Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Gemeinsamkeiten im Christentum und Islam












Zitat:
1. Alle Weltreligionen, so auch die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, kennen eine reichhaltige Wundertradition.

Sie reicht von den Anfängen bis in die Gegenwart, und sie wird wohl auch nicht unterbrochen werden, weil sie schon in den jeweiligen kanonischen Dokumenten zu finden ist. Damit scheinen ihr Fortdauern und der Glaube an Wunder legitim zu sein. Es ist schwer, grundsätzliche Einwände z.B. gegen Erscheinungen in Marpingen oder Lourdes zu erheben, wenn auch das Neue Testament von Erscheinungen spricht und diese - im Fall der Erscheinungen des Auferstandenen - sogar als konstitutiv für den Glauben erklärt werden.


Zitat:
Alle monotheistischen Religionen besitzen also Wunderberichte in ihren kanonischen Dokumenten. Von daher ist es nicht erstaunlich, dass Wunder auch in der weiteren Geschichte immer wieder eine Rolle spielen. Sie sind zwar z.B. im Christentum für die offizielle Praxis wie auch für die Lebensgestaltung der meisten Christen marginal, oft auch gänzlich bedeutungslos. Aber ein - in der Geschichte zahlenmäßig wechselnder - Teil vor allem einfacher Gläubiger und Priester lebt in solchen Wundertraditionen und erhofft sich oft mit großer Intensität für das eigene Leben wundersame Heilung und Glück.


Zitat:
2. Die Basis aller Religionen: Frage und Hoffnung

Alle Weltreligionen, auch das Christentum, sind zu Zeiten entstanden, als die Menschen ganz selbstverständlich mythisch dachten. Nach der "kritischen Wende", nach Aufklärung und Säkularisation finden sich Wundertradition und -gläubigkeit nur noch in den Teilen der Bevölkerung, die in früheren Denkmodellen befangen sind.



3. Wundererzählungen und ihre Sprachform

Zitat:
Mythisches Denken ist nicht einfach zu charakterisieren. Hier soll nur ein einziger Aspekt hervorgehoben werden: Mythos ist ganzheitliches Verstehen, das nicht zwischen Erfahrung und ihrer Verbalisation, zwischen Schilderungen empirischer Sachverhalte und Extrapolationen religiöser Erfahrung unterscheidet. Dem mythischen Verstehen scheinen die Erfahrungen, die die konkrete Wirklichkeit umgreifen und somit transzendieren, auf der gleichen Ebene wirklich zu sein wie die Beobachtungen empirischer Abläufe. Sie werden in Sprache objektiviert, so dass Gott so real erscheint wie z.B. ein Berg oder ein Mensch, sein Handeln wird auf derselben Ebene wahrgenommen wie das Handeln eines Menschen. Gott und sein Handeln werden im autoritativen Mythos narrativ entfaltet und tradiert.


Zitat:
Weil Gott (oder ältere analoge Begriffe) also eine Größe bezeichnet, auf deren Sein und Macht wir - angesichts unserer defektiven Wirklichkeit - hoffen, wird die Aussage, dass er handelt, getragen von der Sehnsucht, dass die meist grausamen naturalen und geschichtlichen Kausalitäten nicht das letzte Wort sind; wir hoffen, dass es darüber hinausgehende Gründe gibt, wenn wir sie auch nicht begreifen oder wahrnehmen


Zitat:
In Zeiten mythischen Verstehens schlagen sich diese Hoffnungserfahrungen auf ein Handeln Gottes in Erzählungen von wundersamen, die Empirie übersteigenden Begebenheiten nieder. Wundererzählungen sind also die Sprachform, in denen unter diesen Bedingungen spezifische religiöse Erfahrungen wiedergegeben werden. Wunder sind somit sprachliche und, nach einiger Zeit, literarische Artikulationen religiöser Erfahrungen unter den Bedingungen mythischen Verstehens. Sie sind mythische, ganzheitliche Umschreibungen religiöser Erfahrung, die immer und grundsätzlich die kontingente Empirie um- und übergreift.


