wirklich Sachdienliches unternommen - etwa wie die typischen Gutmenschen im Schema 2 (siehe auch unten im Fenster!). Und sie hätten ja etwas unternehmen können, wenn sie nur ein anderes Glaubenskonzept umgesetzt hätten, sie wären jedenfalls die geeignete Instanz gewesen.

suchwort: pharisäer kritisch
Die Pharisäer werden immer sehr verteufelt. Inzwischen aber gibt es eine andere Einstellung dazu.

http://www.predigtpreis.de/predigtp.....edigten2002/brummer3.html

Was mir wichtig ist: So sehr da Gegensätze sind und von Jesus zur Sprache gebracht werden - es wird eben nicht das eine gegen das andere ausgespielt. Das, liebe Gemeinde, das sind ja unsere Spielchen. Das sind unsere menschlichen Sichtweisen, daß wir die Gegensätze unter uns werten und gegeneinander ausspielen. Weil wir nämlich diese Gegensätzlichkeiten nicht ertragen. Und weil wir das Anderssein in der Regel als Angriff auf uns statt als Ergänzung unserer selbst verstehen. "Führt zur Abwertung", heißt es manchmal bei der Stiftung Warentest. So ist's, denke ich, bei uns nur zu oft: Anderssein führt zur Abwertung.

Nur: Das ist nicht das Spiel Jesu. Auch wenn er Partei ergreift in dieser Geschichte, auch wenn er sich vor jene Frau stellt - er stellt sich eben nicht in einem absoluten Sinne gegen den Pharisäer. Das ist für mich das besondere und auch das packende an dieser Geschichte: Jesus hält den Kontakt zu beiden. Er hält den Kontakt zu jener Frau, obwohl sie ihn da so unschicklich berührt. Doch er hält eben genauso - und das darf man nicht übersehen - er hält genauso den Kontakt zu dem Pharisäer Simon, der mit ihm zu Tisch liegt und der sich über das, was da geschieht, nur entsetzen kann. Jesus hält den Kontakt zu beiden fest. Er entzieht der Frau nicht seine Füße und dem Pharisäer nicht sein Ohr. Er behält den Platz in der Mitte. Den Platz zwischen den beiden, die da so nah beieinander sind in diesem Raum und doch so weit voneinander entfernt.

Wer ist dieser? Jesus ist der, der die Gegensätze aushält und gerade so einen Weg eröffnet, den Anderen, die Andere neu wahrzunehmen und zu sehen. Um dieses Sehen geht es dann ja auch: Siehst du diese Frau?, fragt Jesus den Pharisäer. Und da schwingt die Frage mit: "Wie siehst du diese Frau? Siehst du sie wirklich? Oder siehst du in ihr nur das Bild, daß du von ihr hast? Und ordnest du dann einfach alles, was sie tut und läßt in dieses Bild ein? Nach dem Motto: Einmal Sünderin, immer Sünderin?"
Auch das ist ja eine Erfahrung: Je fester das Bild, das ich von jemandem habe, desto schwerer ist der Blickwechsel. Es gibt dann nämlich einen Sog, nur das zu sehen, was ins Bild paßt.
So ähnlich ist es hier. Und deshalb braucht der Pharisäer eine Sehhilfe, sozusagen eine andere Brille. Jesus setzt sie ihm auf. Das Gleichnis, das er erzählt, ist diese andere Brille:
Kirche & Glauben ­ Kurz & Bündig


Pharisäer

Die Pharisäer (wörtlich: die Abgesonderten) waren zur Zeit Jesu eine religiöse Bewegung und Partei, die sich für die strenge Beachtung nicht nur des geschriebenen jüdischen Gesetzes (= die fünf Bücher Mose), sondern auch der mündlich überlieferten Vorschriften einsetzte. Sie erwarteten, daß die Herrschaft Gottes durch einen Messias aus dem Hause Davids bald kommen würde. Im Unterschied zur Priesterpartei der Sadduzäer waren sie eine Laienbewegung und lehrten das allgemeine Priestertum aller Gläubigen. Sie setzten sich dafür ein, daß in allen Städten und Dörfern Glaubensschulen eingerichtet wurden, in denen Kinder und Erwachsene Gelegenheit hatten, sich durch das Studium des Gesetzes und Gebet auf die Heilszeit des Messias und das Jüngste Gericht vorzubereiten.

Obwohl sie viel vom Volk forderten, waren sie doch populär und anerkannt, weil sie selbst streng nach dem lebten, was sie lehrten. Um das durchhalten zu können, sonderten sie sich von allen anderen ab, die das nicht taten.


