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In Träumen oder in Visionen Zugang erhalten












Liebe Unien,

"... ich habe meine zweifel, dass sich Gläubige wirklich Fragen stellen... vorallem ob sie wirklich bereit sind die richtigen Fragen zu stellen."
Das hast Du am 02.08. geschrieben und ich frage dich:

Wer entscheidet, was "richtige" Fragen sind und was "falsche" sind?

Deinen Beitrag vom 03.08. finde ich höchst interessant. Ich will jetzt psychologisch argumentieren:

Es ist allgemein bekannt, dass jeder Mensch ein Unbewußtes hat. Dies ist der Teil seines Bewußtseins, der uns nicht bewußt ist, von dem wir nichts wissen. Manchmal können wir in Träumen oder in Visionen Zugang dazu bekommen ... aber wissen tun wir trotzdem nichts darüber (qua definitionem)

Das Bewußtsein wird regiert vom Ich. Das Ich hält die verschiedenen Aspekte des Bewußtseins zusammen. Wenn ich ein starkes Ich habe, dann erlebe ich mich als Einheit, als Person, wenn ich ein schwaches Ich habe, dann bin ich "labil", ich schwanke zwischen den verschiedenen Aspekten meines Bewußtseins hin und her.

Das Bewußtsein wird dirigiert!, gesteuert vom Unterbewußtsein. Das merkst Du z.B. an den "Freudschen" Versprechern, Du versprichst Dich, aber so, dass der neue Sinn der Sinn ist, den Du eigentlich im Kopf hast. Ein Pfarrer, dessen Frau ihn geplagt hatte, weil sie unbedingt Taft kaufen wollte, sagte in seiner Predigt: Gott schenk uns Taft zum Kragen und meinte Kraft zum Tragen.

Jung unterteilt nun das Unbewußte in ein persönliches Unbewußtes und in ein kollektives Unbewußtes. Im persönlichen Unbewußten sind meine Kindheitserlebnisse und Traumata, die mich zum Handeln zwingen entsprechend Mustern aus meiner Kindheit.

Im kollektiven Unbewußten sind Menschheitserfahrungen: Seit Jahrmillionen erleben Menschen Tag und Nacht, Sommer und Winter, aber auch Vater und Mutter, der weise alte Eremit, die Urmutter usw. Diese unendlich sich wiederholenden Erfahrungen haben im kollektiven Unbewußten der Menschheit Muster hinterlassen, die Jung Archetypen nennt.

Wenn man sich Bewußtsein als großes Meer vorstellt, dann ist das Ich-Bewußtsein ein winziges Inselchen, so wie ein Blatt auf dem Meer schwimmt. Und da ist die Vorstellung nicht weit, da Ich im großen Meer des Unbewußten schwimme, und es mit den anderen Menschen nach Jung ja teile, auch an deren Erfahrungen, an deren Ich teilhaben kann. (Dieser letzte Teil ist - noch - nicht wissenschaftlich zu beweisen)

Liebe Unien, Deine Vorstellung, dass Du das "nicht ausgezeichnete Ich" mit 6 Milliarden Menschen teilst, ist überhaupt nicht abwegig, sondern beweist, dass Du Dir viel Gedanken über Leben und Sein machst und das ist super!

Und weil ich zu den "Gläubigen" gehöre, setze ich jetzt eins drauf (kann ich wissenschaftlich nicht beweisen, das ist mir aber sehr egal!). Über das Meer des Unbewußten, das ich mit allen Menschen teile, habe ich Verbindung zu Gott! Zu meinem ganz persönlichen Gott, versteht sich. Ohne Kirche, selbstverständlich!

Liebe Grüße von der Inanna
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum II


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