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Die Dualität ist durch das Geschaffene gegeben und erst wenn dass Geschaffene in die Einheit mit dem Schöpfer zurückgebracht ist, - erst dann ist diese Einheit wieder da.
Das ist ja auch der Sinn dieser Dualität, - darin dieses Getrenntsein zu erfahren, denn wie etliche hier schon geschrieben hatten ist es ja so, dass wir keine Entwicklung durchlaufen könnten, keine Unterscheidungsmöglichkeit hätten, wenn wir nicht alles von den zwei Seiten her erfahren und kennenlernen könnten:
Schöpfer / Schöpfung
oben / unten
Licht / Finsternis
Wahrheit / Lüge/Irrtum
Leben / Tod
geistige Ordnung / Naturordnung (Himmel und Erde)
Sehr schön zeigt Freidrich Weinreb diese Aspekte indem er uns über Zahlen und die Zahlenwerte von Worten Aufschluss gibt.
Schon das Wort 'Alphabeh', von welchem ich in der Schule lernte, dass es aus dem Griechischen stamme, stammt ursprünglich aus dem Hebräischen.
Alef bedeutet die Zahl '1', also die EINS, ist aber auch der erste Buchstabe des 'Alphabeths' und hat auch als Wort eine Bedeutung, es bedeutet
HAUPT!
Damit ist also in der EINS, im HAUPT, im A bereits auf den URQUELL allen SEINS hingewiesen, - die EINHEIT.
Beth ist die Zahl '2', also die 'Zwei' (-heit, Dualität), der zweite Buchstabe des hebräischen Alphabeths und bedeutet als Wort 'HAUS'.
Damit ist die Schöpfung, als 'Haus', als 'Wohnung' für Gott schon bildlich vorgeschattet.
Ich zitiere aus dem Buch Weinrebs 'Die Symbolik der Bibelsprache' Seiten 20-23:
| Zitat: |
Der erste Buchstabe ist das Alef, einer jener beiden Konsonanten, die nicht gesprochen werden. In der Welt der Zahlen ist Alef daher Zeichen für die Eins; denn die Eins existiert eigentlich gar nicht in unserer Welt. Wir kennen nur Teile eines Ganzen, wo zwar auch 1, 2 oder 3 vorkommen, nicht aber etwas, das in dem genannten Sinne eins ist, dass es Gegesätze wie Leben und Tod umspannt.
Der zweite Buchstabe, Beth, wird sowohl als b wie auch als w gesprochen. Nur in der gedruckten Bibel zeigt ein kleiner Punkt im Buchstaben an, dass er als b auszusprechen ist, andernfalls wird er als w gesprochen. Dieser Punkt ist spätere Zutat, in der Thora-Rolle wie auch in den Büchern der Überlieferung findet er sich ebensowenig wie die Punkte, welche die Vokale anzeigen. Vom Leser der Thora oder der Überlieferung wurde verlangt, dass er ohne diese Hilfsmittel auskam. Als Zahl ist Beth die Zwei.
Der dritte Buchstaben, Gimel, g, ist zugleich der Begriff Drei.
Die Namen dieser drei ersten Buchstaben, Alef, Beth, Gimel, haben eine ganz bestimmte Bedeutung, die ich hier nur kurz streifen kann – wir könnten uns monatelang damit beschäftigen, wenn wir alles sagen wollten, was in dieser Hinsicht zu sagen wäre.
Alef bedeutet Haupt (Aluf ist ein Fürst, ein Haupt also), vor allem das Haupt des Stieres, taurus. Es ist eine alte Überlieferung dass unter dem Zeichen des Stieres die Welt sichtbar wird. In der Hieroglyphenschrift, die man benutze, um nicht die heilige Schrift zu benutzen, kann diese Form des Stierkopfes mit den Hörnern zu Ausdruck.
Das eigentliche Alef birgt eigentlich ein tiefes Geheimnis. Es spricht von den zur Harmonie gekommenen Gegensätzen, es ist das Grundprinzip aller Buchstaben; alle Buchstaben fangen gewissermassen mit dem Zeichen Alef an, gehen aus ihm hervor.
Das griechische Alpha bedeutet demgegenüber nichts. Wenn wir aber an die Sagengestalt des Kadmos denken, der den Griechen die Sprache brachte, so können wir auf den eigentlichen Ursprung des sogenannten Alphabeths schliessen. Kadmos ist eigentlich ein hebräisches Wort, kedem, das heisst von früher oder auch von Osten her. Von daher brachte Kadmos die Buchstaben, deren sich die griechische Sprache dann bediente! Alpha bedeutet nichts, aber aleph ist das Haupt des Stieres! Denken wir auch daran, dass eines der vier Lebewesen, die Ezechiel in seiner Vision am Throne Gottes stehen sieht, ein Stier ist. Das Wort fängt mit dem Stier an, der Stier steigt herab, könnte zum Gott werden. Die Geschichte vom Tanz um das goldene Kalb – gemeint ist ein Stierkalb oder junger Stier will uns zeigen, welche Gefahr in der Möglichkeit liegt, dass wir uns mit der Sprache von Gott unabhängig machen. Dies ist gewissermassen die körperliche Seite des Stieres. Wir sagten ja eingangs, dass die Form der Schrift den Körper darstellt, die sichtbare Wirklichkeit. Wenn wir unsere Tealität zum Zentrum machen, so ist das der Tanz um das goldene Kalb. Das Gold ist Erscheinung in dieser Welt des Lichtes – also der Stier, der aus der Welt des Lichtes kommt!