Zitat:
5. Wunder sind theologische Aussagen, keine Berichte

Religiöse Erfahrungen kennen strukturelle Gemeinsamkeiten, wie etwa ihre transzendentale Ausrichtung. Daneben aber sind sie in ihren Anlässen und Inhalten sehr unterschiedlich; sie können sich z.B. beziehen auf Gott selbst und sein Handeln, auf Jesus Christus, auf Rettung in drängenden Notlagen, auf den Wert bestimmter Tugenden - z.B. der Martyrergesinnung oder der Keuschheit -, auf Maria, sonstige Heilige, Wallfahrtsorte usf.


http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2002/imp020504.html

ausQuelle: gerd lüdemann apostelgeschichte matthäus Seite 2
Hallo,

dieses Thema birgt noch mehr "Sprengstoff" als gedacht.
Denn die Uni Saarbruecken ist Unerhoerten auf der Spur!

Zitat:
Aus dem Inhalt:
Von diesem sprachhistorisch nachgewiesenen syro-aramäischen Hintergrund der Koransprache ausgehend, konnte der Autor nunmehr auch inhaltlich auf einen ursprünglich christlich-syrischen Grundstock des Koran schließen. Dies um so mehr, als das Wort "Koran" selbst nichts anderes ist als die arabisierte Aussprache des syro-aramäischen liturgischen Buches "Qeryan", dem in der römischen Liturgie das Lektionar (Lectionarium) entspricht, aus dem die Lesungen im christlichen Gottesdienst vorgetragen werden. So ist es erklärlich, wenn der Koran Jesus (`Isa) 25 mal erwähnt und ihn 11 mal als den Messias (al-Masih) bezeichnet.
Vor diesem Hintergrund nimmt es nicht mehr wunder, wenn weitere christlich-syrische Texte zu diesem Grundstock des Koran gehören, die der Autor in einer weiteren Buchpublikation zu erläutern gedenkt. Bereits in der ersten Studie wurde auf Christi Geburt in Sure 19 (Surat Maryam / Marien-Sure) kurz eingegangen. Dort wurde klargestellt, dass der gegen Maria erhobene Vorwurf der unehelichen (illegitimen) Schwangerschaft Maria dazu veranlasst hatte, den Tod für sich herbeizusehnen, ehe sie niederkommen sollte. Die tröstenden Worte ihres Sohnes folgen in Vers 24. Dieser war bisher so mißverstanden worden:

"Da rief er ihr von unter ihr her zu: Sei nicht traurig, dein Herr hat unter dir ein Bächlein gemacht !"


Dabei ist dieser Vers syro-aramäisch so zu verstehen:
"Da rief er ihr sogleich nach ihrer Niederkunft zu: Sei nicht traurig, dein Herr hat deine Niederkunft legitim gemacht!" (a.a.O., 102-121).

Spricht nun der Koran von Christi Geburt so stellt sich die Frage, ob er nicht sonstige Texte enthält, die auf eine Weihnachtsliturgie hindeuten. Einen solchen Text glaubt der Autor in Sure 97 verschlüsselt zu sehen. Diese Sure ist (nach der Übersetzung von Rudi Paret, Stuttgart ²1982) bisher so verstanden worden (die neu zu deutenden Worte sind unterstrichen):

"al-Qadr" / "Die Bestimmung"
1: Wir haben ihn (d.h. den Koran) in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt.
2: Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?
3: Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.
4: Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn hinab, lauter Logos(wesen) (min kulli amrin).
5: Sie ist (voller) Heil (und Segen), bis die Morgenröte sichtbar wird.


In dieser kurzen Sure sieht die islamische Tradition eine Andeutung der Herabkunft des Koran. Daher werden in dieser Nacht (Laylat al-qadr / Nacht der Bestimmung genannt) gegen Ende des Fastenmonats Ramadan Vigilien gehalten. Dies ist religionshistorisch deswegen von Bedeutung, weil der Islam sonst (bis auf die Tarawih im Monat Ramadan) keine Nachtliturgie kennt. Dies weist demnach auf die Übernahme eines früheren christlichen Brauches hin, der ursprünglich auf Christi Geburt bezogen war, im späteren Islam aber auf die Herabkunft des Koran umgedeutet wurde.
Nach der dargelegten philologischen Erörterung ergibt Sure 97 zusammenfassend folgendes Verständnis:

Sure 97
Die Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns)

1. Wir haben ihn (= den Jesusknaben) in der Nacht der Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns) herabkommen lassen.
2. Was weißt du, was die Nacht der Schicksalsbestimmung ist?
3. Die Nacht (= die Nokturn) der Schicksalsbestimmung ist gnadenreicher als tausend Vigilien.
4. Die Engel, vom Geiste (begleitet), bringen darin mit Erlaubnis ihres Herrn allerlei Hymnen herab.
5. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.


