Wie kann ich Gott lieben?


Ich meine, dass der Begriff "groß" auf unserer Welt und im Himmelreich von völlig unterschiedlicher Bedeutung ist. Ich glaube, dass Jesus Christus unter Anderem dies deutlich gemacht hat.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich meine, dass der Begriff "groß" auf unserer Welt und im Himmelreich von völlig unterschiedlicher Bedeutung ist. Ich glaube, dass Jesus Christus unter Anderem dies deutlich gemacht hat.


Ja. Ich glaube ein Hauptunterschied zwischen der "Größe" nach den Maßstäben der Welt zur jenen vor Gott ist, dass man sich die Größe vor Gott nicht selbst "nehmen" oder "erarbeiten" kann.

Ich weiß nicht mehr wo ich das Zitat gelesen habe:

Gott hat den Menschen geschaffen, damit es Wesen gibt, die mit ihm "mitlieben". Je mehr das ein Mensch tut, desto mehr wird er Mensch, desto größer ist sie oder er vor Gott.
Johannes der Täufer war eventuell damals laut Beschreibungen zwar der größte disziplinierte Asket vor den Menschen, allerdings hat er eventuell wenig Wertschätzung gegenüber weniger Disziplinierten empfunden, daher vielleicht die Aussage Jesu, dass er zwar in dieser Welt irgendwo in einem Punkt der Größte ist, doch in Bezug auf das Reich Gottes der Kleinste, der vielleicht gerade mal als ein Diener des Reiches Gottes angesehen werden konnte, also seine Tugend hat eventuell gemäß Jesu Aussage gerade mal ausgereicht, dass er kein Verdammter war.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Johannes der Täufer war eventuell damals laut Beschreibungen zwar der größte disziplinierte Asket vor den Menschen, allerdings hat er eventuell wenig Wertschätzung gegenüber weniger Disziplinierten empfunden, daher vielleicht die Aussage Jesu, dass er zwar in dieser Welt irgendwo in einem Punkt der Größte ist, doch in Bezug auf das Reich Gottes der Kleinste, der vielleicht gerade mal als ein Diener des Reiches Gottes angesehen werden konnte, also seine Tugend hat eventuell gemäß Jesu Aussage gerade mal ausgereicht, dass er kein Verdammter war.


Lieber Peter,

Der Wert von Johannes dem Täufer, der ihn zum, wie Jesus sagt, "Größten aller Propheten" macht ist, dass er ganz Prophet ist, er verzichtet auf Alles, ist nur noch Stimme. Johannes ist sozusagen das "Urbild des Propheten" und deshalb auch der letzte und größte Prophet.

Warum er dennoch der "Kleinste im Himmelreich" ist? Weil er noch im Alten Bund steht und wirkt, in dem Gott verdunkelt war, man nur "seinen Rücken sehen" konnte (vgl. Ex 33,20). Jesus sagt demgegenüber: "Wer mich sieht, sieht den Vater." (vgl. Joh 14,9).

Mit Jesus beginnt also etwas völlig Neues und Größeres, an dem Johannes der Täufer noch keinen Anteil haben konnte, er taufte noch mit Wasser des alten Bundes, Jesus mit dem Heiligen Geist des neuen und ewigen Bundes mit den Menschen (vgl. Mt 3,11).

Johannes der Täufer war im Dunkel der Gotteserkenntnis auf dem Standpunkt, von dem man Gott nicht sehen kann. Jesus bringt das Geheimnis Gottes "in Person" auf diese Welt - und öffnet so, das für Johannes und alle Propheten und Gottesboten verschlossene "Buch mit den sieben Siegeln":

"Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt.
Und ich sah: Ein gewaltiger Engel rief mit lauter Stimme: Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen und ihre Siegel zu lösen?
Aber niemand im Himmel, auf der Erde und unter der Erde konnte das Buch öffnen und es lesen.
Da weinte ich sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und es zu lesen.
Da sagte einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids; er kann das Buch und seine sieben Siegel öffnen.
Und sie sangen ein neues Lied: Würdig bist du, / das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du wurdest geschlachtet / und hast mit deinem Blut / Menschen für Gott erworben / aus allen Stämmen und Sprachen, / aus allen Nationen und Völkern
und du hast sie für unsern Gott / zu Königen und Priestern gemacht; / und sie werden auf der Erde herrschen." (Offb 5,1-5, 9 u. 10)
Hallo burkl,
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Bei Markus sagt Jesus eindeutig, dass Johannes der Täufer der Elija ist.

Du antwortest:
Lies noch einmal genau nach. Er sagt "ihr habt gemacht mit ihm was ihr wollt". Es geht um die Prophetie an sich, die von jüdischen Volk verworfen wurde. Die "Selbverleungung" Johannes des Täufers als Prophet im Johannes-Evangelium, die eigentlich keine ist, die habe ich versucht oben auszudeuten.


