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| Kennst du eigentlich die Ahadith die oben angesprochen wurden u. könntest du sie bitte posten, damit, nicht nur ich, wir/ich wissen, worum es geht um diesen vorangegangenen Dialog besser zu verstehen. |
Hallo Parazone
Übrigens nichts zu danken und gern geschehen.
Um Deine Frage möglichst kurz auf den Punkt zu bringen:
Es geht hier nur am Rande um bestimmte Ahadith.
Vielmehr geht es darum, dass Herr Adigüzel der Meinung ist , dass die Ahadith ein Haufen Lügengeschichten wären, deren Verfasser notorische Lügner, Verführer, Befürworter von Abscheulichkeiten etc. und 1 Miliarde Muslime (Schiiten und Sunniten) eigentlich keine Muslime sind, sondern Götzenanbeter und keine Muslime - und nur er und seine KollegInnen das Recht und Privileg hätten, sich als wahre Ergebene und Muslime zu bezeichnen.
Begründet werden diese - im Grunde eher pubertären Ansichten - die weder auf solider islamisch, wissenschaftlicher Ausbildung und koheräntem logischem Aufbau, sondern eher auf egozentrierten Ansichten und Halbwahrheiten und Halbwissen fussen, mit völlig unausgegorenen und beleidigenden Anwürfen und Kommentaren, die, wenn Sie z.B. gegen das Judentum und deren Anhänger vorgebracht würden, Untersuchungen auf juritische Zulässigkeit nach sich ziehen würden.
Warum Halbwahrheiten?
Tatsächlich ist es so, dass jede Religion im Laufe ihrer Institutionalisierung durch ihre Mitglieder eine Verknöcherung oder Versteinerung erfährt und wirkliches Bedürfnis nach Reform entwickelt.
(Wahre Reform geschieht aber nicht auf militante Weise, die nur in Krieg und Abspaltung mündet, sondern durch vorsichtige, weise, verständige, kenntnisreiche und auch liebevolle Einflussnahme).
Muslime akzeptieren eine Reform nur dann, wenn durch diese das erkennbar wird, was sie (auch in ihrem Inneren) als die ursprüngliche, reine Form erkennen.
Das Beispiel des Propheten, Gottes Friede und Segen sein mit ihm, spielt dabei eben eine ganz wesentliche und nicht zu ignorierende Rolle. Aus diesem Grunde sind und bleiben die Ahadith sekundäre Quelle islamischer Rechtsprechung, ob dies nun manchen gefällt oder nicht.
Die Anstrengungen der hochgeschätzten Imame der Vergangenheit derart herabzuwürdigen, wie Hr. A. dies tut, wird niemals mehrheitsfähig in der muslimischen Gesellschaft werden, sondern stets Anlass für Hass, steter gegenseitiger Ignoranz und Ungerechtigkeit auf beiden Seiten bleiben.
Diese Vorgangsweise ist, nach westlicher Terminologie, als "Anarchismus, Extremismus, schädlicher Fundamentalismus" zu bezeichnen - auch wenn sich die Anarchisten und Konsorten aller Zeiten stets als "Reformer" erachten.
Allerdings ist es auch Tatsache, dass, nicht nur erst in heutiger Zeit, mitunter die Prioritäten von den Muslimen vertauscht und vermischt wurden. Das heisst, dass den Ahadith Priorität oder gleiche Gültigkeit gegenber Qur'anischen Feststellungen eingeräumt wurde - darauf begründet Herr Adigüzel seine, in kontraproduktiver Form dargebrachte Kritik.
Dabei ist aber anzumerken, dass dieser Fehler sehr wohl von sog. "orthodoxen" Gelehrten erkannt und entsprechend gegengesteuert wird. Darüber hinaus gibt es diesbezüglich klare Richtlinien (z.B. Fardh - Wajib - Sunnah - Mubah - Makruh - Haram) Doch das ungebildetete Volk ist gar mächtig, stur und schwer zur Umkehr zu bewegen, doch leicht und schnell der Demagogie empfänglich! Ist ja keine Religion, auch solche nicht, die sich hinter wiedergeborenen und entzündeten Bushs verbergen, einerseits vor zeitlichen Verfallserscheinung und andererseits vor zeitlich bedingten Weiterentwicklungen geschützt.