Beth bedeutet Haus. Die Welt ist das Haus; auch sie hat einen Ein- und Ausgang, ein Dach usw., ist abgeschlossen von den anderen Welten. Ist man in dieser Welt, so ist man nicht in den anderen Welten. Wohl gibt es diese, aber ich bin nun einmal im Hause dieser Welt. Wenn wir Häuser bauen oder von Häusern träumen, so ist es dasselbe, wie wir noch sehen werden. Auch die Einrichtung des Hauses – Tisch, Schrank usw. – existiert in der höheren Welt nicht. In der Überlieferung heisst es daher, der Mensch habe all das von dort mitgebracht und beschaffe es sich auch in dieser Welt. Er tut es aus einem Urwissen heraus, dass dies alles so sein kann und vielleicht auch so sein soll.
Gimel hat ebenfalls eine Bedeutung, und zwar heisst es soviel wie Kamel. Damit ist natürlich auch unser Kamel gemeint, aber in Wirklichkeit sind die Tiere Ausdruck von Gedanken, Ideen, ‚Dinge an sich’, also von höchst wichtigen Dingen. Liest man die Traumdeutung der alten Überlieferung, so sieht man das bestätigt. Das Kamel, das man im Träume erblickt, bedeutet zugleich auch den Buchstaben gimel und hat folglich zu tun mit der Existenz der Welt. Denken wir auch daran, dass gimel zugleich die Zahl 3 ist.
Der vierte Buchstabe ist das Daleth, d als Laut, 4 als Zahl. Es bedeutet die Tür. Das Haus hat eine Tür. Man kann durch dieses Daleth hinein- oder hinausgehen. Die Tür kann geschlossen bleiben oder offen stehen. Steht sie offen, so vermag der Mensch auch die andere Welt zu erblicken. Der Begriff der Tür ist verwandt mit dem römischen Janus sowie mit dem des Krieges. Unter dem Krieg muss man ja nicht immer nur das Aufeinanderlosschlagen verstehen; jedenfalls meint er in diesem Zusammenhang die Welt der Gegensätze, wie Leben und Tod, Recht und Unrecht, Gut und Böse. Ist die Tür zu, so ist nur das eine oder das andere. Unsere Tür sollte immer offen stehen, der Mensch sollte mit sich selber kämpfen. Der Name Hiob wird mit denselben Buchstaben geschrieben wie der Begriff Feind – ofeb. In der Überlieferung heisst es, Hiob habe fortwährend gekämpft, nämlich mit Satan, dem Gegensatz in sich selbst. Schliesslich habe er Gott dadurch zum Eingreifen gebracht: Gott antwortete Hiob, weil dieser das tut, was der Mensch eigentlich immer tun soll, bis zum Ende fragen, den Gegensatz in sich austragen. So steht der Mensch vor Gott, ähnlich dem Hohepriester, der einmal im Jahr im Allerheiligsten vor Gott trat und den Namen Gottes aussprach, der sonst nicht ausgesprochen werden durfte. …
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Anmerkung von mir:
Es muss klar sein, dass wenn Weinreb von Überlieferung redet, damit nicht die Bibel oder die Thora selber, also nicht die heiligen Schriften, gemeint sind, sondern eben jüdische Überlieferungen, die darum auch nicht immer ganz der reinen 'Wahrheit des Wortes Gottes' entsprechen, sondern menschliche Vorstellungen zum Ausdruck bringen.
So ist das Alef, unter dem Einfluss in der Ägyptischen Gefangenschaft, wo der Stier als Gottheit verehrt wird, zum 'Stierhaupt' geworden, obwohl es ursür¨nglich einfach nur 'Haupt' bedeutet. Aus dem gleichen Grund verlangte das Volk, als Moses lange nicht mehr vom Berg herunter kam, dann von Aaron, ihnen aus allem Gold, das sie aus Geräten und Schmuckstücken zusammentrugen, ein goldenes Kalb als 'Gottheit' zu giessen. Der Mensch, wenn er nicht im Geist den unsichtbaren Gott fassen kann, möchte eben immer etwas 'Sichtbares' verehren und anbeten, wie es die 'Heiden' tun.
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