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| Ich meine wir haben uns über Jahrtausende zu dem hochgearbeitet, was wir jetzt sind. Wir beherrschen die Luft, die Erde und das Meer! Wir - die Menschen - sind DIE Lebensform dieses Planeten die es geschafft haben! |
Das bringt mich nun aber doch ein wenig zum Schmunzeln
Zu was haben wir uns denn hochgearbeitet? Sicher, wir haben uns weiter entwickelt, könnte aber auch sagen, wir haben uns weiter WEG entwickelt, weg von Vernunft, weg, ganz weit weg von "Humanität"...
Toll, "wir" beherrschen die Luft, die Erde und das Meer. Und wie haben "wir" diese uns selbst zuerkannte Herrschaft über diese drei Elemente missbraucht? Oder ist es kein Missbrauch, dass durch Abgase etc. die Luft verdreckt ist, Kinder vermehrt an Atemwegserkrankungen leiden, das Ozonloch verantwortlich ist für den Treibhauseffekt und so weiter...
Aber sicher doch, "wir" beherrschen ja auch die Erde. Sie freut sich jeden Tag und schickt sicherlich tausende von Dankgebeten gen Himmel, wenn sie mit saurem Regen versorgt wird. Die Bäume, nun ja, die verrecken eben stumm. Am schlimmsten ist es ja für "uns", dass durch den sauren Boden die Wurzeln die Hänge nicht mehr so zusammenhalten, wie es ursprünglich gedacht war und nun plötzlich der ganze Matsch uns auf die Mütze saust. Ja, dann schreien "wir", wenn "wir" von unserem eigenen unverantwortungsvollen Umgang mit dem, worüber wir uns ja als Herrscher aufspielen, geschädigt, oder gar getötet werden...
Die Flüsse, die "wir" einfach begradigt haben, die Flußbetten schön ausbetoniert, werden sich ebenfalls bedanken, dass sie durch die Begradigung ihre Fließgeschwindigkeit nicht mehr drosseln, durch ein betoniertes Flußbett die Wassermassen nicht mehr aufsaugen können, und somit Überschwemmungen krassester Ausmaße auslösen. "Wir" sind aber in den letzten Jahren ein wenig schlauer geworden und stecken nun Milliarden in Renaturierungs-Projekte, d.h. wir fummeln das nun wieder so um, wie es uns die Natur ursprünglich gab.
"Wir" sind auch Herrscher der Meere. In der Tat. Tolle Herrscher. Überfischung, Verschmutzung lässt grüßen. Ganz bestimmt sind die Tiere, die zu abertausenden elendig krepieren, wenn sie in einen wieder mal in einen Ölteppich eines von einem dieser Herrscher geführten Tankers geraten. Bestimmt ein schöner Tod, wenn du verpappt bist mit Öl, dich nicht mehr bewegen kannst, es dir die Atmungsorgane und die Augen verklebt und du, als Teilchen der Untertanen dieser Herrscher deinen Tribut zollst und einen stundenlangen Tod stirbst.
Auch die Delfine, die Robben und die Wale werden sich freuen, SO für ihre Herrscher sterben zu dürfen... Aber die paar tausend Robben, die allein durch zu großmaschige Fischernetze abnippeln, macht ja nix, Hauptsache ist, dass wir herrschen statt denken...
Ich gebe dir Recht, wir sind tatsächlich DIE Lebensform auf diesem Planeten, die es geschafft haben ... - ... die es geschafft haben, dass der eigene Lebensraum der besten Lebensform versaut, ramponiert, verseucht ist.
Unbestritten: wir stehen (noch ^^) am Ende der Nahrungskette. Vielleicht sind wir auch die intelligenteste Spezies, die hier auf diesem Planeten herumstiefelt. Aber ich denke, allzu intelligent oder gar "zivilisiert" können wir nicht sein, wenn wir es zustande bringen, dass tagtäglich zig Tierarten aussterben, ich weiß nicht wie viele Hektar Regenwald tagtäglich roden, nur, damit wir, die Herrscher, schönes Blümchenpapier auf dem Lokus hängen haben, oder uns in edlem Pinienholzmöbel räkeln können, während die Ureinwohner an Armut zugrunde gehen, den Tieren ihr natürlicher Lebensraum genommen wird.
Wie intelligent muss eine Spezies sein, um es fertigzubringen, durch Globalisierung und Im- und Exportiererei so ganz aus Versehen in aller Herren Länder aller Herren Länder Tiere einzuführen, die dann den natürlichen Biorhythmus der eingesessenen Tierarten durcheinanderbringen, teilweise sogar zerstören? Ich glaube, man nennt sie "Bioinvasoren"...
Und wie intelligent muss man sein, dass man im Zuge der Massentierhaltung Schweine mit Antibiotika vollpumpt, und sich dann darüber wundert, dass die Konsumenten plötzlich bei erforderlicher Therapie mit Antibiotika auf das Zeugs nicht mehr anspricht, weil sie schon durch das mit Antibiotika vollgespritzte Fleisch, welches sie essen, immun sind?
Natürlich, wir sind so erschaffen und geschaffen, Fleisch zu essen. Daran finde ich nichts verwerfliches. Verwerflich finde ich jedoch diese grausame Art der Haltung, der Transporte und was man sonst noch an überaus barbarischen Quälereien mit Tieren anstellt.
Wir sind nicht von Natur aus als die Herrscher bestellt, sondern haben uns über alles erhoben und uns selbst dazu ernannt, das ist der Unterschied. Und ein wirklich guter Herrscher ist, zumal er sich selbst als die intelligenteste Lebensform bezeichnet, verpflichtet, das, was er sich untertan gemacht hat, pfleglich, menschlich und verantwortungsbewusst zu behandeln.
Nee, zu diesem "wir" möchte ich ehrlich gesagt nicht gezählt werden, dann bin ich doch lieber ne Randfigur in diesem Spielchen. Die Regeln haben andere aufgestellt. Regeln sind wichtig, aber nicht alle sind richtig...
"Macht euch die Erde untertan" hieß und heißt nicht, macht das Schwein zur Sau, verderbt die Gewässer, vermüllt euren Planeten, rottet Tierarten aus, nehmt Menschen, den Schwächeren, ihren Lebensraum.
Hoffe, man nimmt mir meine kleine ironische Entgleisung nicht übel. Aber was man so tagtäglich über Tierquälereien, Zerstörung, Vernichtung, Verfolgungen und Kriege, Schlachtfelder etc. mitkriegt, bringt mich zum würgen.
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