Solchen Gelehrten aber das Muslimsein abzusprechen (die jene Zeit mit dem Studium des Islams, seiner Geschichte, seiner Regeln, etc. verbracht haben, als dieser junge Herr das Diesseits ziert) und sich gleichzeitig das Label des "wahren Muslims" umzuhängen, ist ja schon eine sehr scharfe Spitze der Unverschämtheit, bei allem Verständnis (welches im übrigen nicht jeder aufzubringen in der Lage und willens ist).
Zu scharf - um nicht in der Öffentlichkeit entschärft zu werden - den die Legitimität mit solcher Waffe herumzulaufen, hat der Herr noch? nicht erworben = Studium der islamischen Wissenschaften!
Aus diesem und weiteren Gründen, ist die Vorgangsweise von Hr. Adigüzel wirklich der, im Ansatz durchaus guten Sache nicht nur nicht dienlich, sondern in höchstem Masse schädlich. Seine daraus entstehenden persönlichen Erfahrungen macht der junge Mann auf den verletzten Gefühlen anderer und aufgrund seiner noch sehr unausgewogenen intellektuellen, spirituellen und emotionalen Stabilität.
Der junge Mann, er ist jünger als meine Tochter, zeigt dennoch bestimmte Qualitäten, wie hohe Motivation und Ausdauer, Lernwilligkeit u.a., und hat meine "väterlichen" Sympathien und daher nehme ich mir die Feiheit, innerhalb "islamischer Familienbande" ihn ganz spezifisch "hart" anzufassen - durchaus - ich gehe davon aus - im Sinne seiner Vorgesetzten. (Im Islam sind die lebenslangen Vorgesetzten die Eltern. Dies für jene, die auf intimen Einblick in muslimisch, islamische Ausdrucks- und Verhaltensformen und kompetente Einmischung Wert legen!)
Ich persönlich würde es bedauern, wenn Kerem aus lauter jugendlichem Ungestüm (doch langsam erwächst er in Adoleszenz - und kann sich nicht mehr auf jugendliches Unwissen und Narrenfreiheit berufen) mehr persönlichen und gesellschaftlichen Schaden als Nutzen anrichtete. Er muss (ob er will oder nicht) bestimmte Dinge erkennen und lernen (aber wie soll das gehen, wenn er keine Lehrautorität, ausser ein Buch anerkennt, von dem er nichtmal die Interpreation richtig versteh - und/oder einen gleichzeitig transzendenten und imanenten Gott, deren huldvolle Kommunikationen er möglicherweise ebenfalls nicht ganz korrekt interpretiert?) um seine Talente wirklich zum NUTZEN der menschlichen Gemeinschaft UND der muslimischen einzusetzen.
Diese Diskussion zwischen ihm und mir ist also bislang noch eine "innerislamische" (obgleich er mir und meinen sunnitischen und schiitischen Brüdern und Schwestern (ws. selbst seinen Eltern - Undankbarer!) das Muslimsein schon abgesprochen hat - eine grössere Beleidigung gibt es kaum für jemanden, der sich als Muslim erkennt, von jemandem des Unglaubens bezichtigt zu werden - und genau DAS tut er, der Adigüzel, der Ungehobelte, der sich nicht schleifen lassen möchte - Feigling!)
Die Aufgabe die er sich da großspurig - es ist der richtige Ausdruck - vorgenommen und zugesprochen hat, wird al Mahdi, dem Gepriesenen und Jesus, dem Messias zukommen und als Helfer dieser Beiden, Friede Gottes auf ihnen - wird er möglicherweise erst dann anerkannt, wenn er den dafür erforderlichen Bildungsweg absolviert hat - vorher, wäre es besser für ihn mehr zu schweigen, zu hören und zu lernen, denn zu schreien, Lärm zu machen, Chaos und Unruhe zu stiften und zu belehren.
Tut mir leid, dass es kürzer nicht wurde.
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