Ausserdem:
Zitat:
Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz (über diese Dinge) geweissagt.
Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll." (Mt 11,13 u. 14)


Ja, was stimmt denn nun? Immerhin widersprechen sich diese Aussagen doch hier schon leicht.
Ausserdem interpretierst du die Bibel aus deiner heutigen Sicht, die a. nicht allgemein verbindlich ist und lässt b. sämtliche jemals von der kath. Kirche als verbindlich angesehen wordenen Interpretationen ausser acht.
Von Kirchenhistorikern wird bei historisch kritischer Textanalyse aber wohl immer der Bezug auf die kulturellen Verhältnisse und der damalige Wissensstand ausschlaggebend sein.
Dass fast jede Bibelstelle bis heute mehrfache Interpretationen erlebt hat, wird man leicht in der Kirchengeschichte nachweisen können.
Sollte es z.B. dem Iran gelingen, Israel mittels Atombomben auszuradieren, wird sich sicher eine bis dahin noch wenig beachtete Textstelle finden lassen, die man auch auf dieses Ereignis hinbiegen kann.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@Pjotr Kala

Ich muss dir ehrlich sagen, wenn du meine Vorposts schlicht ignorierst, denn verliere ich die Freude an der Diskussion mit dir.
Hallo Burkl,
das verstehe ich jetzt nicht so ganz.
Gerade die beiden Zitate stammen ja aus deinen Vorposts und unterscheiden sich im Wortlaut.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
das verstehe ich jetzt nicht so ganz.


Ich auch nicht. Also lassen wir's - du hast gewonnen OK?
Hallo Kala Pjotr,

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Bei Markus sagt Jesus eindeutig, dass Johannes der Täufer der Elija ist.
Und im Johannes Evangelium steht ebenso eindeutig der Satz von Johannes dem Täufer "ich bin es nicht".
Da hilft auch nicht daran rumzudeuteln. Welchen Grund sollte Johannes haben, seinen Namen zu verschweigen. Auch bei Nennung des Namens hätte er immer noch die Stimme eines Rufers in der Wüste sein können.
Die Unwahrheit sagen, nur weil sie gerade so schön ins Konzept passt?
Und wie erklärst du dann den Ausspruch von Jesus:"Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er."
Ein Prophet, der grösser ist als alle anderen Propheten und doch der Kleinste im Himmelreich ist?


Ich könnte mir vorstellen, dass es im antiken Judentum und somit in der Bibelschreibung bei der Namensgebung stark um deren Bedeutung ging. Elija bedeutet: Mein Gott ist Jahwe und Johannes bedeutet: Gott ist gnädig.
Wenn es nun darum geht im biblischen Kontext die angesprochenen Textstellen zu deuten, spielt vielleicht der Hinweis auf die Eigenschaften des Namensträgers eine Rolle und weniger die Person selber. Von daher ging es bei der Frage an Johannes, ob er Elija sei, wahrscheinlich nicht um die Feststellung ob Elija reinkarniert ist, sondern eher um die Wiederkunft der wichtigsten Eigenschaft eines Propheten, die ihn als "echten" Propheten auswies. Mit der Frage bist du Elija, war demnach unter Juden wohl gemeint: Ist dein Gott auch unser Gott - Jahwe? Wenn Johannes dies verneint, dann deshalb, weil er nach biblischem Verständnis den Gott des neuen Bundes ankündigt: Jeschua. Der ist sein Gott. Jeschua ist Jesus Christus, der den neuen Bund mit dem Volk Israel schließt. In der Vorsilbe -Je- steckt wiederum die Vorsilbe des Gottesnamens Jahwe, der Wortschwanz danach bedeutet retten.
Wenn Jesus über Johannes aber sagt: Er ist Elija, dann deshalb weil er Johannes die Eigenschaft des Propheten zuspricht und somit seinen eigenen Anspruch auf Gottgleichheit untermauert. "Gott ist gnädig", weil er dem Johannes die Gabe des Propheten verliehen hat, den Heilsbringer zu verkünden.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Wenn es nun darum geht im biblischen Kontext die angesprochenen Textstellen zu deuten, spielt vielleicht der Hinweis auf die Eigenschaften des Namensträgers eine Rolle und weniger die Person selber.


Ja, das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt - danke, dass du ihn hier eingebracht hast. Eine ansprechende Exegese, die du da bringst.

So ist ja z.B. auch Jesus von Nazareth von seiner heilsgeschichtlichen Rolle her "der Immanuel" - der Gott-mit-uns - obwohl er als Person einen anderen Rufnamen hat.

„Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“ (Jes 7,14)

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