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Islam und Psychoanalyse












Selam Heiko..


Zitat:
Hier würde ich gerne die Frage an Zaf-ad und andere Muslime richten: Erlaubt der Islam den richtigen Umgang mit Gefühlen oder wird hier nach dem alten Menschenbild das Verdrängen gelehrt?



Ähnlich wie Zaf-Ad würde ich auch behaupten wollen, dass der Islam eigentlich prägend für das (gesunde + gerechte) Ausleben menschlicher Gefühle ist, traditionelle Lehren, individuell angepassete Auslegungsformen des Al Quran, Herkunft, Umfeld,Bildung etc. bestimmen eine Vielzahl von Merkmalen,für den Umgang mit Gefühlen. Dennoch wird das von dir angesproche sexistische Weltbild sehr oft mit dem Islam gerechtfertig.

Zahlreiche Ahadith die Frauenfeindlichkeit in niederster Form wiederspiegeln, Quran-Verse die völlig aus dem Kontext und unlegitimerweise für das Ausleben eigener (teilweise wirklich sehr eigen ) Gefühle+Bedürfnisse benutzt werden (z.B. Bigamie, Stimmrecht d. Frau, Bedeckungsvorschrift) sind ein leider immer noch vorhander Nährboden für diese Zustände.

Ich persönlich finde es sehr sehr Schade, dass meine Religion nach Aussen hin mehr in ihrer eigentlich nicht vorhandenen Strenge reflektiert wird, als in Ihrem wesentlichen und doch sehr liebevollen Kern.


vesselam
Selam amalia

Zitat:
Ich persönlich finde es sehr sehr Schade, dass meine Religion nach Aussen hin mehr in ihrer eigentlich nicht vorhandenen Strenge reflektiert wird, als in Ihrem wesentlichen und doch sehr liebevollen Kern.


Ja, du hast recht, als außen Stehender sollte man sich nicht anmaßen darüber zu Urteilen wie Gläubige innerhalb der Gemeinschaft reflektieren ohne genügend Kenntnis des Sachverhalts.
Ich versuche zwar dem entgegen zu wirken, manchmal gelingt es mir leider nicht.

Das Problem, so meine Ansicht, entsteht erst, wenn, Gläubige innerhalb einer pluralistischen Gesellschaft, ihre Wertvorstellung, - einbringen wollen od. vielleicht müssen.

Dadurch wird der außen Stehende beinahe fast schon gezwungen zu erfahren, durch Neugierde , (was ja erlaubt) wie es sich den so verhält u. wieso es zu dieser Veranlagung kommt, zu exportieren.

Deshalb finde ich diese Plattform auch so wichtig um Gedanken auszutauschen damit der interessierte besser versteht.

Liebe Grüße
Selam Parazone!

Zitat:
Ja, du hast recht, als außen Stehender sollte man sich nicht anmaßen darüber zu Urteilen wie Gläubige innerhalb der Gemeinschaft reflektieren ohne genügend Kenntnis des Sachverhalts.
Ich versuche zwar dem entgegen zu wirken, manchmal gelingt es mir leider nicht


Es war nicht die Anmassung gemeint
Die Wahrnehmung der Aussenstehenden ist teils von einem sehr negativen Bild geprägt, das liegt zum einen wie du auch richtfíg erwähnt hast an ungenügendem Kenntniss des Sachverhaltes, zum anderen aber auch die m.E. doch teilwese falsche Auslegung/lebung der Religion innerhalb der islamischen Gemeinde.
Hallo amalia

Mit der Anmaßung habe nur ich mich gemeint.

Zitat:
Die Wahrnehmung der Aussenstehenden ist teils von einem sehr negativen Bild geprägt


Eben, deshalb werde ich mir auch nicht Anmaßen zu verurteilen da die unterschiedlichen Faktoren sehr, sehr komplex u. ein wirklich Schuldiger schwer bis gar nicht aus zu machen ist.

Zitat:
zum anderen aber auch die m.E. doch teilwese falsche Auslegung/lebung der Religion innerhalb der islamischen Gemeinde.

Seh ich auch so.

Liebe Grüße
Hallo Amalia,

danke für deinen Beitrag!

Ich glaube auch, das die gelebte Realität sowohl der Muslime, als auch der Christen und anderer Religionen wenig mit der jeweiligen Glaubenslehre zu tun hat! Das Problem entsteht immer bei dem Versuch die an sich bekannte und gute Theorie in die tägliche Lebenspraxis umzusetzen!

Wenn ich ein Problem habe, dann hab ich die Zuständigkeit der Religion meistens schon verlassen. Die meisten religiösen Lehren sind eben nur im Präventiven wirklich gut. Echte Lösungsstrategien werden kaum angeboten. Leider werden die Präventivmaßnahmen auch nicht erläutert, so daß wir oft nicht wissen können, ob das auch heute noch richtig ist, was da steht!

Beispiel Alkohol:
In den meisten Religiösen Lehren wird vor dem Genuß von Rauschmitteln gewarnt, im Islam ebenso wie bei den Bahai ist der Alkohol verboten! Warum? Weil er nicht viel nützt und weil allein in Deutschland 8 Millionen (Dunkelziffer eher 16 Millionen) Menschen an Alkoholismus leiden! Die Sucht tritt oft ab dem ersten Glas ein und niemand kann sagen, ob er zu den 8 Millionen gehören wird oder zu den übrigen "normal" Konsumenten. Im Gegensatz zum Schweinefleischverbot ist dieses Gebot also einfach nachzuvollziehen.

Aber was machen nun die 8 Millionen Kranke Muslime, Christen, Agnostiker und Bahai? Gesundbeten hat nur selten geholfen, die Rückfallquote lag bei 99%. Auspeitschen, wie in den islamischen Länder üblich hat das gleiche Resultat! Erst durch die Entwicklung einer Speziellen Psychotherapie ist eine Besserung eingetreten, Rückfallquote 90%! Die 10% die es wirklich schaffen, sind diejenigen, die sich in Selbsthilfegruppen organisiert haben (AA, Blaues Kreuz, Huttempler, etc.).

Im Ergebniss stelle ich für mich fest, um im realen Leben klar zu kommen und evtl. sogar glücklich zu leben, hilft eine Religion nur wenig! Denn ohne Bildung und Herzensbildung ist auch die tollste Religion machtlos.

"Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" oder auch "Helft Euch selbst, dann hilft Euch Gott!"

Gruß Heiko
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