Meine Mutter (49) wird bald sterben-Leben nach dem Tod?


Hallo Manuela !

Ich möchte dir antworten, weil ich zur Zeit eine ähnliche Geschichte erlebe.

Meine Mutter ist vor ungefähr 5 Jahren an Brustkrebs erkrankt ... mit 55 Jahren. Es folgte ene Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Das Ganze zog sich eineinhalb Jahre hin, bis sie "geheilt" in die Reha fuhr.

Ihr ging es dann zwei Jahre gut und wir waren aller guter Hoffnung, dass sie es geschafft hätte. Doch dann wurden Metastasen in der Wirbelsäule, in der Lunge und Leber entdeckt. Wir waren geschockt, doch meine Mutter wollte kämpfen. Einen Monat nach der Rückfalldagnose wurde ich zum zweiten Mal schwanger und das gab meiner Mutter Kraft: Sie wollte dieses zweite Enkelkind nich sehen.

Es folgten wieder Chemotherapie (eine so starke, dass ihre Nerven zerstört wurden und sie nicht mehr laufen konnte) und Bestrahlung. Im April diesen Jahres fuhr sie wieder "geheilt" in die Reha und im Mai kam unsere Tochter auf die Welt.

Als sie wieder kam, freute sie sich darauf, endlich Oma sein zu können, doch das Glück dauerte nur 8 Wochen: Wieder ein Rückfall und die ganze Leber voller Metastasen. Sie wollte nicht aufgeben und begann im Sommer wieder eine Chemotherapie. Sie wollte so gerne unseren Sohn in die Schule kommen sehen und unsere Tochter "Oma" sagen hören. Vor vier Wochen war klar, dass die Chemo nicht anschlug ... die Leberwerte wurden immer schlechter. Der Arzt gab ihr noch eine Chance mit einer anderen Chemo, die er jedoch aufgrund der katastrophalen Leberwerte nur mit halber Dosis starten konnte. In der letzten Woche waren die Werte so schlecht, dass klar ist, dass sie es nicht mehr schaffen wird.

Seitdem habe ich das Gefühl, nur noch zu funktionieren. ich versorge meine beiden Kinder und nachts im Bett weine ich stundenlang. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass meine Mutter nicht mehr da sein wird. Dass meine Tochter nie ihre Oma kennenlernen wird und auch unser Sohn wird sich mit seinen drei Jahren später wohl nicht mehr an sie erinnern.

Ich habe Angst davor, dabei zu sein, wenn sie stirbt und ich habe aber auch Angst, nicht da zu sein, wenn sie mich braucht. Es zerreißt mich und frisst mich auf. Ich weiß nicht, wie ich meinem Sohn erklären soll, warum die Oma nicht mehr da ist und auch nie wieder kommt, um mit ihm zu spielen.

Bisher habe ich noch nicht mit vielen richtig darüber gesprochen. Ich habe das Gefühl, dass zwar alle Verständnis haben, ich aber letztendlich doch damit alleine fertig werden muss. Vielleicht liegt es auch daran, dass in meinem Freundeskreis noch niemand ein Elternteil verloren hat. Wenn du magst, melde dich doch bei mir. Auch über andere Antworten freue ich mich.

Liebe Grüße
Christiane
Meine liebe Christiane,
ich lese Deinen Brief und die Tränen laufen mir über das Gesicht.
Mein Herz und meine Sorge sind bei Dir und Deiner Mutti.

Daniela
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Trotze dem Sturm
Huhu ich hab net alles durchgelesen, aber ich würde nach meiner Meinung empfehlen, dass deine Mutter so schnell wie möglich Muslim wird.

www.islam.de
also wirklich, es ist eine unverschämtheit zu empfehlen, den glauben zu wechseln... als ob man als muslime besser stirbt?
schlimm! schäm dich!

ich kann die tiefe trauer nachvollziehen, auch ich habe jemanden verloren den ich über alles liebte.

heute liegt die mutter meines freundes im sterben. der vater ist vor 3 jahren verstorben. er wird mit einer schwester ganz alleine verbleiben.

ich finde keine richtigen worte, keine richtigen taten. manches leid nimmt keinen fremden trost an. ein einfaches" alles wird wieder gut" ist leicht gesagt. dich in diesem fall will es jetzt keiner hören.
ich sehe ihn seit der schlechten diagnose nicht, aber ich versuche ihm jeden tag zeichen zu senden, dass ich für ihn da bin und abrufbereit, wenn er mich ruft. aber er wird mich nicht rufen, das weiss ich.
zu wissen, dass die mama sterben wird, ist schmerz und angst. selbstwenn man zeit hat sich zu verabschieden und sich alles zu erzählen, was es zu erzählen gibt, kommt der tod trotzdem ganz unvorbereitet.
jeder weiss und versteht, wie weh das tut, aber nicht jeder will damit in kontakt kommen. so denken auch die hinterbleibenden. ich werde versuchen für ihn da zu sein, wenn er meine hilfe brauch, und ich werde ihm zeit geben, wenn er sie braucht. wer weiß schon so genau, was in ihm vorgeht? nur er, ich nicht!

im jüdentum glaubt man an das weiterleben der seele nach dem tod des körpers.
im budhismus lebt die seele in anderen lebewesen weiter.
im christentum kommt man in den himmel, wenn du ein guter mensch warst.
aber wer will schon an einen gott glauben, der uns jetzt nimmt, was wir am meisten lieben?

nette worte können dich nicht trösten, aber gute freunde und die familie kann dich auffangen, wenn du fällst.

lass dir von deiner mama noch mal dein leben erzählen, wenn sie kann. gebe ihr mut, dass sie nicht wirklich alles vepassen wird.
es ist ein schöner gedanke, als seele weiterleben zu können. halt sie daran fest und auch dich selbst.

als mein freund starb war ich 19. heute bin ich 27 und ich erinnere mich an jedes seiner worte, ich muß nur ganz fest an ihn denken. habe das gefühl, dass er auf mich aufpaßt, wenn ich in gefahr bin. und wenn ich selber angst vor em tod habe, dann halte ich mich an dem gedanken fest, dass dort jemand auf mich wartet, und dann habe ich keine angst mehr.

liebe kennt wege zu überleben!

liebe grüße
katja