Sure 97 kann als Einleitung zu einer Weihnachtsliturgie der christlichen Araber gedient haben. Die darin an einen früheren christlich-syrischen bzw. christlich-arabischen Brauch anknüpfende Tradition der Muslime ist ein bedeutungsvoller Ansatzpunkt für das Verständnis des Ursprungs des Islam. Sprach- und religionshistorisch richtig verstanden, macht diese Sure die gemeinsamen Wurzeln und die ursprüngliche Nähe von Christentum und Islam deutlich.
http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2003/imp030103.html


LG
Martin
Gott kann Irrtümer senden (in die Irre führen), wenn der Mensch sich vom Guten abwendet und die Wahrheit Gottes nicht hören will.

Koran 45:23
Hast du den gesehen, der sich seine eigene Neigung zum Gott nimmt und den Allah auf Grund (Seines) Wissens zum Irrenden erklärt und dem Er Ohren und Herz versiegelt und auf dessen Augen Er einen Schleier gelegt hat? Wer sollte ihn außer Allah wohl richtig führen? Wollt ihr euch da nicht ermahnen lassen?

Koran 18:57
Und wer ist ungerechter als der, der an die Zeichen seines Herrn gemahnt wurde, er wandte sich aber ab von ihnen und vergaß, was seine Hände vorausgeschickt hatten? Wahrlich, Wir haben Schleier über ihre Herzen gelegt, so daß sie es nicht begreifen, und Taubheit in ihre Ohren. Und selbst wenn du sie zum rechten Weg rufst, werden sie nie den rechten Weg einschlagen.



Bibel: 2.Thess.11-12
11 Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, 12 damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.



Kiki
Frauen - ein Acker!

Sir 26,20 Hast du auf dem ganzen Feld einen fruchtbaren Acker ausgesucht, / streu getrost deine Saat aus zur Fortpflanzung deines Geschlechts!
Sir 26,21 Dann werden deine Kinder dich umgeben, / sie werden groß werden im Vertrauen auf das edle Geschlecht.

Koran 2:223
Eure Frauen sind ein Acker für euch; darum naht euerem Acker in welcher Seitenlage ihr wollt. Doch schickt (Gutes) für eure Seelen voraus. Und fürchtet Gott und wisset, dass ihr Ihm begegnen werdet. Und verheiße den Gläubigen die frohe Botschaft.
Erkenntnis durch Glauben

1. Hebräer 11:1-3 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Durch diesen Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.


Koran

2:2-5 Dieses Buch (der Koran) ist Gottes Offenbarung. Daran ist nicht zu zweifeln. Es enthält Rechtleitung für die Frommen, die an das Verborgene glauben, das Gebet verrichten und von den Gaben, die Wir ihnen bescheren, gern Spenden geben, die Frommen, die an die dir herabgesandte Offenbarung, sowie an die Heiligen Schriften, die vor dir herabgesandt wurden, und an das Jenseits glauben. Diese Frommen erfreuen sich der Rechtleitung ihres Herrn und sind die Erfolgreichen.

2:117 Schöpfer der Himmel und der Erde ist Gott, der nur sagt: "Es sei!" und so ist es.
Forum -> Islam

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18  Weiter
Ähnliche Themen
Historisch kritische Untersuchung des Islam nicht mit uns !
Islam und Krieg
Frage bezüglich Baháí - Islam
Zina/Unzucht im Islam
Islam & Musik
Regelwerke im Islam
"Ehrliche Juden empfinden dem Islam gegenüber Dankbarke
Islam - Verfangen in sich selber?
Bildung und Islam
Heiliger Krieg ! Judentum und Islam im Vergleich