Woran erinnert mich diese Sätze, wenn ich in die Gegenwart schaue.

http://www.kirchegt.de/infothek/Pharisaeer.html

Gibt es heute noch Pharisätertum und was ist so schlecht daran ?

suchwort: was sind pharisäer ?



Zitat:
Vielleicht kann ein Mensch wirklich nur so werden, indem er sich absondert und möglichst wenig an sich herankommen lässt von dem, was es im gewöhnlichen, bodenständigen Menschenleben an Gelegenheiten gibt, sich die Hände schmutzig zu machen und die Zunge zu verbrennen.

Aber das ist genau unser, oft leidvoll erfahrener Lebensraum: das Parterre - mitten im Gewühl der täglichen Eifersüchteleien und Kleinkariertheiten, der heruntergespielten Lügen und faulen Kompromisse. Das Gegenbild zum immun gewordenen Pharisäer aber ist nicht ein ebenso selbstgerechter Sünder. Den gibt es sicherlich auch. Und jeder von uns schlüpft einmal in diese Rolle. Das Gegenbild ist ein verwundbar gebliebener und nur deshalb auch zur Heilung fähiger Zöllner:




http://www.we-wi-we.de/predigten_ph.....er_bibel_und_im_leben.htm

Das Problem betrifft alle Menschen: Heuchler gibt es überall und zu allen Zeiten. Was macht sie nur so besonders widerlich, wenn sie gerade in die Masche des Frommen schlüpfen?

http://www.gassenschmidt.de/ansprachen/a023.htm

Die schwerste Folge der Heuchelei ist freilich die, die den Menschen aufspaltet in Außen und Innen. Da geht es nicht mehr um Ängste oder Eitelkeit, sondern um die eigene Identität. Die Fähigkeit, ich selbst zu sein, mich ganz an eine Aufgabe hinzugeben oder an ein Du zu verschenken, verfällt schleichender Auszehrung. Alles gerät ins Zwielicht und in Zwiespältigkeit. Ich kann nicht mehr sicher sein, daß ein Wort tatsächlich meint, was es sagt, daß die Geste beinhaltet, was sie andeutet. Das macht das Zusammenleben schwierig, es wächst aber auch für jeden die Gefahr, sich selbst zu verfehlen und das eigene Leben zu verlieren. Nein: Heuchelei ist kein harmloses Gesellschaftsspiel, um die Ecken und Kanten der menschlich rauhen Wirklichkeit ein wenig abzupolstern. Andererseits ist es oft recht schwierig, zur Wahrhaftigkeit unseres Lebens vorzustoßen. Wer je versucht hat, sich ehrliche Rechenschaft über die Motive des eigenen Denkens und Handelns zu geben, weiß, wie schnell man da in ein kaum zu durchdringendes Dickicht gerät. Wer kennt sich schon wirklich bei sich selber aus? Wer weiß um die Schliche und Tricks des eigenen Herzens?



seite2
Pharisäer-Rezept

Eine gut vorgewärmte haushaltsübliche Kaffeetasse

Ein Stück Würfelzucker und 4cl erhitzten Rum(verschnitt)

Auffüllen mit frisch gebrühtem Filterkaffee und mit einer schönen Sahnehaube verzieren - fertig

Vergessen Sie alles, was Ihnen die Werbung oder irgendwelche Kochbücher auf tollen Hochglanzfotos über den wahren Pharisäer suggerieren wollen und wie Sie diesen zu servieren hätten:

Servieren Sie Ihren Pharisäer NIEMALS mit einem Strohhalm

Sie brauchen keine spezielle Tasse mit Fuß: Es passt weder mehr Getränk hinein noch schmeckt es aus solcher Tasse besser

Keine Schokostreusel oder Kakaopuler auf die Sahne

http://www.friesen-cafe.de/rezepte/024d1298100f76902/index.html
Sie nehmen Jesu Worte über die "Pharisäer" und beziehen dann die Aussage in Apostelgeschichte 23 (wo Paulus selbst davon sprach, ein Pharisäer zu sein) in ihre Überlegungen mit ein, und sie kommen so zu dem Schluß, daß die Aussagen des Paulus widersprüchlich sind und er wohl ein Lügner gewesen sein muß, als er behauptete, dem Beispiel Christi zu folgen. Nun, dioe Frage ist dann: "Hat Paulus hier beansprucht ein Pharisäer und nicht ein Christ zu sein?" Hat er sich tatsächlich zu den Heuchlern gezählt, von denen Jesus gesprochen hatte?


War Paulus ein Christ oder ein Pharisäer?

http://www.bibelcenter.de/bibel/widerspruch/d-wds40.php
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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