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Islam und Psychoanalyse












Hallo,

ich bin heute auf einen sehr interessanten Artikel gestoßen, der mir sehr viel erklärt!

Im folgenden einige Ausschnitte aus:

http://www.qantara.de/webcom/show_a.....php/_c-469/_nr-516/i.html

Zitat:
Fethi Benslama erklärt, warum der Islam der Psychoanalyse widerspricht. Das auffälligste Merkmal, den Fundamentalismus, sieht er als Antwort auf die Schuldgefühle der Gläubigen in einer Welt, die sich nicht mehr mit ihrer Religion in Einklang bringen lässt.

Seit den achtziger Jahren forscht Fethi Benslama, Professor für Psychopathologie an der Universität Paris VII, in einem Schnittfeld, das es eigentlich gar nicht gibt. Islamische Welt und psychoanalytische Theorie, sagt der Tunesier, ignorieren sich bis heute gegenseitig. Um die beiden Bereiche anzunähern, analysiert Benslama die Seele dieser Religion, diagnostiziert ihre Krise und erklärt die Symptome.


Benslama führt die Ablehnung der Psychoanalyse durch die islamische Welt im wesentlichen auf den Fakt zurück, das Sigmund Freud ein Jude war.

Seine Aussage zum Thema Islam und Gewalt sind meines erachtens sehr zutreffend und decken sich mit meinen eigenen Beobachtungen! Das Phänomen Religiöser Gewalt wird durch diese Theorie zutreffend erklärt und ist nicht nur für den Islam gültig!

Zitat:

Inwieweit können Gewalt und Fundamentalismus psychoanalytisch erklärt werden?

Benslama: Seit den achtziger Jahren leidet die muslimische Welt an einer Krankheit, die ihre Basis erschüttert hat. Diese Krise beruht auf einem Bruch zwischen Tradition und einer Moderne, die die Menschen als Katastrophe empfinden. Sie kennen keine Mittel, die Veränderungen zu verstehen – die Tradition liefert keine Erklärungen, und Vermittler gibt es nicht, da in den arabischen Staaten demokratische Freiheiten fehlen. Intellektuelle können sich nicht mitteilen, es gibt keinen freien Diskurs, niemand schlägt die Brücke.

Dieser Bruch wird als sehr schmerzhaft erlebt und löst große Ängste aus. Also wenden sich die Muslime wieder stärker der Religion zu, in der Hoffnung, dort Antworten zu finden. Doch die religiöse Wendung verschärft den Konflikt mit der modernen Welt nur noch weiter. Dieses Dilemma verhilft dem Fundamentalismus zu großem Einfluss, als Ausdruck des Wunsches, zu den Ursprüngen zurückzukehren, um der Moderne zu entkommen.

Worin besteht denn der Konflikt der muslimischen Welt mit der Moderne?

Benslama: Die Moderne bringt die Muslime unwillentlich dazu, ständig die Grenzen ihrer Religion zu überschreiten, etwa, wenn sie überall, im Fernsehen oder auf Plakaten, leicht bekleidete Frauen sehen. So entsteht der Eindruck, dass das Leben nicht mehr den Vorgaben der Religion entspricht, die Gläubigen haben das Gefühl, permanent etwas Verbotenes zu tun. Sie leiden unter der Last einer enormen Schuld, die sich ständig steigert.

Stellt der Islam eine Lösung für diese Schuldgefühle bereit?

Benslama: Freud nennt die Religion ein Fundament des gesellschaftlichen Lebens, denn sie hält die Triebe unter Kontrolle und verwaltet die Schuldigkeit des Menschen. Damit kann Religion die Menschen zu vielem antreiben. Eine Möglichkeit, Schuld zu sühnen, kann ein Opfer des Gläubigen sein.

Eine Frau etwa, die sich schuldig fühlt, weil ihr Körper sexuell provoziert, kann sich verschleiern und so ihren Körper als Objekt des Begehrens opfern. Das extremste Beispiel sind die Selbstmordattentäter, die ihr eigenes Leben opfern.

Interview Gabriela M. Keller


Das erste Opfer ist immer die geistige Freiheit, die jedes Sektenmitglied bei Eintritt in die Religionsgemeinschaft aufgibt!

Wie stehen die Bahai zur Psychoanalyse?

Gruß Heiko
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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