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Johann Wolfgang von Goethe war auch ein Moslem.
Goethe und das Christentum
Goethe sagte zum Ende seines Lebens: "Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche." (Eckermann, 11.3.1832)
In seinem "West-Östlichen Divan" betont Goethe den Wert des kostbaren gegenwärtigen Augenblickes anstelle der christlichen Haltung des Wartens auf die nächste Welt und damit der Erniedrigung all dessen, was Gott dem Menschen in jedem Augenblick seines Lebens gibt. Goethe lehnt das christliche Bild von Jesus ab und bestätigt die Einheit Allahs in einem Gedicht seines "West-Östlichen Divans":
"Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heil'gen Willen.
Und so muß das Rechte scheinen
Was auch Mahomet gelungen;
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen." (WA I, 6, 288 ff)
Neben Jesus und Muhammad - möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben! - nennt Goethe in den folgenden Versen auch Abraham, Moses und David als Repräsentanten der Einheit Gottes. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Goethe eine starke Abneigung gegen das Symbol des Kreuzes empfand. Er schrieb:
"Und nun kommst du, hast ein Zeichen
Dran gehängt, das unter allen ...
Mir am schlechtesten will gefallen
Diese ganze moderne Narrheit
Magst du mir nach Schiras bringen!
Soll ich wohl, in seiner Starrheit,
Hölzchen quer auf Hölzchen singen?..."
Und sogar noch stärker:
"Mir willst du zum Gotte machen
Solch ein Jammerbild am Holze!"
Auch in "Wilhelm Meisters Wanderjahre" (Buch 2, Kap. 2) schrieb Goethe ziemlich unverblümt, daß es eine "verdammungswürdige Frechheit [sei], mit diesen tiefen Geheimnissen, in welchen die göttliche Tiefe des Leidens verborgen liegt, zu spielen." Man solle eher "einen Schleier über diese Leiden ziehen." Schließlich bezeichnet Goethe im Siebenschläfer-Gedicht des "West-Östlichen Divan" Jesus als Propheten: "Ephesus gar manches Jahr schon, / Ehrt die Lehre des Propheten / Jesus. (Friede sei dem Guten!)
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